Lyrik im Schloss
Jeden Tag habe ich ein leises Sehnen im Herz
Dienstag, 21. Oktober 2025, 09:15 Uhr
Im November lädt der Förderverein der Dichterstätte Sarah Kirsch zu Lyrik & Musik in das Schloss Heringen/Helme ein. An diesem Nachmittag stellt Kulturmanagerin Christine Stauch Lyrik aus Usbekistan vor...
Neben Gedichten werden Märchen aus dem zentralasiatischen Land das Hörerlebnis anregen. Neben diesen Fundstücken stellen die bisher wenig bekannten Reisenotizen des deutschen Künstlers Heinrich Vogeler einen besonderen Wert dar, schaffen seine Erlebnisse und Erfahrungen von seiner Reise, im Jahr 1926 nach Zentralasien, eine persönliche Atmosphäre in diese entfernte Kultur und Landschaft Usbekistans.
Musiker der Band The String Company aus Erfurt, Lev Guzman (Bratsche) und Ljubo Mitrović (Akkordeon) öffnen musikalisch das Tor in die usbekische Kultur, in die Weiten Zentralasiens.
Im Anschluss an das musikalisch-literarische Programm bietet sich die Gelegenheit bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch zu kommen, Worte und Klänge usbekischer Weiten nachwirken zu lassen. Der lyrische Tag findet am Samstag, den 22. November, um 14:30 Uhr statt, Interessierte sind herzlich willkommen.
Zum lyrischen Programm
Es gestaltete sich anfangs relativ schwierig in deutsche Sprache übersetzte usbekische Lyrik zu finden.
Nach den nun vorliegenden Gedichtbänden wird die Auswahl aus dem Gedichtband Simurgh das Programm prägen - zeitgenössische Lyrik. Darunter sind Dichtungen unter anderem von Bashorat Otajanova (*1986), Clariso Eshbaeva (*1993), Khosiyat Rustamova (*1971) sowie von Xurshid Abdurashid (*1995) und Jontemir Toshtemir O´gli (*1994). Diese, von den Goethe-Instituten in Kasachstan und in Usbekistan initiierte Anthologie, enthält Lyrik verschiedener Länder Zentralasiens und ist im Jahr 2023 im Verlag Wunderhorn erschienen. Neben Dichterinnen und Dichtern aus Usbekistan lässt sich darin auch Poesie aus Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Turkmenistan entdecken neben der deutschen Übersetzung auch in ihrer jeweiligen Muttersprache.
Die Auswahl des Programms erweitert sich um eine weitere wertvolle in deutscher Sprache vorliegenden Anthologie Es ist die Gedichtsammlung, die die Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel (*1922 / 2003), zusammengetragen hat und mit dem Titel Ein Buch namens Freude, im Jahr 2004 posthum im C.H. Beck Verlag veröffentlicht wurde. Sie sammelte Gedichte von Usbekistan bis Sudan, von Marokko bis Indien entwarf ein Buch, das Gedichte von Frauen über die Jahrhunderte und aus der ganzen islamischen Welt versammeln sollte.
Gedichte der usbekischen Dichterin Farida Afruz (*1956) wird mit ihrem Gedichtband Zum Glück zum Glück??? Zum Glück!!! diese, auf Dichterinnen fokussierte Sammlung, ergänzen. Ihr Gedichtband wurde von der usbekischen Botschaft Berlin zur Verfügung gestellt.
Von besonderem Wert dürfen die dargebotenen Übersetzungen des Dichters Alischer Nawoij (*1441 / 1501) gesehen werden, als Arabisch die Sprache der Wissenschaft und Persisch-Tadschikisch die Sprache der Literatur war, schrieb Alischer Navoij mehr als 30 Werke in Usbekisch und untermauerte die usbekische klassische Literatursprache allseitig. In Usbekistan wird Nawoij heute als Volksheld gefeiert Er gilt vielen als der größte turksprachige Dichter aller Zeiten
Von ihm lagen für die Programmauswahl zwei Gedichtbände vor, auch davon ist einer ein Geschenk der usbekischen Botschaft Berlin.
Um die Vielfalt der usbekischen Lyrik in diesem Programm vorstellen zu können, war die online zur Verfügung stehenden Gedichtsammlung von lyrikline.org eine große Bereicherung. Daraus stammt u.a. das Gedicht Jeden Tag von Azam Abidov (1974), aus dem der Titel der Veranstaltung entlehnt ist.
Es soll erwähnt sein, daß Lyrikline ein Projekt des Hauses für Poesie, Berlin, (ist), in Kooperation mit den internationalen Netzwerkpartnern von Lyrikline. Das erklärte kulturpolitische Ziel von lyrikline ist es, über den multimedialen Erlebnischarakter, den das Internet bietet (Text, Bild, Ton), den Verbreitungs- und Bekanntheitsgrad von deutschsprachiger und internationaler Lyrik weltweit zu mehren.
