nnz-online
Schockierendes Foto zeigt ausgemergeltes Tier:

Verhungert in Nordhausen ein Hund?

Montag, 03. Mai 2021, 16:30 Uhr
Wie der nnz berichtet wurde, bemühen sich seit einiger Zeit engagierte Tierschützer um eine Hündin, die offensichtlich einen gequälten und ausgehungerten Eindruck auf die Beobachter macht. Der Hundehalter übermittelt uns eine ganz andere Version der Geschichte …

Wird in Nordhausen ein Hund wissentlich misshandelt (Foto: kalhh auf Pixabay ) Wird in Nordhausen ein Hund wissentlich misshandelt (Foto: kalhh auf Pixabay )

Gestern Abend waren Mitarbeiter des Tierheims in Begleitung von Polizisten beim Besitzer der Hündin, um ihn zur Rede zu stellen, mussten aber unverrichteter Dinge wieder gehen, weil ihnen die Tür nicht geöffnet wurde.

Nach unseren Informationen ist das Veterinäramt des Landkreises über den Vorgang informiert und mit Fotos des Tieres vertraut. Gestern gab es auch einen Anruf des Amtes beim Halter der Hündin, der jedoch vom Angerufenen abgebrochen wurde. Der meldete sich heute Morgen aufgrund unserer Veröffentlichung per email bei der nnz und erläuterte seine Version des Falles. Danach hat die Hündin momentan Probleme wegen der Trennung des Mannes von seiner Partnerin. „Sie hat täglich Futter und Wasser stehen! Wir gehen täglich raus. Sie bekommt mittlerweile auch Rinderfett (Nahrungsergänzung). Aber Fressen in sie reinstopfen kann ich auch nicht“, schreibt er uns.

Die nnz hat eine Anfrage an das Veterinäramt gestellt und wird die Antwort hier umgehend veröffentlichen, was durch den heutigen Feiertag und das Wochenende allerdings einige Tage dauern kann.

Im Umfeld des Nordhäuser Tierheims befürchten die Tierfreunde, dass die Hündin die nächsten Tage nicht überleben und stattdessen verhungern oder verdursten könnte. „Viele Menschen machen sich seit Monaten Sorgen um die Hündin und haben das Tierheim und Veterinäramt mehrfach informiert und um Hilfe gebeten“, sagten sie der nnz. Hinter verschlossenen Türen müsse diese Hündin offenbar Hunger und Durst leiden und wäre dem Tod augenscheinlich näher als dem Leben, behaupten die Tierschützer. Ihr Hilferuf richtet sich jetzt an das Veterinäramt, das trotz ausführlicher Informationen zu diesem Fall bisher nicht aktiv geworden sei. Vom gestrigen Anruf beim Hundehalter konnten die Tierfreunde natürlich nichts wissen.

„Wie kann so etwas sein? Muss diese Hündin erst grausam sterben, bevor die Einsicht zum Handeln gegeben ist?“, fragen sie und hoffen, durch eine Veröffentlichung in der nnz mehr Aufmerksamkeit für das ihrer Meinung nach gequälte Tier zu erreichen und es vielleicht noch retten zu können.
Olaf Schulze

Update 3. Mai, 16.30 Uhr
Seit Freitagnachmittag ist der vorliegende Sachverhalt dem Veterinäramt bekannt, das in Rede stehende einzelne Bild liegt seitdem vor. Das Veterinäramt hat bereits unverzüglich am Freitag Kontakt mit dem Halter aufgenommen, bei dieser Kontaktaufnahme wurde der Halter aufgefordert, den Hund unverzüglich einem Tierarzt vorzustellen. Dieser Auflage ist der Hundehalter bereits nachgekommen.

Der Hund ist jetzt in tierärztlicher Behandlung. In dieser Woche wird eine Kontrolle vor Ort durch das Veterinäramt erfolgen.
Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2021 nnz-online.de