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Landrat und Kandidaten müssen in Quarantäne

Donnerstag, 29. April 2021, 13:30 Uhr
Die Podiumsdiskussion zur Landratswahl aus der vergangenen Woche hat ungeahnte Konsequenzen: die drei Landratskandidaten und der Moderator müssen in Quarantäne. Das und mehr im Corona-Wochenrückblicků

Quarantäne für Landratskandidaten nach Podiumsdiskussion im Clubhaus (Foto: agl) Quarantäne für Landratskandidaten nach Podiumsdiskussion im Clubhaus (Foto: agl)

Es war eine kleine, überschaubare Runde, die sich vergangene Woche im Jugendclubhaus versammelte: die drei Kandidaten, der Moderator, zwei Techniker, ein paar der Organisatoren, zwei Vertreter des Kinder- und Jugendparlaments, das Presseteam des Landratsamtes und ein Journalist. Jeder mit eigenem Sitzplatz und ausreichend Abstand, jeder mit Maske. Jedenfalls bis die online ausgestrahle Debatte begann. Da nahm man auf der Bühne die Maske ab.

Seit gestern ist nun klar: eine Personen im Raum war am vergangenen Mittwoch mit dem Corona-Virus infiziert. Für die meisten der Anwesenden sollte das kein größeres Problem darstellen, man trug schließlich durchgängig FFP2, der Raum ist groß, der Abstand war gewährleistet. Eine Woche „Gesundheitsmonitoring“ verordnet das Gesundheitsamt unserem anwesenden Reporter - zwei mal am Tag Fieber messen und auf die Entwicklung etwaiger Symptome achten. Für die vier auf der Bühne liegt die Sache freilich anders. Nach gut zwei Stunden mit Abstand aber ohne Maske müssen der inzwischen wiedergewählte Landrat Jendricke, seine beiden Kontrahenten und Moderator Thomas Müller in Quarantäne.

"Da gab es gar keine Diskussionen, so sind die Vorschriften. Ich sitze jetzt mit drei Telefonen bewaffnet zu Hause und versuche den Überblick zu behalten. Die Termine die nur unter persönlicher Beteiligung möglich gewesen wären haben wir abgesagt, alles andere geht online, da ist man inzwischen ja gut geübt", sagt Jendricke. Die Kontaktsituation ist eine Woche her, ein erster Schnelltest sei im Ergebnis negativ gewesen und er fühle sich gut, erzählt der Landrat. Nun heißt es auch für ihn: zu Hause bleiben und abwarten.

Die Lage im Überblick
Das Quartett reiht sich diese Woche ein: insgesamt 1020 Nordhäuserinnen und Nordhäuser befinden sich zur Zeit in Quarantäne. 41 Einwohner des Kreises werden stationär behandelt, 14 davon liegen auf der Intensivstation.

In den vergangenen sieben Tagen wurden 137 Neuinfektionen registriert, in der Vorwoche waren es 129. Der Inzidenzwert liegt damit erstmals über der Marke von 150. Bleibt der Wert auch morgen und über der Marke ist das „Click and Meet“ - Prozedere, also der Einkauf nach vorheriger Terminvereinbarung mit negativen Test, erst einmal vom Tisch. Sollte der Fall eintreten, wären Einkäufe dann nur noch mit Bestellung und Abholung (Click and Collect) möglich. Der Lebensmittelhandel ist von dieser Regelung nicht betroffen. Auswirkungen auf den Schulbetrieb hat der Wert noch nicht, das wäre erst ab einer Inzidenz von über 165 an drei aufeinanderfolgenden Tagen der Fall.

Schulen und Kindergärten weiter stark betroffen
Für den Moment befinden sich die Schulen und Kindergärten des Kreises noch im „Wechselbetrieb“ unter Phase „Gelb“. Folgende Schulen und Kindergärten sind laut Thüringer Bildungsministerium aktuell betroffen:

EinrichtungInfektionenQuarantäne
Grundschule Niedersalza1mehrere Personen
Grundschule „Am Lohholz“ Sollstedt1mehrere Personen
Petersbergschulemehreremehrere Personen
Regelschule Ellrich1mehrere Personen
Regelschule Löwentor Bleicherode1mehrere Personen
Regelschule Heringenmehreremehrere Personen
Berufsschulzentrum NDH1mehrere Personen
pro vita Akademiemehreremehrere Personen
Ökum. Kindergarten1mehrere Personen
Kita Brummkreisel NDH1mehrere Personen
Kinderkrippe Zwergenschlösschen NDH1mehrere Personen
Kita Tierhäuschen NDHmehreremehrere Personen
Kita Domschlösschen1mehrere Personen
Kita Kleine Strolche1mehrere Personen
Kita Sonnenhof Ellrichmehreremehrere Personen
Kita Wipperbären Sollstedtmehreremehrere Personen



Nachfrage nach Schnelltests zieht wieder an
In der vergangenen Woche wurden in den Testzentren des Landkreises insgesamt 3.525 Tests durchgeführt, von denen 18 zu positiven Befunden führten. Allein am Samstag waren es 824, Grund hierfür dürften aber die Landratswahlen gewesen sein, da sich auch Wahlhelfer testen lassen konnten.

Für die laufende Woche zeigt sich ein deutlicher Trend nach oben, mit insgesamt 4.179 durchgeführten Schnelltests zwischen Montag und Mittwoch ist die Nachfrage deutlich gestiegen. Bisher haben sich daraus 11 positive Befunde ergeben. Wer sich am kommenden Samstag testen lassen will kann dies nur in der Zorgestraße nach vorheriger Terminvereinbarung tun, durch den Maifeiertag sind alle anderen Testzentren geschlossen. Eine Übersicht zu den Testmöglichkeiten im Kreis gibt es hier
Angelo Glashagel
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