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Montagsabend in Nordhausen:

Spaziergang im Regen

Montag, 31. Januar 2022, 20:00 Uhr
Montagsabend in Nordhausen: Kurz nach 18 Uhr füllt sich der Platz am Roland und der nun schon zur Tradition gewordene Spaziergang setzt sich in Bewegung. Wir waren auch heute für Sie dabei...

Spaziergang in Nordhausen (Foto: nnz) Spaziergang in Nordhausen (Foto: nnz)
Es ist schon zu Beginn des Spaziergangs die eine Frage, die auch heute viele Beobachter beschäftigt: Wie viele Menschen waren heute auf der Straße? Der Autor dieser Zeilen verglich die beiden zurückliegenden Spaziergänge mit dem heutigen und orientierte sich an der Zahl, die von der Polizei am 17. Januar offiziell genannt wurde: 1.100.

Nach dessen Einschätzung könnten am Abend bei 2 Grad Celsius und leichtem Nieselregen rund 1.000 Menschen gegen die Einschränkung von Grundrechten oder gegen die drohende Impfpflicht unterwegs gewesen sein. Die Polizei gab die Zahl auf Nachfrage der nnz soeben mit rund 800 an.

Viel wichtiger ist hingegen die Suche nach einem Motiv für die Teilnahme. Die reichten von der strikten Ablehnung der Impfpflicht, über die ungenügende Information zur Pandemie, die willkürliche Zurücknahme der Genesenendauer, die heute vom Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages als vermutlich verfassungswidrig eingestuft wurde, bis hin zum allgemeinen Vertrauensverlust in die Politik in Bund und Ländern, der sich unter der Ampel noch einmal verstärkt habe. Hinzu kam immer mehr der Ärger über die künftigen Abschläge für Strom und Gas, die vielen Haushalten in den zurückliegenden Tagen ins Haus oder in die Wohnung "flatterte".

Eine Frau macht heute ihrem Frust richtig Luft und meinte: "Ich bin heute zum ersten Mal dabei. Und ich bin weder rechts noch Nazi. Ich komme gerade deshalb, weil die Politik diejenigen beschimpft, die friedlich für ihre Rechte und Freiheiten eintreten. Es ist ungeheuerlich, wenn Ramelow die Spaziergänger beschimpft durch seine Aussage, man mache sich mit Rechten gemein, wenn man mitgeht. Soll das Einschüchterung sein? Er erreicht das Gegenteil. Ich bin so wütend. Es ist schlimmer als zu DDR-Zeiten, als man seine Meinung auch nicht mehr frei sagen konnte. Ich bin zweifach geimpft, habe seit der zweiten Impfung erhebliche und anhaltende gesundheitliche Probleme. Dann hatte ich Corona, bin genesen und nun wird einfach mal so die Geltungsdauer auf 3 Monate verkürzt, während der Bundestag bei 6 Monaten bleibt und beispielsweise die Schweiz auf 12 Monate erhöht. So kann man doch die Menschen nicht behandeln. Deshalb bin ich heute hier."
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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