Wie weiter an der Parkallee?
Die GmbH ist zahlungsunfähig, der Verein kann leben!
Mittwoch, 04. Dezember 2019, 15:31 Uhr
Da genügte in den zurückliegenden Tagen schon ein flüchtiger Blick in die zugänglichen Unterlagen, um festzustellen: Die Spielbetriebs GmbH ist zahlungsunfähig. Und das sind die Konsequenzen…
Bleiben an Bord: Tino Berbig und Matthias Peßolat (Foto: Bernd Peter)
Vornweg nur einige Zahlen: Mittlerweile sind nach Informationen der nnz rund 350.000 Euro an kurzfristigen Verbindlichkeiten aufgelaufen. Das sind zumeist nicht bezahlte Rechnungen von Lieferanten und Dienstleistern. Überfällig sind weiterhin mindestens zwei Monatsgehälter für die mittlerweile mehr als 30 Mitarbeiter der GmbH, vorwiegend Spieler des Regionalliga- aber auch des Oberligakaders. Hier könnten die Forderungen nach Schätzung von Fachleuten bis zu einer halben Million Euro angewachsen sein.
Hinzukommen sollen Forderungen von zum größten Teil privaten Gläubigern in Höhe von knapp drei Millionen Euro. Fachleute schätzen das aktuelle Bilanzergebnis der GmbH auf ein Minus von mehr als 11 Millionen Euro, wobei in dieser Summe auch gewährte Darlehen enthalten sein können, über deren Konditionen noch nichts bekannt ist. Auf den Verein selbst, der alleiniger Gesellschafter der GmbH ist, würden im Zuge des Insolvenzverfahren Forderungen in Höhe von 25.000 Euro zukommen, die als Stammeinlage ausgewiesen sind. Haftbar sind hierfür die Mitglieder des Vereinsvorstandes.
Bis zuletzt soll Noch-Präsident und GmbH-Geschäftsführer Nico Kleofas Gespräche mit einem sogenannten stillen Investor geführt haben, von rund 1,5 Millionen Euro Zuschuss sei die Rede gewesen. Für Junker und dessen Präsidiumskollegen habe sich dieser Rettungsanker als nicht realistisch erwiesen. Und so haben sie Geschäftsführer Kleofas aufgefordert, den Antrag auf Insolvenz zu stellen. Entsprechend "bedeppert" haben heute Vormittag die Spieler und das Funktionsteam reagiert, als Junker und Uwe Rollfinke im AKS am Vormittag Klartext redeten.
Doch Hans-Joachim Junker will den Kopf nicht in den sprichwörtlichen Sand stecken. Gegenüber der nnz sagte er, dass der Kader auf jeden Fall abgespeckt werden müsse, "wir werden Gespräche mit den Spielern führen, die bereit sind, für weniger Gehalt als bislang zu spielen. Auflauf- oder Siegprämien sind erst einmal in weiteste Ferne gerückt." Man hoffe, dass auch die Spieler mit offenen Karten spielen und kund tun, ob sie sich sportlich verändern wollen.
Denn planen werden Junker und Co. auf jeden Fall. Sie gehen davon aus, dass am Wochenende eine Mannschaft in Leipzig gegen Chemie auflaufen werde. Darüber hinaus gelte es jetzt, den Verein am Leben zu erhalten. "Ich bin optimistisch, dass wir dazu auch ein Budget auf die Beine stellen können. Signale von ehemaligen Sponsoren gibt es, sich wieder in den Verein einzubringen", sagt Junker im Gespräch mit der nnz.
Auf einer Mitgliederversammlung Anfang nächsten Jahres soll ein neues Präsidium gewählt werden. Schon jetzt aber sei versichert, dass dieses neue Team ein stärkeres Augenmerk auf den Nachwuchs legen wird, denn letztlich gibt es für den Verein auch eine soziale Verantwortung gegenüber den 250 Kindern und Jugendlichen, die bei Wacker trainieren. Dazu ist jedoch eine breite Unterstützung gefragt, nicht nur von den Eltern und Sponsoren, sondern auch von der kommunalen Politik. Erste Signale dahingehend soll es nach nnz-Informationen bereits von Landrat Matthias Jendricke geben.
