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Population vor dem Aussterben bewahrt

Stark bedrohtes Auerhuhn ausgewildert

Freitag, 10. September 2021, 09:00 Uhr
Forststaatssekretär Torsten Weil entließ am gestrigen Donnerstag mehrere junge Auerhühner am Langen Berg bei Gehren in die Freiheit und schließt damit die diesjährige Auswilderungsaktion der Landesforstanstalt ab...

Imposanter Auerhahn- Gestern wurden junge Hähne und Hennen bei Gehren ausgewildert (Foto: Sebastian Hey) Imposanter Auerhahn- Gestern wurden junge Hähne und Hennen bei Gehren ausgewildert (Foto: Sebastian Hey)


Insgesamt wurden damit in diesem Jahr 38 Jungvögel im Bereich der Forstämter Neuhaus und Gehren der Natur übergeben. Sie stammen alle aus der eigenen ThüringenForst Aufzuchtstation in Langenschade bei Rudolstadt.

In Anwesenheit von Vertretern der Landesforstanstalt sowie amtlicher und ehrenamtlicher Jagd- und Naturschutzorganisationen stellte Staatssekretär Torsten Weil fest: „Mit der Auswilderung von Auerhühnern und gezielten forstlichen Maßnahmen zur Lebensraumgestaltung leisten wir unseren Beitrag zum Schutz dieser in Thüringen seltenen und nach wie vor stark bedrohten Art. Das Engagement unserer Landesforstanstalt ist vorbildlich. Ich hoffe, dass die Auerwildpopulation im Freistaat nachhaltig wachsen wird und die Anstrengungen der letzten Jahre weiter Früchte tragen“. Noch in den 1970er Jahren wurden über 300 Tiere im Thüringer Schiefergebirge gezählt. 2010 stand das Auerhuhn im Freistaat vor dem Aussterben. Ursächlich waren Lebensraumverluste, Schadstoffeinträge und überhöhte Wildbestände, insbesondere bei Rotwild, Schwarzwild, Füchsen und Waschbären.
 
Erfreuliches Brutgeschehen in der forsteigenen Aufzuchtstation
Zur Stützung des freilebenden Bestandes werden sowohl mittelschwedische Wildtiere wie auch eigene Aufzuchttiere eingesetzt. Schweden verfügt über ausreichend starke Auerhuhn-Bestände, die Auswilderung dort gefangener, genetisch vielfältiger Tiere, hat sich im Freistaat bewährt. Der größte Teil der ausgewilderten Waldvögel stammt jedoch aus der ThüringenForst-eigenen Aufzuchtstation Langenschade, bundesweit die Einzige dieser Art. „Das Brutgeschehen war 2021, trotz des gleichermaßen verregneten wie milden Witterungsverlaufs, erfreulich. Fünf Hennen führten Gesperre.“ erläutert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die Verwendung von Netzen zur Abschattung der Gehege, ein bewusst reduzierter Kontakt zu Menschen und einer wildbiologisch hochwertigen Ernährung haben sich positiv auf die Gesundheit der Vögel ausgewirkt. Der im Frühjahr 2021 geplante „Schwedenfang“ musste pandemiebedingt leider ausfallen.
 
Neues Auswilderungskonzept „Born to be free“ über Jahre optimiert
Hoffnung macht den Experten der mehrfach gesicherte Nachweis von Gesperren in der freien Natur. „Offensichtlich sind mancherorts die Lebensraumbedingungen nunmehr so artgerecht, dass die ausgewilderten Tiere erfolgreich für die eigene Reproduktion sorgen können“, so Gebhardt abschließend. Seit 2015 setzen Thüringens Förster die in Polen erprobte Auswilderungsmethodik „Born to be free“ um. Die Jungvögel werden hierbei im Verband mit der Mutterhenne schrittweise in speziellen Auswilderungsvolieren in die Freiheit entlassen. Die Überlebensfähigkeit der Jungvögel kann so nachweislich gesteigert werden.
 
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