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Kühles Blondes aus Nordhausen

Montag, 26. Juni 2006, 07:18 Uhr
Nordhausen (nnz). Über viele Jahre war es eine hässliche Ruine, das Gelände der ehemaligen Roland-Brauerei am Taschenberg in Nordhausen. Jetzt soll dem Areal neues Leben eingehaucht werden. Auch eine alte Nordhäuser Tradition soll wiederbelebt werden. Die nnz sprach exklusiv mit dem Investor.

Kühles Blondes aus Nordhausen (Foto: nnz) Kühles Blondes aus Nordhausen (Foto: nnz)

Bei einer Grundstücksauktion sind Grundstück und Gebäude der alten Brauerei für 5.000 Euro versteigert worden. Erst war Axel Heck selbst überrascht, bei diesem Gebot den Zuschlag zu erhalten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Heck bereits eine Vision für das 10.000 Quadratmeter große Areal in zentraler Lage. Hier soll wieder Bier gebraut werden, Nordhäuser Bier.

Klar ist für Axel Heck, dass die alten Gebäude komplett abgerissen werden müssen. Die Gewölbekeller hingegen werden erhalten und sollen wieder über die historischen Eingänge von außen verfügen. Dort will der Investor zum Beispiel eine Erlebnisgastronomie unterbringen. Die eigentliche Brauerei soll allerdings nicht nur die Gaststätte mit „Hopfenblütentee“ versorgen, sie soll die Bierszene der Nordhäuser Region bereichern. „Wir wollen am Taschenberg wieder eine regionale Brauerei etablieren, die zuerst den Landkreis Nordhausen und vielleicht auch angrenzende Städte und Gemeinden mit dem Nordhäuser Bier versorgen soll“, beschreibt Heck gegenüber der nnz seine Planungen.

Die Fachhochschule Nordhausen macht sich bereits Gedanken über eine Marketingstrategie. Als Ergebnis erhofft sich der Investor zum Beispiel Namensvorschläge und Zielgruppen für das Bier, aber auch Vorschläge zur Form der Flaschen. Neben der Brauerei, die in einem gläsernen Produktionsgebäude untergebracht sein soll, will Axel Heck das riesige Grundstück auch für eine Wohnbebauung nutzen. Möglich sind – bedingt durch die architektonisch reizvolle Hanglage am Taschenberg - zwei Reihen mit je zehn Reihenhäusern, die jeweils über eine Grundstücksgröße von etwa 300 Quadratmeter verfügen sollen.

In den kommenden Wochen wird der Nordhäuser Heck weitere Gespräche mit anderen Unternehmern aus Nordhausen führen, die bereits ihr Interesse an einer Beteiligung an dem Projekt bekundeten. Verlaufen die positiv, dann sollen noch in diesem Jahr die alten Gebäude abgerissen werden, Baubeginn für die Brauerei wäre im kommenden Jahr. Was für Axel Heck noch ein klitzekleiner Unsicherheitsfaktor ist: Wie nehmen die biertrinkenden Menschen im Landkreis Nordhausen ein Bier aus der Region an? Gemeint ist ein Bier, das tatsächlich in Nordhausen gebraut und nicht irgendwo abgefüllt und mit einem netten Etikett versehen wird und vielleicht ein paar Cent mehr kostet als das in den Plastikflaschen bei Aldi und Lidl.

Für Axel Heck könnte ein solches Bier nicht nur Arbeitsplätze in Nordhausen schaffen, es könnte einen kleinen Beitrag zu einem Wir-Gefühl leisten. Vielleicht wie in Bayern, wo die regionalen Brauereien den Giganten am Markt immer noch erfolgreich trotzen?
Autor: nnz

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