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Theaterpreis für ein Urgestein

Endlich zurück im Großen Haus

Sonnabend, 11. September 2021, 13:09 Uhr
Mit viel Energie und sichtlicher Freude feierte das Nordhäuser Theater gestern Abend endlich wieder im großen Haus. Neben viel Klassik von Tschaikowsky bis Puccini wurde zur Operngala auch der 15. Theaterpreis an ein Urgestein der Nordhäuser Bühne verliehen…

Endlich wieder auf der eigenen Bühne - im Nordhäuser Theater wurde gestern Operngala gefeiert und der Theaterpreis verliehen (Foto: agl) Endlich wieder auf der eigenen Bühne - im Nordhäuser Theater wurde gestern Operngala gefeiert und der Theaterpreis verliehen (Foto: agl)

Das dem Intendanten des Theaters, Daniel Klajner, in den letzten Monaten etwas grundlegendes gefehlt hat, dass konnte man gestern Abend mit jeder Faser spüren.

Der Herr das Hauses hatte anlässlich der ersten, großen Veranstaltung im Theater selber zum Dirigentenstab gegriffen und warf sich mit sichtlicher Inbrunst in den Abend. Auch das Orchester schien erleichtert, schien froh endlich wieder auf der Theaterbühne für das Publikum spielen zu dürfen. „Endlich“ - das Wort habe Sie in den letzten Tagen immer wieder gehört, sagte Barbara Rinke, Vorsitzende des Theaterfördervereins, wenn es um die Operngala gegangen sei. Endlich könne man sich wieder gemeinsam von der Musik anstecken lassen.

Der Intendant griff gestern Abend selber zum Dirigentenstab und führte mit vollem Einsatz durch den Abend (Foto: agl) Der Intendant griff gestern Abend selber zum Dirigentenstab und führte mit vollem Einsatz durch den Abend (Foto: agl) Gegeben wurde eine Tour de Force durch die romantischen Klassiker der Opernliteratur - Tschaikowsky mit „Johanna von Orléans“ und „Eugen Onegin“, Saint-Saens mit mehrere Stücken aus „Samson et Dalila“, drei mal Verdi mit „Nabucco“, „Macbeth“ und „Il Trovatore“ dazu musikalische Leckerbissen aus den Werken von Giordano, Ponchielli, Cilea und Puccini. Stimmgewaltig begleitet wurde das Orchester dabei von Maria Riccarda Wesseling. Die musikalische Auswahl drehte sich um Frauenschicksale, die zwar, wie so oft in der Oper, vor Romantik und Liebe geradezu übergehen in der Regel aber tragisch bis grausam enden.

Für gute vierzig Bühnenjahre auf den Nordhäuser Brettern wurde gestern Abend Brigitte Roth mit dem Theaterpreis geehrt (Foto: agl) Für gute vierzig Bühnenjahre auf den Nordhäuser Brettern wurde gestern Abend Brigitte Roth mit dem Theaterpreis geehrt (Foto: agl)


Weder das eine noch das andere hatte das Schicksal gestern Abend für Brigitte Roth vorgesehen. Gute vierzig ihrer Bühnenjahre hat sie auf den Brettern des Nordhäuser Hauses verbracht, ein Urgestein wie es im Buche steht. Die Liste ihrer großen und kleinen, dramatischen, komödiantischen und romantischen Rollen ist lang. So lang, dass Thomas Kohl die Vitae der Kollegin, vom allerersten Auftritt im Bikini bis zur Sophie im „Rosenkavalier“, in Liedform zum Besten gab.

Die so geehrte zeigte sich „völlig überrumpelt“. Ihr Dank gelte vor allem dem Publikum, dem sie „so viele Jahre dienen durfte und auch noch ein paar Jahre dienen wird“. Ein „Amalgan“, ein „Kitt aus Herzlichkeit und Verbindlichkeit“ sei „Biggi“ für das ganze Haus, meinte Intendant Klajner. Die Lobpreisung der Sopranistin kam nicht von ungefähr - für ihr jahrelanges Engagement wurde „Biggi“ Roth gestern Abend mit dem Theaterpreis ausgezeichnet. Endlich, möchte man meinen.
Angelo Glashagel
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