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Übernehmen

Freitag, 11. August 2006, 10:41 Uhr
Nordhausen (nnz). Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) hat die Unternehmen im Freistaat anlässlich des morgigen Tages der Jugend aufgerufen, mehr Auszubildende in eine anschließende Beschäftigung zu übernehmen. Wie sich das der Minister so vorstellt, das kann Ihnen die nnz verraten.


„In Thüringen ausgebildete Berufseinsteiger müssen in Thüringen auch eine Chance auf einen Arbeitsplatz bekommen“, sagte der Minister. Die derzeitige Übernahmequote von 36% – darin sind allerdings auch die außerbetrieblichen Auszubildenden berücksichtigt – sei zu niedrig. Der Minister verwies in diesem Zusammenhang auf das „Jugendsofortprogramm Thüringen“, mit dem die Landesregierung die Einstellung gerade junger Arbeitnehmer durch Lohnkostenzuschüsse unterstützt.

Fast 18 000 Lehrlinge werden in diesem Jahr ihre Ausbildung beenden. „Für diese Jugendlichen darf die sogenannte ‚zweite Schwelle’ zum Arbeitsmarkt nicht zur unüberwindlichen Hürde werden“, sagte Reinholz. Ansonsten drohten Abwanderung oder Arbeitslosigkeit. Nicht nur angesichts der künftigen Fachkräftesituation – bis zum Jahr 2010 werden in Thüringen rund 130 000 neue, qualifizierte Arbeitskräfte gebraucht – wäre dies eine Vergeudung von Ausbildungskapazitäten, so der Minister. Derzeit sind rund 22 000 Jugendliche in Thüringen arbeitslos – immerhin rund 8 000 weniger als im Vorjahr.

Reinholz verwies auf die staatlichen Unterstützungsmöglichkeiten für Betriebe, die zusätzliche Voll- und Teilzeitarbeitsplätze schaffen. Eine solche Möglichkeit sei das im April 2005 gestartete Jugendsofortprogramm Thüringen. Mit diesem Programm werden Jugendliche mit abgeschlossener Berufsausbildung unterstützt, die länger als 6 Monate arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Es verbindet, sofern erforderlich, eine 3-monatige „Vorschaltphase“ zur Berufsvorbereitung mit der Zahlung von Lohnkostenzuschüssen an einen Arbeitgeber über 12 Monate.

Der Wirtschaftsminister zog eine positive Bilanz des Jugendsofortprogramms. Mit der Förderung konnten bis heute 748 Jugendliche in den 1. Arbeitsmarkt vermittelt werden. Bei 160 Jugendlichen wurde darüber hinaus eine arbeitsplatzbezogene Qualifizierung in Anspruch genommen. Im Jahr 2005 wurden für das Programm 2,6 Mio. €, bis zum 31. Juli 2006 noch einmal 2,5 Mio. € aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung gestellt. Weitere Mittel können im laufenden Jahr bewilligt werden. Auch im kommenden Jahr soll das Jugendsofortprogramm auf mindestens demselben Niveau fortgesetzt werden.
Autor: nnz

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