Meine Meinung
Ziel für feindliche Bomben
Donnerstag, 09. Oktober 2025, 14:49 Uhr
Im Ukraine-Krieg bombardieren Russland und die Ukraine gegenseitig Industrieanlagen und Einrichtungen des Energiesektors. Ein Rüstungsbetrieb in der Goldenen Aue wäre daher für einen potenziellen Angreifer ein lohnenswertes Ziel und sollte daher verhindert werden, meint Bodo Schwarzberg in seiner Kolumne...
Das zerstörte Nordhausen (Foto: KIgeneriert)
Im militärischen Bereich wurden nahezu alle Gebäude schwer getroffen und völlig oder teilweise zerstört…Nahe den Bahnanlagen wurden Industriebetriebe und das Gaswerk getroffen…, schrieb das Bad Lauterberger Tageblatt vom 3. und 4. April 1985 laut Wikipedia über die Bombardierung Nordhausens 40 Jahre zuvor. Zu den erschütterndsten Ergebnissen zählte die Zerstörung der von den Briten als militärisch bedeutsam erachteten Boelcke-Kaserne mit rund 1.300 toten Kriegsgefangenen, KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern.
Rüstungsbetriebe und andere militärische Infrastruktur ziehen nach der Logik des Krieges im Konfliktfall also definitiv das Interesse der feindlichen Raketentruppen und Luftwaffen auf sich.
Vor diesem Hintergrund sollte es keine Gedankenspiele für die Ansiedlung von Rüstungsbetrieben in der Goldenen Aue geben. Das bekannte Bibelwort von den Schwertern zu Pflugscharen, würde hierdurch sprichwörtlich umgedreht: Auf einem hochwertigen Boden, der jahrhundertelang besät und beerntet wurde, bewegten sich dann statt Pflugscharen panzer- oder kanonenproduzierende Maschinen. – Da waren wir doch schonmal weiter.
Nicht zuletzt sollten wir darüber diskutieren, welche Verantwortung für unsere Lokalpolitiker höher wiegen sollte: Sind die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Generierung von Steuereinahmen oder die Gewährleistung des Bevölkerungsschutzes vor im Kriegsfall recht sicher tödlichen Angriffen wichtiger?
Investitionen in die Kriegsverhinderung und an zweiter Stelle in den Ausbau des Bevölkerungsschutzes, also in Luftschutzräume, Bunker und Lebensmittellager wären doch vielleicht eine verlockende Alternative zur Kanonenproduktion.
Schauen Sie sich doch mal an, wie sich der Abwurf einer kleinen Atombombe auf das Industriegebiet auswirken würde: Die App Nuke Map gibt einen theoretischen Eindruck: Eine Atombombe mit der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe (20 kt TNT) detoniert: Allein ihr mechanischer Zerstörungsradius würde demnach bis nach Nordhausen hineinreichen und auch Heringen im Süden und Steigerthal im Norden nicht verschonen. Von den Auswirkungen der radioaktiven Strahlung haben wir da noch gar nicht gesprochen.
Die Gefahr des Einsatzes von Atomwaffen im Falle eines möglichen Konfliktes mit Russland ist real, scheint aber gern verdrängt oder bewusst verschwiegen zu werden. - Man hört weniger von dieser Gefahr als zu Zeiten des ersten Kalten Krieges.
Die Fotos des bekannten Nordhäuser Fotografen Werner Steinmann und jene vom zerstörten Hiroshima, 1945 entstanden, sind sich auf erschreckende Weise ähnlich.
Werner Steinmann (1913-2011), der 1945 das zerstörte Nordhausen fotografierte, verfolgte mit seinen Fotos damit nach eigener Aussage nicht nur die Verarbeitung des Todes seiner Familie bei den Angriffen, sondern auch die Mahnung, so etwas wie damals nie wieder zuzulassen.
Ganz sicher zustimmen würde ihm da der Parteifreund unseres Landrats Jendricke, der frühere SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt, was aus seinem berühmt gewordenen Satz: Lieber hundert Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute schießen, hervorgeht.
