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Angemerkt

"Eine Sauerei ist das!"

Samstag, 01. Februar 2025, 17:02 Uhr
Es ist manchmal erstaunlich, wie in und um Nordhausen herum mit der Umwelt umgegangen wird. Schutz der Umwelt und normaler Anstand könnten einhergehen. Vor allem aber die junge Generation scheint hier noch Nachholbedarf zu haben...

So sieht es zwischen den Schulen jeden Tag aus... (Foto: privat) So sieht es zwischen den Schulen jeden Tag aus... (Foto: privat)
Die Anwohner, die in Nordhausen zwischen Birkenweg Am Salzagraben, im sogenannten "Blumenviertel" wohnen, können einfach nur mit ihren Köpfen schütteln. Die Vorgärten sind piko-bello, die schmalen Gassen werden sauber gehalten.

Das Ärgernis beginnt entlang der Straße Am Salzagraben. Die verbindet nicht nur die Bochumer Straße mit der Straße der Genossenschaften, sondern auch zwei Schulen. Das ist zum einen die Lessingschule, eine Regelschule und das Staatliche Berufsschulzentrum zum anderen.

Zwei Institutionen, in denen junge Menschen eigentlich erzogen, gebildet und für das berufliche Leben vorbereitet werden sollen. Soweit die Theorie. In der Praxis fangen die Defizite der pädagogischen und elterlichen Bemühungen auf dem Weg zwischen den Schulen und den beiden benachbarten Discountern (Aldi und Netto) an. Vermutlich werden die Schüler und Azubis Zuhause nicht mehr mit den notwendigen Nahrungsmitteln ausgestattet, die einen erfolgreichen Schultag ermöglichen könnten.

Nahrungs- und Genussmittel werden in den Märkten in allen Größenordnungen eingekauft. Gut, die jungen Menschen stabilisieren den Umsatz beider Märkte, sie hinterlassen aber auch eine Menge Müll. Um genauer zu sein: Verpackungsmüll. Vorwiegend sind es die Backwarentüten, die nach dem Verzehr der "gesunden Brötchen und anderer Teigwaren" so anfallen. Die liegen dann auf der Straße, auf dem Fußweg.

Besonders beliebt ist die Entsorgungsvariante der leeren Büchsen, in denen sich die beliebten Energy-Drinks befinden. Die werden mit körperlicher Kraft zerdrückt und dann in die Zwischenräume der Wassereinläufe am Straßenrand gequetscht. Manche Dosen haben "Glück" und landen im Papierkorb.

Die Anwohner fragen sich, ob die Eltern ihren Sprössen das Zuhause auch durchgehen lassen würden? Mangelt es hier an Erziehung im Elternhaus oder an fehlender pädagogischer Kompetenz in den schulischen Einrichtungen? Und überhaupt: warum können Regelschüler so einfach während der Schulzeit das Schulgelände verlassen?

"Elternhaus und Schule", das war der Titel einer Zeitschrift zu DDR-Zeiten. Deren Titel hat eigentlich immer noch Bestand. Beide Seiten scheinen heutzutage kaum noch Bedeutung zu haben. Auf jeden Fall besteht Nachholbedarf bei Fragen der Umwelt. Eigentlich doch ein Fall für unsere Grünen, die aber - im geselligen Einklang mit den Linken - eher in Demokratie- als in Umweltprojekte investieren. Schade, wo es doch so einfach wäre...
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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