Fazit: Die Spielbetriebs GmbH wird das nächste Jahr höchstwahrscheinlich nicht überleben, der Verein hingegen sollte es auf jeden Fall.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Bleiben an Bord: Tino Berbig und Matthias Peßolat (Foto: Bernd Peter)
Vornweg nur einige Zahlen: Mittlerweile sind nach Informationen der nnz rund 350.000 Euro an kurzfristigen Verbindlichkeiten aufgelaufen. Das sind zumeist nicht bezahlte Rechnungen von Lieferanten und Dienstleistern. Überfällig sind weiterhin mindestens zwei Monatsgehälter für die mittlerweile mehr als 30 Mitarbeiter der GmbH, vorwiegend Spieler des Regionalliga- aber auch des Oberligakaders. Hier könnten die Forderungen nach Schätzung von Fachleuten bis zu einer halben Million Euro angewachsen sein.
Hinzukommen sollen Forderungen von zum größten Teil privaten Gläubigern in Höhe von knapp drei Millionen Euro. Fachleute schätzen das aktuelle Bilanzergebnis der GmbH auf ein Minus von mehr als 11 Millionen Euro, wobei in dieser Summe auch gewährte Darlehen enthalten sein können, über deren Konditionen noch nichts bekannt ist. Auf den Verein selbst, der alleiniger Gesellschafter der GmbH ist, würden im Zuge des Insolvenzverfahren Forderungen in Höhe von 25.000 Euro zukommen, die als Stammeinlage ausgewiesen sind. Haftbar sind hierfür die Mitglieder des Vereinsvorstandes.
Bis zuletzt soll Noch-Präsident und GmbH-Geschäftsführer Nico Kleofas Gespräche mit einem sogenannten stillen Investor geführt haben, von rund 1,5 Millionen Euro Zuschuss sei die Rede gewesen. Für Junker und dessen Präsidiumskollegen habe sich dieser Rettungsanker als nicht realistisch erwiesen. Und so haben sie Geschäftsführer Kleofas aufgefordert, den Antrag auf Insolvenz zu stellen. Entsprechend "bedeppert" haben heute Vormittag die Spieler und das Funktionsteam reagiert, als Junker und Uwe Rollfinke im AKS am Vormittag Klartext redeten.
Doch Hans-Joachim Junker will den Kopf nicht in den sprichwörtlichen Sand stecken. Gegenüber der nnz sagte er, dass der Kader auf jeden Fall abgespeckt werden müsse, "wir werden Gespräche mit den Spielern führen, die bereit sind, für weniger Gehalt als bislang zu spielen. Auflauf- oder Siegprämien sind erst einmal in weiteste Ferne gerückt." Man hoffe, dass auch die Spieler mit offenen Karten spielen und kund tun, ob sie sich sportlich verändern wollen.
Denn planen werden Junker und Co. auf jeden Fall. Sie gehen davon aus, dass am Wochenende eine Mannschaft in Leipzig gegen Chemie auflaufen werde. Darüber hinaus gelte es jetzt, den Verein am Leben zu erhalten. "Ich bin optimistisch, dass wir dazu auch ein Budget auf die Beine stellen können. Signale von ehemaligen Sponsoren gibt es, sich wieder in den Verein einzubringen", sagt Junker im Gespräch mit der nnz.
Auf einer Mitgliederversammlung Anfang nächsten Jahres soll ein neues Präsidium gewählt werden. Schon jetzt aber sei versichert, dass dieses neue Team ein stärkeres Augenmerk auf den Nachwuchs legen wird, denn letztlich gibt es für den Verein auch eine soziale Verantwortung gegenüber den 250 Kindern und Jugendlichen, die bei Wacker trainieren. Dazu ist jedoch eine breite Unterstützung gefragt, nicht nur von den Eltern und Sponsoren, sondern auch von der kommunalen Politik. Erste Signale dahingehend soll es nach nnz-Informationen bereits von Landrat Matthias Jendricke geben.
Fazit: Die Spielbetriebs GmbH wird das nächste Jahr höchstwahrscheinlich nicht überleben, der Verein hingegen sollte es auf jeden Fall.
Peter-Stefan Greiner
