Plant der Landrat eine neue Gemeinschaftsunterkunft?
Verdächtige Aktivitäten in der Rathsfelder Straße
Dienstag, 17. Dezember 2024, 19:00 Uhr
Mehrere Leser meldeten sich bei der nnz und baten uns darum, aufzuklären, was da gerade in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge im ehemaligen Hoch Tief-Gelände in der Rathsfelder Straße passiert. Wir fragten den Landrat persönlich …
Um gleich alle Ängste und Befürchtungen der Anwohner zu zerstreuen: Nein, es wird kein neues Objekt für noch mehr Flüchtlinge hergerichtet. Aber es wird das bestehende Unterkunftsobjekt renoviert und aus diesem Grunde hat die Servicegesellschaft des Landkreises das ehemalige Arzthäuschen (siehe Foto) für ein Jahr angemietet, um hier vorübergehend die jungen Männer unterzubringen, bis deren Wohnräume im Hauptgebäude renoviert sind.
Wir haben damals in der ersten großen Welle die Menschen hier untergebracht, ohne geeignete Bedingungen dafür geschaffen zu haben. Das war 2015 eine echte Notsituation. Da wurden einfach Duschkabinen aus dem Baumarkt gekauft und aufgestellt, erklärt Landrat Matthias Jendricke den Sanierungsbedarf des Objektes. Und nun gibt es einen Kreistagsbeschluss, der die Servicegesellschaft beauftragt hat, das Gebäude zu sanieren, dessen Dach inzwischen auch verschlissen ist.
Die Einrichtung in der Rathsfelder Straße habe sich bewährt als Unterkunft für junge Männer und solle auch weiter so genutzt werden. Bis zu neunzig Mieter könnten hier wohnen, eine Anzahl die momentan aber nicht erreicht werde, erzählte Matthias Jendricke der nnz. Die Flüchtlingsströme haben sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verringert. Waren letztes Jahr noch 450 Flüchtlinge in Nordhausen angekommen, so sind in diesem Jahr nur noch die Hälfte registriert und untergebracht worden.
Die Rathsfelder Straße werde weiterhin das hauptsächliche Unterbringungsobjekt bleiben, nachdem der Standort in der Zorgestraße aufgegeben wurde, wo einst bis zu fünfzig Schutzsuchenden Platz fanden. Auch die beobachteten Bauaktivitäten an der Obergrasmühle bei Stegerthal dienten nicht dazu, noch mehr Kapazitäten für nur Flüchtlinge zu schaffen, sondern seien dem Rückbau der ehemaligen Gaststätte geschuldet, die nicht mehr benötigt werde und in die Jahre gekommen war. Hier sollen weiterhin Familien Zuflucht finden, was bis jetzt sehr gut funktioniert habe.
Jendricke hatte in den letzten Tagen viel Kritik einstecken müssen, weil er sich offen und kritisch zur Rückführungssituation für Syrer geäußert hatte. Auch uns gegenüber betonte er noch einmal: Wir müssen mit mehr Klarheit den im Asyl lebenden Syrer verdeutlichen, dass sie nur eine Bleibeperspektive haben, wenn sie sich eine Arbeit suchen und die deutsche Sprache erlernen.
Als gelungenes Intergrationsbeispiel nannte er die Bleicheröder Flüchtlinge, die sich mehrheitlich gut integriert und Arbeitsverhältnisse aufgenommen hätten. Aber es müssen alle anderen mit einem Flüchtlingsstatus auch möglichst zügig in Arbeit kommen. Und wer das nicht wolle, meinte der Landrat, dem stünde die Heimkehr in das vom Diktator Assad befreite Land jederzeit frei.
Olaf Schulze
Autor: redUm gleich alle Ängste und Befürchtungen der Anwohner zu zerstreuen: Nein, es wird kein neues Objekt für noch mehr Flüchtlinge hergerichtet. Aber es wird das bestehende Unterkunftsobjekt renoviert und aus diesem Grunde hat die Servicegesellschaft des Landkreises das ehemalige Arzthäuschen (siehe Foto) für ein Jahr angemietet, um hier vorübergehend die jungen Männer unterzubringen, bis deren Wohnräume im Hauptgebäude renoviert sind.
Wir haben damals in der ersten großen Welle die Menschen hier untergebracht, ohne geeignete Bedingungen dafür geschaffen zu haben. Das war 2015 eine echte Notsituation. Da wurden einfach Duschkabinen aus dem Baumarkt gekauft und aufgestellt, erklärt Landrat Matthias Jendricke den Sanierungsbedarf des Objektes. Und nun gibt es einen Kreistagsbeschluss, der die Servicegesellschaft beauftragt hat, das Gebäude zu sanieren, dessen Dach inzwischen auch verschlissen ist.
Die Einrichtung in der Rathsfelder Straße habe sich bewährt als Unterkunft für junge Männer und solle auch weiter so genutzt werden. Bis zu neunzig Mieter könnten hier wohnen, eine Anzahl die momentan aber nicht erreicht werde, erzählte Matthias Jendricke der nnz. Die Flüchtlingsströme haben sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verringert. Waren letztes Jahr noch 450 Flüchtlinge in Nordhausen angekommen, so sind in diesem Jahr nur noch die Hälfte registriert und untergebracht worden.
Die Rathsfelder Straße werde weiterhin das hauptsächliche Unterbringungsobjekt bleiben, nachdem der Standort in der Zorgestraße aufgegeben wurde, wo einst bis zu fünfzig Schutzsuchenden Platz fanden. Auch die beobachteten Bauaktivitäten an der Obergrasmühle bei Stegerthal dienten nicht dazu, noch mehr Kapazitäten für nur Flüchtlinge zu schaffen, sondern seien dem Rückbau der ehemaligen Gaststätte geschuldet, die nicht mehr benötigt werde und in die Jahre gekommen war. Hier sollen weiterhin Familien Zuflucht finden, was bis jetzt sehr gut funktioniert habe.
Jendricke hatte in den letzten Tagen viel Kritik einstecken müssen, weil er sich offen und kritisch zur Rückführungssituation für Syrer geäußert hatte. Auch uns gegenüber betonte er noch einmal: Wir müssen mit mehr Klarheit den im Asyl lebenden Syrer verdeutlichen, dass sie nur eine Bleibeperspektive haben, wenn sie sich eine Arbeit suchen und die deutsche Sprache erlernen.
Als gelungenes Intergrationsbeispiel nannte er die Bleicheröder Flüchtlinge, die sich mehrheitlich gut integriert und Arbeitsverhältnisse aufgenommen hätten. Aber es müssen alle anderen mit einem Flüchtlingsstatus auch möglichst zügig in Arbeit kommen. Und wer das nicht wolle, meinte der Landrat, dem stünde die Heimkehr in das vom Diktator Assad befreite Land jederzeit frei.
Olaf Schulze

