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ANIKA GRUNER, SPD-KANDIDATIN FÜR DEN LANDTAG:

„Einsatz für meine geliebte Heimatstadt“

Sonntag, 20. Oktober 2019, 16:00 Uhr
An der Stirnwand im SPD-Büro Markt 6 hängen Bilder mit dem Konterfei einstiger Größen der Sozialdemokratie: Willy Brandt, Helmut Schmidt, Herbert Wehner. Von ihren einst eingefahrenen Quoten können die Sozialdemokraten heute nur noch träumen. Aber sie wollen wieder in den Aufwind. Anika Gruner, die für den Landtag kandidiert, will ihr Bestes dafür tun. Kurt Frank sprach mit ihr und drehte auch ein Video.

Anika Gruner (Foto: SPD) Anika Gruner (Foto: SPD)

Weshalb wollen Sie in die höhere Politik?

Anika Gruner:
Politisch bin ich seit vielen Jahren aktiv, seit 2014 Mitglied des Nordhäusers Kreistags und seit 2017 Kreisvorsitzende der SPD im Landkreis. Dieses Engagement möchte ich gern auf Landesebene erweitern und mich für meine geliebte Heimatstadt einsetzen, für die Belange der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt und für die Menschen im Landkreis.

Warum sollte man die SPD wählen?

Anika Gruner:
Die SPD hat in der jetzigen Regierung eine gute Arbeit geleistet. Viele Projekte sind umgesetzt worden. Auf den Südharz bezogen, sind in den letzten fünf Jahren große Summen nach Nordhausen und in den Landkreis geflossen. Unter anderem konnten davon das Theater und Wacker Nordhausen profitieren. Zusammen mit Dagmar Becker, Landtagsabgeordnete, und unserem Landrat Matthias Jendricke ist es geschafft worden, dass Nordhausen als Motor Nordthüringens einen festen Platz in den Köpfen der Menschen in Erfurt bekommen hat. Hier möchte ich gern anknüpfen.

Gegenwärtig liegt die Sozialdemokratie in der Wählergunst bei 10 Prozent in Thüringen. Macht Sie das nicht traurig?

Anika Gruner:
Die Umfragewerte stimmen mich traurig und nachdenklich. Oftmals denken wir zu kurz in der Partei, nicht für die Gesellschaft. Das muss dringend korrigiert und geändert werden. Unsere Ideen werden nicht konsequent umgesetzt, zu viele Kompromisse gemacht.

Anika Gruner will in den Landtag
Wie könnte Ihre Partei wieder an Aufwind gewinnen und mit welchen Ideen wollen Sie dazu beitragen?

Anika Gruner:
Wir müssen besser Politik für die Bürgerinnen und Bürger machen, ihre Ideen und Vorschläge besser umsetzen und gemeinsam mit ihnen Lösungen und Ergebnisse erarbeiten. In der Theorie sind wir stark, in der Praxis müssen wir unser Programm wirkungsvoll mit Leben erfüllen. Ich möchte mich insbesondere einsetzen für einen starken ländlichen Raum, einen verbesserten ÖPNV, für gesundes und kostenloses Mittagessen in Kindergärten und Schulen.

Wünschen Sie sich eine Fortsetzung der Regierungskoalition von Rot-Rot-Grün in Thüringen?

Anika Gruner:
Ja. Ich würde mich über eine Fortsetzung der jetzigen Regierung freuen und diese gern aktiv unterstützen und werbe um ihre Erststimme.

Manche Sozialdemokraten sehen die SPD als Steigbügelhalter der CDU, worin sie unter anderem einen Grund für die schlechten Umfragewerte sehen und einen Ausstieg aus der Großen Koalition befürworten. Wie sehen Sie es?

Anika Gruner:
Die SPD ist kein Steigbügelhalter der CDU. Wir haben uns als Partei nach der letzten Bundestagswahl wieder in die Pflicht nehmen lassen, obwohl unser Wahlergebnis eigentlich in die Opposition führen sollte. Persönlich würde ich aber einen Ausstieg aus der Groko befürworten, aber das habe ich nicht zu entscheiden.

Möchten Sie, wie von den Grünen angedacht, auch Windräder im Wald installieren?

Anika Gruner:
Ja, ich würde das unterstützen. Die Energiewende ist ohne weiteres Wachstum des Stromaufkommens aus Windenergie nicht zu realisieren. Andererseits sind die Windvorrangflächen endlich. Zu Recht wehren sich Bürgerinnen und Bürger, dass Windräder zu nah an Wohngebieten errichtet werden sollen. Deshalb sind geeignete und sinnvoll genutzte Flächen im Wald für mich eine Alternative. Allerdings muss auch gesagt werden, dass unter Rot-Rot-Grün kein einziges neues Windrad im Wald installiert worden ist.

Was ist Ihr persönlicher Wunsch?

Anika Gruner:
Zuallererst Gesundheit für meine Familie und Freunde. Bezug nehmend auf die Wahl ein gutes Ergebnis für die SPD und für mich.
Das Gespräch führte Kurt Frank
Autor: red

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