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Niederschläge kontra Abernten

Montag, 21. August 2006, 15:44 Uhr
Nordhausen (nnz). Durch die anhaltende feuchte Witterung ist der bisherige Ernteverlauf sehr schleppend vorangegangen und territorial unterschiedlich zu betrachten. Eine Zwischenbilanz für den Landkreis Nordhausen vom Kreisbauernverband.


Während in Teilen der Goldenen Aue noch ca 13 % des Getreides stehen, sind es nur ein paar Kilometer entfernt noch bis zu 60 %, wie auch im westlichen Teil des Landkreises, wo noch 35–60% Weizen auf den Feldern steht. Die ohnehin schon relativ schwachen Erträge werden nun durch die täglichen Schauer nochmals mit einem fortschreitenden Qualitätsverlust belastet. Tatsachen, die sich im Preis widerspiegeln und zusätzlich Trocknungskosten nötig macht.

Für Hackfrüchte wie Kartoffeln und Rüben war der Regen nötig, doch auch diese Erträge werden ebenfalls vermindert ausfallen, bedingt durch die Trockenzeit in der Hauptwachstumsperiode Juni/Juli. Etwas Entspannung gab es jetzt bei den Futterbaubetrieben, jedoch sind Mais und Grünland vielerorts sehr geschädigt, so dass sich die Bauern mit Futterbörsen, eingerichtet durch den Thüringer Bauernverband, gegenseitig helfen. Trotzdem wird wohl für die Winterfütterung teures Futter zugekauft werden müssen.

Auch wenn die Ernte 2006 noch nicht vollständig eingebracht ist, laufen, sofern die nötigen Flächen abgeerntet sind und zur Einhaltung der Fruchtfolge zur Verfügung stehen, die ersten Maßnahmen für das Erntejahr 2007, nämlich die Aussaat von Winterraps. Wieder muß der Landwirt steigende Kosten für Produktionsmittel, Diesel und Düngemittel erst investieren, bei einer Produktion unter freiem Himmel, „auf´s Neue“ ungewiß, wie sich das Erntejahr entwickeln wird. Nicht nur der erzielte Ertrag spielt hierbei eine Rolle, vielmehr sind die niedrigen Erzeugerpreise von Bedeutung, denn ein zumindest kostendeckendes Arbeiten zur Herstellung der Grundbausteine der Lebensmittel wird immer schwieriger.
Autor: nnz

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