Nicht nur poetisch werden zudem usbekische Märchen das lyrische Programm erweitern. Phantasiereich und humorvoll, von ergreifender Tragik und tiefer Lebensweisheit, sind die Märchen des usbekischen Volkes, die uns einen tiefen Blick gewähren in seine Sitten und Gebräuche, in sein Streben nach einem glücklichen Leben.
Reisenotizen Heinrich Vogelers
Der um die Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts die Worpsweder Künstlerkolonie mitbegründende Künstler Heinrich Vogeler (* 1872 / 1942) unternahm während seines vierten Aufenthalts in der Sowjetunion, im Jahr 1926, eine Reise nach Zentralasien. Auszüge aus seinen Reisenotizen umrahmen nicht nur die Gedichte und Märchen aus Usbekistan, sie bieten mit dieser Verbindung Gelegenheit an das Wirken des Künstlers als deutscher Maler, Grafiker, Architekt, Designer, Pädagoge, Schriftsteller und Sozialist zu erinnern.
Anfang des Jahrhunderts träumte er davon, die neuen Ideen von Jugendbewegung und Jugendstil in die Wirklichkeit umzusetzen auf einer harmonischen Insel (auf dem Barkenhoff in Worpswede/Anm.) beispielhaft als neuer Mensch zu leben. Der Traum zerbrach Auch nach dem Krieg (1. Weltkrieg: 1914 1918/ Anm.) strebte er danach einen neuen Menschen zu schaffen, der in Freiheit und Würde harmonisch leben konnte. Aber auch der neue Traum war eine Utopie und nicht zu verwirklichen.
In dem vom Kunsthändler und Galeristen Bernhard Kaufmann veröffentlichten Band Heinrich Vogelers Reiseskizzen Album aus dem Jahr 1991 erwähnt sein Sohn Jan Vogeler (* 1923 / 2005), Mein Vater berichtete mir von seinen Reisen durch Zentralasien in Form von postkartengroßen Aquarellen oder Farbstiftzeichnungen - in dem beiliegenden Briefchen wurde das Gezeichnete noch etwas erläutert. - In ihnen ist die Ursprünglichkeit des Malers, der mit seinen Augen und Sinnen eine unbekannte Welt berührt.
Zum musikalischen Programm
Als Mitglieder von The String Company aus Erfurt, schöpfen die Musiker Lev Guzman (Bratsche) und Ljubo Mitrović (Akkordeon) nicht nur aus dem genreübergreifenden Repertoire dieser Band von Klezmer, Gispsy Swing bis zu Celtic Folk und Jazz.
Speziell für das usbekisch-lyrische Programm lassen sie mit einer Vielfalt von Klängen usbekischer Komponisten Kultur aus diesem zentralasiatischen Land für das Publikum erlebbar werden.
Autor: redNeben Gedichten werden Märchen aus dem zentralasiatischen Land das Hörerlebnis anregen. Neben diesen Fundstücken stellen die bisher wenig bekannten Reisenotizen des deutschen Künstlers Heinrich Vogeler einen besonderen Wert dar, schaffen seine Erlebnisse und Erfahrungen von seiner Reise, im Jahr 1926 nach Zentralasien, eine persönliche Atmosphäre in diese entfernte Kultur und Landschaft Usbekistans.
Musiker der Band The String Company aus Erfurt, Lev Guzman (Bratsche) und Ljubo Mitrović (Akkordeon) öffnen musikalisch das Tor in die usbekische Kultur, in die Weiten Zentralasiens.
Im Anschluss an das musikalisch-literarische Programm bietet sich die Gelegenheit bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch zu kommen, Worte und Klänge usbekischer Weiten nachwirken zu lassen. Der lyrische Tag findet am Samstag, den 22. November, um 14:30 Uhr statt, Interessierte sind herzlich willkommen.
Zum lyrischen Programm
Es gestaltete sich anfangs relativ schwierig in deutsche Sprache übersetzte usbekische Lyrik zu finden.
Nach den nun vorliegenden Gedichtbänden wird die Auswahl aus dem Gedichtband Simurgh das Programm prägen - zeitgenössische Lyrik. Darunter sind Dichtungen unter anderem von Bashorat Otajanova (*1986), Clariso Eshbaeva (*1993), Khosiyat Rustamova (*1971) sowie von Xurshid Abdurashid (*1995) und Jontemir Toshtemir O´gli (*1994). Diese, von den Goethe-Instituten in Kasachstan und in Usbekistan initiierte Anthologie, enthält Lyrik verschiedener Länder Zentralasiens und ist im Jahr 2023 im Verlag Wunderhorn erschienen. Neben Dichterinnen und Dichtern aus Usbekistan lässt sich darin auch Poesie aus Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Turkmenistan entdecken neben der deutschen Übersetzung auch in ihrer jeweiligen Muttersprache.
