Heimatgeschichte
Zum Grabstein Michael Neanders
Sonntag, 21. September 2025, 11:50 Uhr
Die Krypta der Neanderklinik Harzwald in Ilfeld-Harztor gilt als ein Ort diskreter Exzellenz – ein verborgenes Museum deutscher Geschichte, das Tradition und Geist vergangener Jahrhunderte bewahrt...
Am kommenden Samstag, dem 27. September, wird dort ab 15:30 Uhr im Park eine feierliche Ehrung zu Ehren Michael Neanders stattfinden: mit Führungen, musikalischen Darbietungen, prominenten Gästen und einer Kaffeetafel, die in ihrer Anmutung an herzogliche Zeiten erinnert.
Täglich grüßt in Ilfeld das Denkmal Michael Neanders – ein stilles, aber kraftvolles Zeugnis für die lange Geschichte von Bildung, Fürsorge und Humanität, die diesen Ort seit Jahrhunderten prägt. Das Denkmal, geschaffen 1985 von Eckhard Maler, steht am Neanderplatz vor der ehemaligen Klosterschule, heute Sitz der Neanderklinik. Es entstand in Zusammenarbeit mit der Vereinigten Kirchen- und Klosterkammer zu Erfurt.
Weniger bekannt ist, dass Michael Neander auch seine letzte Ruhestätte in der einst romanischen Klosterkirche von Ilfeld fand. Seit dem 13. Jahrhundert prägten zwei Kirchen das geistliche Leben des Ortes: die um 1190 der Gottesmutter Maria geweihte Klosterkirche und die St.-Georgs-Kirche vor dem Kloster, deren Nachbau bis heute eindrucksvoll am Platz steht. (Heute: St.-Georg-Marien Kirche). Nach dem Abriss der Klosterkirche im 19. Jahrhundert wurde Neanders Grabstein geborgen und mehrfach umgelagert – nicht ohne Spuren der Zeit und kriegerischer Einflüsse, die dem Stein zusetzten. Heute befindet sich das Epitaph in einer Nische der Krypta: ein steinernes Porträt Neanders, mit Schnurrbart und zweigespitztem Kinnbart, Halskrause, Mantel über dem Rock und einem Buch in den Händen. Die Inschrift, in lateinischer Sprache, würdigt ihn als hochgelehrten, treuen und gefeierten Rektor und Vorsteher von Kloster und Schule, der 45 Jahre lang in Ilfeld wirkte und am 26. April 1595 im 70. Lebensjahr verstarb.
Ein weiterer Marmorblock aus der Klosterkirche trägt in griechischen Lettern des 16. Jahrhunderts ein christliches Vermächtnis, das in der Übersetzung von Studienrat Kleinschmidt (Klosterschule Ilfeld, 1932) lautet:Leid und Lehre in Fülle gewährte der Dienst an der Jugend. Hier nun lieg ich in Frieden, still meines Gottes gewiß. Christus, der ist mein Heil. Heil nur bringt der Tod. Dank dir, Heiland, auf ewig, Dank dir, daß du mich Armen nahmst aus der Krankheit hinweg, heim aus der irdischen Qual. Rühmen will ich dich ewig, dir dienen, dem heiligen Namen. Der du mein einziges Heil, einzig mein Sehnen nur bist.
Die Würdigung Michael Neanders anlässlich seines 500. Geburtstages und seines 430. Todestages ist ein Akt tiefer historischer Reverenz. Auch digital wird ihm eine Hommage zuteil – mit einem Dossier, Podcast, interaktiven Dokumenten und weiteren Formaten, die dem Geist Neanders gerecht werden und ihm, wäre er heute unter uns, wohl gefallen würden.
Tim Schäfer
Autor: redAm kommenden Samstag, dem 27. September, wird dort ab 15:30 Uhr im Park eine feierliche Ehrung zu Ehren Michael Neanders stattfinden: mit Führungen, musikalischen Darbietungen, prominenten Gästen und einer Kaffeetafel, die in ihrer Anmutung an herzogliche Zeiten erinnert.
Täglich grüßt in Ilfeld das Denkmal Michael Neanders – ein stilles, aber kraftvolles Zeugnis für die lange Geschichte von Bildung, Fürsorge und Humanität, die diesen Ort seit Jahrhunderten prägt. Das Denkmal, geschaffen 1985 von Eckhard Maler, steht am Neanderplatz vor der ehemaligen Klosterschule, heute Sitz der Neanderklinik. Es entstand in Zusammenarbeit mit der Vereinigten Kirchen- und Klosterkammer zu Erfurt.
Weniger bekannt ist, dass Michael Neander auch seine letzte Ruhestätte in der einst romanischen Klosterkirche von Ilfeld fand. Seit dem 13. Jahrhundert prägten zwei Kirchen das geistliche Leben des Ortes: die um 1190 der Gottesmutter Maria geweihte Klosterkirche und die St.-Georgs-Kirche vor dem Kloster, deren Nachbau bis heute eindrucksvoll am Platz steht. (Heute: St.-Georg-Marien Kirche). Nach dem Abriss der Klosterkirche im 19. Jahrhundert wurde Neanders Grabstein geborgen und mehrfach umgelagert – nicht ohne Spuren der Zeit und kriegerischer Einflüsse, die dem Stein zusetzten. Heute befindet sich das Epitaph in einer Nische der Krypta: ein steinernes Porträt Neanders, mit Schnurrbart und zweigespitztem Kinnbart, Halskrause, Mantel über dem Rock und einem Buch in den Händen. Die Inschrift, in lateinischer Sprache, würdigt ihn als hochgelehrten, treuen und gefeierten Rektor und Vorsteher von Kloster und Schule, der 45 Jahre lang in Ilfeld wirkte und am 26. April 1595 im 70. Lebensjahr verstarb.
Ein weiterer Marmorblock aus der Klosterkirche trägt in griechischen Lettern des 16. Jahrhunderts ein christliches Vermächtnis, das in der Übersetzung von Studienrat Kleinschmidt (Klosterschule Ilfeld, 1932) lautet:Leid und Lehre in Fülle gewährte der Dienst an der Jugend. Hier nun lieg ich in Frieden, still meines Gottes gewiß. Christus, der ist mein Heil. Heil nur bringt der Tod. Dank dir, Heiland, auf ewig, Dank dir, daß du mich Armen nahmst aus der Krankheit hinweg, heim aus der irdischen Qual. Rühmen will ich dich ewig, dir dienen, dem heiligen Namen. Der du mein einziges Heil, einzig mein Sehnen nur bist.
Die Würdigung Michael Neanders anlässlich seines 500. Geburtstages und seines 430. Todestages ist ein Akt tiefer historischer Reverenz. Auch digital wird ihm eine Hommage zuteil – mit einem Dossier, Podcast, interaktiven Dokumenten und weiteren Formaten, die dem Geist Neanders gerecht werden und ihm, wäre er heute unter uns, wohl gefallen würden.
Tim Schäfer

