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Ampelkoalition soll „Superabschreibungen“ ausweiten

Sonntag, 28. November 2021, 13:21 Uhr
Die Ampelkoalition sollte geplante „Superabschreibungen“ ausweiten und sie nicht auf Investitionen in Klimaschutz und Digitalisierung beschränken. Das fordern ifo Präsident Clemens Fuest sowie Martin Clemens und Jochen Wiegmann von der IHK München und Oberbayern...

„Eine geringere, aber breit ansetzende Investitionsförderung ist einer engeren, aber intensiveren Förderung vorzuziehen“, sagte Fuest am Donnerstag in München. Beschleunigte Abschreibungen seien ein wirksames und sehr attraktives Instrument der Wachstumsförderung. Sie helfen auch, den Kapitalstock zu modernisieren und kosteten den Staat vergleichsweise wenig.

Die Abschreibungen auf Digitalisierung und Klimaschutz zu beschränken, wie von der Ampel geplant, sei nicht zweckmäßig, schreiben Fuest, Clemens und Wiegmann. Es gebe schon andere umweltpolitische Instrumente, die Investitionen in diese Richtung lenkten. Auch könne eine Begrenzung Innovationen hemmen. Sie führe außerdem zu einer unnötigen Verkomplizierung des Steuerrechts. Schließlich gelte es besonders von der Coronakrise betroffene Unternehmen mit geschwächtem Eigenkapital zu fördern.

Eine breite Förderung von Unternehmensinvestitionen durch eine Verkürzung der Abschreibungsdauer auf 40 Prozent des bisherigen Zeitraums bringe anfänglich Steuerausfälle von rund 17 Milliarden Euro, so das Ergebnis einer ifo-Studie. Nach einer Übergangszeit stiegen jedoch Investitionen, Beschäftigung und Löhne deutlich. Langfristig seien sogar Steuermehreinnahmen in Höhe von 8,5 Milliarden Euro pro Jahr zu erwarten. Außerdem sei die Wirtschaftsleistung um 3 Prozent höher als ohne die Reform.
Autor: red

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