Die Auswahl des Programms erweitert sich um eine weitere wertvolle in deutscher Sprache vorliegenden Anthologie Es ist die Gedichtsammlung, die die Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel (*1922 / 2003), zusammengetragen hat und mit dem Titel Ein Buch namens Freude, im Jahr 2004 posthum im C.H. Beck Verlag veröffentlicht wurde. Sie sammelte Gedichte von Usbekistan bis Sudan, von Marokko bis Indien entwarf ein Buch, das Gedichte von Frauen über die Jahrhunderte und aus der ganzen islamischen Welt versammeln sollte.
Gedichte der usbekischen Dichterin Farida Afruz (*1956) wird mit ihrem Gedichtband Zum Glück zum Glück??? Zum Glück!!! diese, auf Dichterinnen fokussierte Sammlung, ergänzen. Ihr Gedichtband wurde von der usbekischen Botschaft Berlin zur Verfügung gestellt.
Von besonderem Wert dürfen die dargebotenen Übersetzungen des Dichters Alischer Nawoij (*1441 / 1501) gesehen werden, als Arabisch die Sprache der Wissenschaft und Persisch-Tadschikisch die Sprache der Literatur war, schrieb Alischer Navoij mehr als 30 Werke in Usbekisch und untermauerte die usbekische klassische Literatursprache allseitig. In Usbekistan wird Nawoij heute als Volksheld gefeiert Er gilt vielen als der größte turksprachige Dichter aller Zeiten
Von ihm lagen für die Programmauswahl zwei Gedichtbände vor, auch davon ist einer ein Geschenk der usbekischen Botschaft Berlin.
Um die Vielfalt der usbekischen Lyrik in diesem Programm vorstellen zu können, war die online zur Verfügung stehenden Gedichtsammlung von lyrikline.org eine große Bereicherung. Daraus stammt u.a. das Gedicht Jeden Tag von Azam Abidov (1974), aus dem der Titel der Veranstaltung entlehnt ist.
Es soll erwähnt sein, daß Lyrikline ein Projekt des Hauses für Poesie, Berlin, (ist), in Kooperation mit den internationalen Netzwerkpartnern von Lyrikline. Das erklärte kulturpolitische Ziel von lyrikline ist es, über den multimedialen Erlebnischarakter, den das Internet bietet (Text, Bild, Ton), den Verbreitungs- und Bekanntheitsgrad von deutschsprachiger und internationaler Lyrik weltweit zu mehren.
Nicht nur poetisch werden zudem usbekische Märchen das lyrische Programm erweitern. Phantasiereich und humorvoll, von ergreifender Tragik und tiefer Lebensweisheit, sind die Märchen des usbekischen Volkes, die uns einen tiefen Blick gewähren in seine Sitten und Gebräuche, in sein Streben nach einem glücklichen Leben.
Reisenotizen Heinrich Vogelers
Der um die Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts die Worpsweder Künstlerkolonie mitbegründende Künstler Heinrich Vogeler (* 1872 / 1942) unternahm während seines vierten Aufenthalts in der Sowjetunion, im Jahr 1926, eine Reise nach Zentralasien. Auszüge aus seinen Reisenotizen umrahmen nicht nur die Gedichte und Märchen aus Usbekistan, sie bieten mit dieser Verbindung Gelegenheit an das Wirken des Künstlers als deutscher Maler, Grafiker, Architekt, Designer, Pädagoge, Schriftsteller und Sozialist zu erinnern.
Anfang des Jahrhunderts träumte er davon, die neuen Ideen von Jugendbewegung und Jugendstil in die Wirklichkeit umzusetzen auf einer harmonischen Insel (auf dem Barkenhoff in Worpswede/Anm.) beispielhaft als neuer Mensch zu leben. Der Traum zerbrach Auch nach dem Krieg (1. Weltkrieg: 1914 1918/ Anm.) strebte er danach einen neuen Menschen zu schaffen, der in Freiheit und Würde harmonisch leben konnte. Aber auch der neue Traum war eine Utopie und nicht zu verwirklichen.
In dem vom Kunsthändler und Galeristen Bernhard Kaufmann veröffentlichten Band Heinrich Vogelers Reiseskizzen Album aus dem Jahr 1991 erwähnt sein Sohn Jan Vogeler (* 1923 / 2005), Mein Vater berichtete mir von seinen Reisen durch Zentralasien in Form von postkartengroßen Aquarellen oder Farbstiftzeichnungen - in dem beiliegenden Briefchen wurde das Gezeichnete noch etwas erläutert. - In ihnen ist die Ursprünglichkeit des Malers, der mit seinen Augen und Sinnen eine unbekannte Welt berührt.
Zum musikalischen Programm
Als Mitglieder von The String Company aus Erfurt, schöpfen die Musiker Lev Guzman (Bratsche) und Ljubo Mitrović (Akkordeon) nicht nur aus dem genreübergreifenden Repertoire dieser Band von Klezmer, Gispsy Swing bis zu Celtic Folk und Jazz.
Speziell für das usbekisch-lyrische Programm lassen sie mit einer Vielfalt von Klängen usbekischer Komponisten Kultur aus diesem zentralasiatischen Land für das Publikum erlebbar werden.

