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Keyless-Systeme im ADAC Test

Mehr als 350 andere Fahrzeuge mühelos geknackt

Sonntag, 28. Juni 2020, 07:00 Uhr
Der VW Golf 8 ist das erste Fahrzeug der Kompaktklasse, dessen Keyless-System sich nicht mit einer einfachen Funkverlängerung knacken lässt. Darauf weist der ADAC hin...

Das System im neuen Golf basiert auf der sogenannten Ultra-Wide-Band-Technik (UWB), die bereits bei Jaguar und Land Rover im Einsatz ist. Auch diese Fahrzeuge aus der Ober- und Luxusklasse hatte der Club mit einer selbstgebauten Funkverlängerung nicht öffnen und nicht damit wegfahren können. Mehr als 350 andere Modelle verschiedener Hersteller ließen sich jedoch austricksen und so sehr leicht stehlen.

Die UWB-Technik sorgt dafür, dass das Fahrzeug die tatsächliche Entfernung zum Autoschlüssel erkennt. So öffnet sich das Auto nur, wenn der Schlüssel wirklich in unmittelbarer Nähe ist. Wird die Funkverbindung einfach nur „verlängert“, bleibt das Fahrzeug zu.

Bei Keyless-Systemen ohne UWB-Technik lässt sich das Signal hingegen problemlos bis zu einem Kilometer verlängern und das Fahrzeug entriegeln und starten - unabhängig davon, ob sich der Originalschlüssel beispielsweise im Haus oder der Jackentasche des Besitzers befindet. Die Funkverlängerung lässt sich mit geringem Materialaufwand selbst bauen.

Der ADAC rät Mitgliedern zu erhöhter Wachsamkeit bei der Aufbewahrung des Schlüssels. Der Club sieht die Autohersteller in der Pflicht, die gesamte Fahrzeugelektronik ebenso systematisch abzusichern, wie dies in anderen IT-Bereichen längst Standard ist. Für Besitzer betroffener Fahrzeuge sollte es zudem rasch Abhilfe durch entsprechende Nachrüstungen geben.

Die Liste aller über 360 untersuchten Fahrzeuge finden Sie auf www.adac.de/keyless
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