Woran die Nordhäuser Ehrenbürgerin und Mutter des Liedes von der Kleinen weißen Friedenstaube, Erika Schirmer, vielleicht den letzten Vers der dritten Strophe ihres Liedtextes anfügen würde: …kleine weiße Friedenstaube, komm recht bald zurück.
Bodo Schwarzberg
Autor: psg
Das zerstörte Nordhausen (Foto: KIgeneriert)
Im militärischen Bereich wurden nahezu alle Gebäude schwer getroffen und völlig oder teilweise zerstört…Nahe den Bahnanlagen wurden Industriebetriebe und das Gaswerk getroffen…, schrieb das Bad Lauterberger Tageblatt vom 3. und 4. April 1985 laut Wikipedia über die Bombardierung Nordhausens 40 Jahre zuvor. Zu den erschütterndsten Ergebnissen zählte die Zerstörung der von den Briten als militärisch bedeutsam erachteten Boelcke-Kaserne mit rund 1.300 toten Kriegsgefangenen, KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern.
Rüstungsbetriebe und andere militärische Infrastruktur ziehen nach der Logik des Krieges im Konfliktfall also definitiv das Interesse der feindlichen Raketentruppen und Luftwaffen auf sich.
Vor diesem Hintergrund sollte es keine Gedankenspiele für die Ansiedlung von Rüstungsbetrieben in der Goldenen Aue geben. Das bekannte Bibelwort von den Schwertern zu Pflugscharen, würde hierdurch sprichwörtlich umgedreht: Auf einem hochwertigen Boden, der jahrhundertelang besät und beerntet wurde, bewegten sich dann statt Pflugscharen panzer- oder kanonenproduzierende Maschinen. – Da waren wir doch schonmal weiter.
Nicht zuletzt sollten wir darüber diskutieren, welche Verantwortung für unsere Lokalpolitiker höher wiegen sollte: Sind die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Generierung von Steuereinahmen oder die Gewährleistung des Bevölkerungsschutzes vor im Kriegsfall recht sicher tödlichen Angriffen wichtiger?
Investitionen in die Kriegsverhinderung und an zweiter Stelle in den Ausbau des Bevölkerungsschutzes, also in Luftschutzräume, Bunker und Lebensmittellager wären doch vielleicht eine verlockende Alternative zur Kanonenproduktion.
Schauen Sie sich doch mal an, wie sich der Abwurf einer kleinen Atombombe auf das Industriegebiet auswirken würde: Die App Nuke Map gibt einen theoretischen Eindruck: Eine Atombombe mit der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe (20 kt TNT) detoniert: Allein ihr mechanischer Zerstörungsradius würde demnach bis nach Nordhausen hineinreichen und auch Heringen im Süden und Steigerthal im Norden nicht verschonen. Von den Auswirkungen der radioaktiven Strahlung haben wir da noch gar nicht gesprochen.
Die Gefahr des Einsatzes von Atomwaffen im Falle eines möglichen Konfliktes mit Russland ist real, scheint aber gern verdrängt oder bewusst verschwiegen zu werden. - Man hört weniger von dieser Gefahr als zu Zeiten des ersten Kalten Krieges.
Die Fotos des bekannten Nordhäuser Fotografen Werner Steinmann und jene vom zerstörten Hiroshima, 1945 entstanden, sind sich auf erschreckende Weise ähnlich.
Werner Steinmann (1913-2011), der 1945 das zerstörte Nordhausen fotografierte, verfolgte mit seinen Fotos damit nach eigener Aussage nicht nur die Verarbeitung des Todes seiner Familie bei den Angriffen, sondern auch die Mahnung, so etwas wie damals nie wieder zuzulassen.
Ganz sicher zustimmen würde ihm da der Parteifreund unseres Landrats Jendricke, der frühere SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt, was aus seinem berühmt gewordenen Satz: Lieber hundert Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute schießen, hervorgeht.
Woran die Nordhäuser Ehrenbürgerin und Mutter des Liedes von der Kleinen weißen Friedenstaube, Erika Schirmer, vielleicht den letzten Vers der dritten Strophe ihres Liedtextes anfügen würde: …kleine weiße Friedenstaube, komm recht bald zurück.
Bodo Schwarzberg
