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Die Corona-Ampel steht wieder auf Gelb

Warnstufe 1

Donnerstag, 07. Oktober 2021, 14:50 Uhr
Seit heute befindet sich der bis dato „grüne“ Landkreis Nordhausen in der Corona-Farbenlehre wieder im gelben Bereich. Den Schritt über die Schwelle hat man allerdings der Entwicklung im Rest des Freistaates zu verdankenů

Symbolbild (Foto: Didgeman/pixabay.com) Symbolbild (Foto: Didgeman/pixabay.com)


Thüringen hat sich über den Sommer von der 7-Tage-Inzidenz als wichtigster und einziger Parameter der Pandemie verabschiedet. Stattdessen verfährt man inzwischen nach einem dreistufigen „Frühwarnsystem“, das sich aus der Inzidenz, der Zahl der Patienten in den Krankenhäusern vor Ort und der Hospitalisierungsrate im gesamten Freistaat zusammensetzt.

Die Schwelle des ersten Indikators, der altbekannten Inzidenz, reißt der Landkreis seit zwei Wochen stetig, aber im Vergleich zum Frühjahr auf bisher niedrigem Niveau. Die Zahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner über eine Woche schwankte in diesen Zeitraum zwischen den Werten 18,2 und 44,9. Überschreitet der Wert die 30er Marke, rutscht man in der Risikobewertung
eine Stufe nach oben.

Seit Ende August gilt in Thüringen ein Mehrstufiges Frühwarnsystem (Foto: Tmasgff) Seit Ende August gilt in Thüringen ein Mehrstufiges Frühwarnsystem (Foto: Tmasgff)


Auswirkungen hatte das bisher allerdings nicht, denn nach den neuen Landesregeln müssen zwei der drei Werte kritische Schwellenwerte überschreiten um auch insgesamt von „grün“ auf „gelb“ zu gehen. Das ist nun geschehen, Nordhausen ist wieder „gelb“ oder vielmehr in „Warnstufe 1“. Dabei sehen die Werte vor Ort weiterhin passabel aus. Größere Infektionscluster wie man sie aus der Vergangenheit kennt habe man keine registriert, die festgestellten Corona-Fälle gingen im Moment auf Einzelfälle, vor allem in Schulen zurück.

Im Rest des Landes sieht das leider anders aus, hier ist die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen zuletzt wieder angestiegen. Damit haben zwei Indikatoren den „grünen“ Bereich verlassen und der Kreis, wie auch der Rest des Freistaates geht in die Warnstufe 1.

Kommt der Lockdown zurück?
Nein, mit einem baldigen „Lockdown“ ist nicht zu rechnen. Tatsächlich halten sich die Konsequenzen der ersten von drei Warnstufen noch in Grenzen. In Einrichtungen wie Gaststätten, Hotels und Fitnessstudios gilt wieder die „3G“-Regel. Zugang erhalten also nur Genesene, Geimpfte und Getestete Personen. Außerdem werden an den Schulen wieder regelmäßige Corona-Tests angeboten.

Je nach Warnstufe sind unterschiedliche Maßnahmen angedacht (Foto: Tmasgff) Je nach Warnstufe sind unterschiedliche Maßnahmen angedacht (Foto: Tmasgff)


Kontakt- und Teilnehmerbeschränkungen sowie ein erweitertes Testregime würden erst Warnstufe 2, also Phase „Orange“ drohen. Der Schritt zurück wird dann möglich, wenn die kritischen Werte sieben Tage in Folge im grünen Bereich liegen.

Das Gesundheitsamt ist nun dazu verpflichtet zu prüfen ob der Landkreis mit einer eigenen Allgemeinverfügung auf die Lage reagieren sollte, so sieht es die Verordnung vor. Außerdem ist das Amt laut Verordnung "dazu angehalten, verstärkt Vorschläge für niedrigschwellige lmpfangebote unter Berücksichtigung lokaler Infektionsschwerpunkte und der jeweiligen lmpfquote zu unterbreiten". Also viel "soll" wenig "muss". Aus dem Landratsamt ist zu erfahren, dass man die Notwendigkeit einer eigenen Allgemeinverfügung derzeit noch prüfe.

Dass die tatsächlich kommt scheint aber in Anbetracht der vergleichsweise ruhigen Lage in Nordhausen eher unwahrscheinlich zu sein. Wir werden weiter berichten.
Angelo Glashagel
Autor: red

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