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Katrin Göring-Eckardt zu Gast bei Schachtbau

Probleme offen angesprochen

Mittwoch, 02. Oktober 2019, 19:00 Uhr
Sie sind eigentlich schon Routine, die Besuche von Politikern in Unternehmen, auch in der Nordhäuser Region. Heute machte sich Katrin Göhring-Eckardt (Bündnis 90/Grüne) auf die Reise in den Industrieweg nach Nordhausen…

Besuch bei Schachtbau (Foto: nnz) Besuch bei Schachtbau (Foto: nnz) Mehrere Themen offen angesprochen: Katrin Göring-Eckardt und Michael Seifert (2. von rechts)

Dort befindet sich seit Jahrzehnten das Firmengelände der Schachtbau Nordhausen GmbH und dessen Geschäftsführer Michael Seifert ist „so nebenher“ auch noch Präsident des Verbands für Bergbau, Geologie und Umwelt. Und diese Konstellation machte diesen Termin mehr als interessant: Für den Südharz. Es ging - wenn auch nur kurz - um die Folgen des Kohleausstiegs.

Nachdem Seifert die aktuelle Unternehmensstruktur vorgestellt und erläutert hatte, kam die Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag zu einem ersten Themenschwerpunkt, der auch die Schachtbauer bewegt, die Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand: Der Bund stellt genügend Geld für Infrastrukturprojekte zur Verfügung, „verkauft“ mit einem Aufschlag von drei Prozent die Planung der Projekte an die Länder. Denen allerdings fehle dafür das Personal. Und so könnte Schachtbau mehr leisten und mehr verdienen, als das aktuell der Fall sei, erläuterte Seifert.

Ein weiteres Thema waren die Auswirkungen der aktuellen Bildungspolitik. Fast 80 Azubis sind im Unternehmen beschäftigt, deren Niveau sei immer weiter nach unten gegangen, waren sich Michael Seifert und sein Geschäftsführerkollege André Ponndorf einig. Beide sehen darin das Abbild gesellschaftlicher Probleme. So verschwinde nach und nach die Respektsperson des Lehrers, statt dessen werden immer mehr Sozialarbeiter für Schulen eingestellt. Die Folge dieser Bildungspolitik werden damit aus den Schulen in die Unternehmen delegiert, die allerdings können weder Ersatz für Schule noch für Elternhäuser sein.

Kurz diskutiert wurde in der Runde problembeladene Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle. Dabei verwies Michael Seifert auf das Vorbild in der Schweiz. Die Eidgenossen haben sich entschieden, ein Endlager einzurichten, dass nicht für immer verschlossen wird, sondern – sollte es in den nächsten Jahren und Jahrzehnten neue Technologien für den "Umgang" mit diesem Material geben – wieder geöffnet werden kann, um die Lagerung noch sicherer zu gestalten.

Während des anschließenden Rundgang konnte der Schachtbau-Geschäftsführer die Problematik des Braunkohleausstiegs und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Südharzer Gipsindustrie leider nur kurz ansprechen. Katrin Göhring-Eckardt sagte zu, dieses Thema bei einem weiteren Gespräch eingehend zu vertiefen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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