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Einwehungsfest für alle Religionen

Donnerstag, 22. Juni 2006, 18:44 Uhr
Nordhausen (nnz). Jüdisches Leben in Nordhausen fand sich bisher unter dem Dach des Schrankenlos e.V. Seit heute hat die Gemeinde eigene Räume. Mit einem großen Fest für alle Religionen wurde heute eingeweiht.

Einwehungsfest für alle Religionen (Foto: nnz) Einwehungsfest für alle Religionen (Foto: nnz)

Ein Fest für alle Religionen und alle, die keine Religion haben, sollte es werden. die jüdische Gemeinde Nordhausen hatte Mitglieder und Freunde in das Vereinshaus „Thomas Mann“ geladen. Das neue Büro und der neue Gottesdienstraum befinden sich ebenfalls dort.

Zur Feier des Tages war der Vorsitzende der jüdischen Landesgemeinde Thüringens, Wolfgang Nossen, angereist. Er eröffnete feierlich die dritte Außenstelle Thüringens und würdigte besonders das Engagement des ehemaligen Nordhäuser Bürgermeisters Manfred Schröter. Er habe sich um die Erforschung der Schicksale jüdischer Mitbürger verdient gemacht und einen großen Anteil daran, dass Nordhausen die erste ostdeutsche Stadt war, die eine Partnerstadt in Israel gefunden hat.

Philip Egbune als Vertreter der Jüdischen Initiative bedankte sich bei den zahlreichen Helfern , die es der jüdischen Gemeinde möglich gemacht haben diese Räume zu finden und einzurichten. Sein Dank galt auch dem Verein „Schrankenlos“ mit dem man über zwei Jahre unter einem Dach saß.

Ein wichtiges Projekte der jüdischen Gemeinde ist der Aufbau einer Mediathek, wo es Bücher, Zeitungen, Musik und Videos in deutscher und russischer Sprache auszuleihen gibt. Philip Egbune hofft ganz besonders, dass Lehrer davon Gebrauch machen. Ebenfalls wichtig ist ihm die Radiosendung im Offenen Kanal Nordhausen, wo es Informationen zum Glauben gibt, aber auch Kochrezepte, Witze und vieles mehr. Die Sendung wird in deutsch und russisch ausgestrahlt, weil viele Juden aus der ehemaligen Sowjetunion kommen. Um ihre Integration möchte sich die Gemeinde ebenfalls kümmern. Mit fünf Ein-Euro-Jobs wurde ein Anfang geschaffen. Nach dem offiziellen Teil konnten sich die Gäste an internationalen Köstlichkeiten laben und jüdischer Musik aus Erfurt lauschen.
Autor: wf

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