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Regionalgeschichte

Alte Kunst am Amtshaus

Sonntag, 26. Januar 2025, 13:02 Uhr
Tagtäglich grüßen zwei Engel die vielleicht hundert Passanten des Wegs am alten Amtshaus des Ilfelder Stifts am Neanderplatz in Ilfeld-Harztor. Sinnlich blicken diese überragt von einem Lorbeerkranz und eine Krone, mit Elementen Kurhannovers und dem Wappen des Stifts...

Es kann tatsächlich in seiner alten Bausubstanz teilweise von 1720 sein, dieses beeindruckende Gebäude am Neanderplatz, östlich des Neander Denkmals gelegen. Dasselbe, heute als Wohnhaus genutzt, wirkt massiv, aber auch etwas in die Jahre gekommen. Ein zweiter Blick lohnt aber sehr, denn über dem Eingang befindet sich ein Kunstwerk, eine Supraporte mit Zierfeld.

Das Zierfeld über der Tür ist bogenförmig entworfen, Form der Lünette, zwei Engel, umgarnt von einem prächtigen Blumenbouquet. Es muss sich um eine begabte künstlerische Arbeit eines Bildhauer- Meisters handeln. Es kann als Rokoko-Stil gelten, das Supraport Kunstwerk empfindet der geneigte Betrachter als verspielt und dennoch beeindruckend dekorativ.

Die Supraporte in Ilfeld (Foto: Tim Schäfer) Die Supraporte in Ilfeld (Foto: Tim Schäfer)


Die genannte Jahreszahl wird lateinisch beschrieben, so das man sich an das Event erinnern kann. Es geht um das neue Amtshaus des Stifts Ilfeld, welches hier auf den Resten eines älteren Baus errichtet worden war. Das neue Haus wurde am 22. April 1720 geweiht. Das Datum fällt in eine Zeit, die wir als eine Blütezeit des Stifts unter dem Amtsrat Justus Christoph von Reiche ansehen dürfen. Insbesondere viele Gebäude wurden erneuert oder auch die Ilgerstraße in Ilfeld bebaut. In diesen Jahren bekam Ilfeld ein heute vergessenes Gesicht, 1712 wurden das alte Rathaus, der Stiftsgasthof „Zur Goldenen Kugel“ sowie 1729 der Seigerturm errichtet.

Die beigefügte Abbildung zeigt den Eingang des ehem. Amtshauses im Januar 2025. Die Urheberschaft des Künstlers ist fraglich, es wird recherchiert.
Tim Schäfer
Autor: red

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