nnz-online
Kunst, Gott und die Welt:en im Tabakspeicher

Lovis Corinth zum 100. Todestag Nordhaus

Freitag, 24. Oktober 2025, 14:37 Uhr
Am Mittwoch, 5. November, um 19.30 Uhr, widmet sich das Museum Tabakspeicher in seiner Reihe „Kunst, Gott und die Welt“, dem Meister des kraftvollen Pinsels zum 100. Todestag: Lovis Corinth. Walter Martin Rehahn (Halle) präsentiert den Künstler anhand seiner Werke und mit Musik...

Lovis Corinth, Selbstbildnis mit Skelett, 1896, Leinwand, 68,5 cm x 88,6 cm x 2,1 cm,  (Foto: ©Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München) Lovis Corinth, Selbstbildnis mit Skelett, 1896, Leinwand, 68,5 cm x 88,6 cm x 2,1 cm, (Foto: ©Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München)


Die Entwicklung des Malers und Grafikers Lovis Corinth (1858-1925) war zunächst vom Klassizismus und Naturalismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts geprägt. Porträts, Akt- und Genredarstellungen dominierten sein Frühwerk. Später kamen mythologische und religiöse Szenen hinzu. Dabei wählte der Künstler im Gegensatz zu den seinerzeit üblichen Idealisierungen oft drastische, provozierende Darstellungsformen.

Mit seiner Übersiedlung von München nach Berlin 1901 vollzog er, angeregt durch Max Liebermann und Max Slevogt, eine entscheidende Wende hin zum deutschen Impressionismus. Lovis Corinth wurde zu einem der beliebtesten und gefragtesten Künstler der Berliner Secession. Nach einem Schlaganfall 1911 und den damit verbundenen Lähmungen kämpfte er eisern um den Erhalt und die Weiterentwicklung seiner künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Dazu gehörten auch Reisen und eine rege publizistische Tätigkeit.

Ab 1919 wählte er ein Haus am Walchensee zum Rückzugsort, an dem er vor allem Landschaftsbilder, Porträts und Stillleben malte. Dabei ist sein Spätwerk durchaus vom Expressionismus inspiriert. Trotz des Stilwandels in seinem Schaffen passt Lovis Corinth in keine der kunstgeschichtlichen Schubladen, sondern er gehört in seiner Eigenständigkeit zu den ganz großen Künstlergestalten des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Eintrittskarten für 5,- Euro pro Person gibt es ab sofort im Museum Tabakspeicher zu den üblichen Öffnungszeiten.
Walter Martin Rehahn hat einen Lehrauftrag für Christliche Archäologie und Kirchliche Kunst an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und ist im Nebenamt Studienleiter für Kunst und Kultur an der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de