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Berlin im NOvember 2020

Nordhäuser waren bei Demo

Donnerstag, 19. November 2020, 15:54 Uhr
Mehrere Nordhäuser waren gestern ebenfalls in Berlin, um gegen die Beschlussfassung des dritten Bundesinfektionsschutzgesetzes zu demonstrieren. Sie schickten der nnz ihre Eindrücke in Wort und Bild...

Demo in Berlin (Foto: privat)
"Das war meine zweite Demo seit 1989. In der damaligen DDR bin ich zusammen mit vielen anderen DDR Bürgern für Demokratie und Freiheit auf die Strasse gegangen. Die Demos hatte ich in unserer damaligen Bezirkshauptstadt besucht. Sie liefen friedlich und ohne großes Einschreiten der damaligen Volkspolizei ab.

Was ich gestern in Berlin erlebt hab, hätte ich mir in meinen wildesten Träumen nicht vorstellen können. Auch hier versammelten sich Menschen unterschiedlichster Schichten und Altersgruppen und Nationalitäten. Ich selbst sprach mit Mitarbeitern aus Medizinberufen, Selbständigen, Bankern und Angestellten. Alle hatten Angst vor Demokratieverlusten, Zwangsimpfungen und langsame Etablierung einer (Hygiene)Diktatur.

Eindrücke können sie den Filmen entnehmen. Aus diesen Gründen nahmen sie und auch ich das Recht wahr, dagegen friedlich zu demonstrieren. Gegen 11.30 wurde über Lautsprecher bekannt gegeben, dass die Versammlung aufzulösen sei, da man sich nicht an die AHA Regeln halten würde. Gegen 11.25 fuhren zwei Wasserwerfer vor und Polizeihunde wurden in Richtung der Demo positioniert. Dann wurde mehrmals darauf hingewiesen, dass die Versammlung aufzulösen sei.

Zwischen 12.00 und 13.00 wurde ohne erkennbaren Grund (wir standen sehr nah am Geschehen, bzw. mittendrin), die Wasserwerfer aktiviert und rückten gegen die Menschenmassen vor. Gleichzeitig ging die Polizei mit, von mir noch nie wahrgenommener Härte gegen die Demonstranten vor. Die Polizei trat nach Demonstranten, riss und schubste Frauen, Männer, Alte und Junge. Ganz egal wer da stand. Es wurde Pfefferspray und Tränengas eingesetzt, nur um Leute zurück zu drängen.

Nach diesem Einsatz der Polizei war auch die Stimmung bei einigen Demonstranten aggressiv und man hatte das Gespür, da waren ein paar wenige Aufwiegler dabei. Das waren aber wirklich nur sehr wenige. Die meisten skandierten: Wir sind friedlich was seid ihr!

Ich empfehle jedem, der denkt, dass sich dort nur rechte Spinner aufhalten, dort mal hinzufahren, mit den Leuten reden und sich ein eigenes Bild machen. Denn was in den meisten Medien berichtet wird, ist nicht das, was man selbst dort erlebt. Dies haben wir auf der Heimfahrt feststellen müssen, als wir Berichte über diese Demo und die Teilnehmer hörten. Wir waren dort und hatten ganz andere Situationen erlebt, wie der Reporter von ntv berichtete."

Der Name des Verfassers ist der Redaktion bekannt, er möchte ihn jedoch nicht erwähnt wissen, da er sonst berufliche Nachteile befürchtet.

Demo in Berlin
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