Automobilität in Thüringen:
Der Umbruch wird kommen
Dienstag, 07. Mai 2019, 21:00 Uhr
Das Wirtschaftsforum der Thüringer Sozialdemokratie hatte heute in das Audimax der Hochschule eingeladen. Die Zukunft der automobilen Wirtschaftslandschaft stand hier im Mittelpunkt. Die Reihe der Referenten reichte von einem Minister bis zum Geschäftsführer eines Automobilzulieferes…
Blick ins Audimax (Foto: nnz)
Knapp 30 Vertreter aus Hochschule, Wirtschaft und Politik waren gekommen, um zu hören wie es um die Zukunft und Perspektiven der Thüringer Automobilzulieferindustrie bestellt ist, denn angeblich, haben die Verbrenner ausgedient und alles dreht sich um die E-Mobilität. Es ist mitunter euphorisch, was da abgeht. Aber: Euphorie geht meist in ihren Zielen nicht in Erfüllung, sondern kommt irgendwann mit der Realität in Berührung. Mitunter platzt sie auch wie eine Blase.
Wolfgang Tiefensee bei seinem Referat (Foto: nnz)
Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee war gekommen, um zu verkünden, dass die deutsche Automobilindustrie das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist. Das treffe bei den Zulieferern insbesondere für Thüringen zu – 550 Unternehmen sind es im Freistaat. Und es sei ein Umzwitschen notwendig, von fossilen zu alternativen Antriebsmedien. All das müsse gemanagt werden.
Beruhigend sei da, dass sich die Politik dieses Themas angenommen habe. Zur Ermittlung des daraus entstehenden Veränderungs- und Konversionsbedarfes hat die Landesentwicklungsgesellschaft eine Studie in Auftrag gegeben, die im vierten Quartal 2018 vorgelegt werden konnte. Aus dieser wurde in Form einer Automotive Agenda vom Wirtschaftsministeriums ein konkreter Maßnahmenkatalog abgeleitet, den es in der Zukunft umzusetzen gelte. Für Tiefensee steht aber auch fest, dass ein einseitiger Schwenk zur Elektromobilität gefährlich ist. Er führe in eine Sackgasse, denn gleichermaßen kann und muss auch auf Biokraftstoffe und Wasserstoff als Energie gewinnendes Antriebsmedium setzen.
Nach der politischen Theorie war mit Bernd Gulden ein Vertreter der automobilen Zulieferindustrie an der Reihe. Der Mann kennt sich aus, schließlich ist er der Chef von Feuer Powertrain. Nach einem Blick in die Historie des Unternehmens mit 750 Mitarbeitern sprach Gulden vom Ausblick, der seinen Schwerpunkt zum Beispiel in Polen hat, wo Powertrain exklusiv ein Mercedes Motorenwerk beliefern wird.
Zu den unternehmerischen Herausforderungen gehören unter anderem der Brexit (in GB ist das Unternehmen stark vertreten), die einbrechende weltweite Konjunktur sowie die eingeschränkten Refinanzierungsmöglichkeiten oder um 12 Prozent gestiegene Personalkosten seit 2018, aber auch das Problem der Fachkräftegewinnung.
Die aufkommende Elektromobilität sei nicht das Problem für Powertrain, denn im Jahr 2030 werden laut einer Studie nur 13 Prozent der Fahrzeuge von einem Elektromotor angetrieben. Der überwiegende Teil wird immer noch durch Verbrenner oder Hybride angetrieben. Die gute Nachricht: in den nächsten drei Jahren erwartet das Unternehmen ein exorbitantes Wachstum erfahren, denn auch in Quads oder Motorräder haben Kurbelwellen. Wie es nach 2035 aussieht, kann Gulden nicht sagen, es sei ein Blick in die Glaskugel. Deren umgebender Nebel werde sich so um das Jahr 2025 lichten und man werde dann sehen, wohin die Reise gehe.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Blick ins Audimax (Foto: nnz)
Knapp 30 Vertreter aus Hochschule, Wirtschaft und Politik waren gekommen, um zu hören wie es um die Zukunft und Perspektiven der Thüringer Automobilzulieferindustrie bestellt ist, denn angeblich, haben die Verbrenner ausgedient und alles dreht sich um die E-Mobilität. Es ist mitunter euphorisch, was da abgeht. Aber: Euphorie geht meist in ihren Zielen nicht in Erfüllung, sondern kommt irgendwann mit der Realität in Berührung. Mitunter platzt sie auch wie eine Blase.
Wolfgang Tiefensee bei seinem Referat (Foto: nnz)
Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee war gekommen, um zu verkünden, dass die deutsche Automobilindustrie das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist. Das treffe bei den Zulieferern insbesondere für Thüringen zu – 550 Unternehmen sind es im Freistaat. Und es sei ein Umzwitschen notwendig, von fossilen zu alternativen Antriebsmedien. All das müsse gemanagt werden.
Beruhigend sei da, dass sich die Politik dieses Themas angenommen habe. Zur Ermittlung des daraus entstehenden Veränderungs- und Konversionsbedarfes hat die Landesentwicklungsgesellschaft eine Studie in Auftrag gegeben, die im vierten Quartal 2018 vorgelegt werden konnte. Aus dieser wurde in Form einer Automotive Agenda vom Wirtschaftsministeriums ein konkreter Maßnahmenkatalog abgeleitet, den es in der Zukunft umzusetzen gelte. Für Tiefensee steht aber auch fest, dass ein einseitiger Schwenk zur Elektromobilität gefährlich ist. Er führe in eine Sackgasse, denn gleichermaßen kann und muss auch auf Biokraftstoffe und Wasserstoff als Energie gewinnendes Antriebsmedium setzen.
Nach der politischen Theorie war mit Bernd Gulden ein Vertreter der automobilen Zulieferindustrie an der Reihe. Der Mann kennt sich aus, schließlich ist er der Chef von Feuer Powertrain. Nach einem Blick in die Historie des Unternehmens mit 750 Mitarbeitern sprach Gulden vom Ausblick, der seinen Schwerpunkt zum Beispiel in Polen hat, wo Powertrain exklusiv ein Mercedes Motorenwerk beliefern wird.
Zu den unternehmerischen Herausforderungen gehören unter anderem der Brexit (in GB ist das Unternehmen stark vertreten), die einbrechende weltweite Konjunktur sowie die eingeschränkten Refinanzierungsmöglichkeiten oder um 12 Prozent gestiegene Personalkosten seit 2018, aber auch das Problem der Fachkräftegewinnung.
Die aufkommende Elektromobilität sei nicht das Problem für Powertrain, denn im Jahr 2030 werden laut einer Studie nur 13 Prozent der Fahrzeuge von einem Elektromotor angetrieben. Der überwiegende Teil wird immer noch durch Verbrenner oder Hybride angetrieben. Die gute Nachricht: in den nächsten drei Jahren erwartet das Unternehmen ein exorbitantes Wachstum erfahren, denn auch in Quads oder Motorräder haben Kurbelwellen. Wie es nach 2035 aussieht, kann Gulden nicht sagen, es sei ein Blick in die Glaskugel. Deren umgebender Nebel werde sich so um das Jahr 2025 lichten und man werde dann sehen, wohin die Reise gehe.
Peter-Stefan Greiner
