Widerstand gegen Pläne für Riesen-Rechenzentrum
Silicon Hünstein
Montag, 24. November 2025, 14:30 Uhr
In der schönen neuen Welt des Datenozeans herrscht steter Hunger nach mehr Rechenkraft, seit der rasanten Verbreitung der KI in den letzten Jahren mehr denn je. Die Lösung sind enorme Rechenzentren, von denen eines in der Landgemeinde Bleicherode entstehen könnte, doch hier regt sich Widerstand…
Auf dem grünen Feld bis zur Baumreihe am Horziont könnte sich am Hünstein ein Riesen-Rechenzentrum ziehen (Foto: agl)
Wer heute bei Google etwas eintippt - sagen wir: Wie groß ist das größte Rechenzentrum der Welt?, der bekommt seit einiger Zeit nicht nur eine Liste an möglichen Weblinks angezeigt, sondern erhält prompt eine KI generierte Antwort. Damit Chat-GPT und Co. Texte schreiben, Bilder und ganze Videos generieren können, braucht es vor allem eines: Rechenpower. Um den Hunger nach mehr Leistung zu stillen, schießen weltweit Rechenzentren aus dem Boden und eines könnte in ein paar Jahren auch in der beschaulichen Landgemeinde Bleicherode stehen - am Hünstein zwischen Nohra, Wollersleben und Wolkramshausen.
Doch erst einmal zurück zur Frage. Googles Gemini antwortet:
Das größte Rechenzentrum der Welt ist derzeit der Range International Information Group Data Center in Langfang, China, mit einer Fläche von etwa 1 Million Quadratmetern. Ein weiteres sehr großes Rechenzentrum ist der Citadel Campus in Nevada, USA, mit einer Fläche von etwa 670.000 Quadratmetern, der jedoch möglicherweise nach Fertigstellung noch größer wird.
670.000 Quadratmeter macht 67 Hektar. Eine beachtliche Fläche und nahe dran an dem, was der Leipziger Projektentwickler FAB vor gut zwei Wochen in der Landgemeinde Bleicherode der interessierten Bürgerschaft servierte. Auf 53 Hektar könnte zwischen den Ortschaften Nohra, Wolkramshausen und Wollersleben ein Hyperscale Datacenter entstehen. Blue Future nennen die Leipziger ihr Vorhaben, die revolutionäre Symbiose von klimafreundlicher, regenerativer Energieversorgung und zukunftsweisender High-Technology und spricht von visionäre Ideen, um die Herausforderungen unserer Zeit zu lösen.
Jede Menge Platz auf der grünen Wiese, eine gut ausgebaute Stromtrasse und ein Umspannwerk in direkter Nachbarschaft machen das Gebiet interessant für den Projektentwickler, intersanter jedenfalls als das Industriegebiet Goldene Aue, dem es etwa am Umspannwerk fehlt. Erste Präsentationen gab es sowohl vor dem Landgemeinderat wie auch vor der Bürgerschaft. Zwei mögliche Bauabschnitte zu je 26 und 27 Hektar stellen die Leipziger hier vor, in der Mitte Platz für die Stromtrasse, nach West und Ost ein bisschen Grünstreifen, denn da würde man auf der einen Seite an das Freibad Hünstein und auf der anderen an die Regelschule in Wolkramshausen angrenzen. Auch technischen Daten liefert das Büro, im vollen Ausbau könne man 30 Module auf einer Fläche von 160.000 Quadratmetern und einer Leistung von 200 Megawatt unterbekommen (Das entspräch einer Leistung von mindestens 155.000 deutschen Haushalten, sagt die Google KI). Die Anforderung an das Stromnetz würde bei 300 Mega-Volt-Ampere liegen.
Es regt sich rege Widerstand
In den umliegenden Ortschaften sind die Sorgen nach der ersten Präsentation nicht nur gewachsen sondern in die Höhe geschossen. Die Info-Veranstaltung hat uns kalt erwischt. Wir haben nichts gegen den technischen Fortschritt und wir hängen alle wie wir hier sind auf die eine oder andere Art mit unseren Geräten an der Cloud. Aber die Dimensionen, die hier aufgetan werden sind enorm und wir haben den Eindruck, dass man sich im Landgemeinderat bisher nur oberflächlich mit dem Thema befasst hat., sagt Annalena, eine der Bürgerinnen, die sich aktiv gegen die Pläne stellt.
Im jüngsten Ratsbeschluss der Landgemeinde wird von der Errichtung eines Technologiegebietes gesprochen, ein Begriff der Visionen von einem Silicon Hünstein aufkommen lässt, die Hainleite als Standort für die Tech-Riesen. Vor Ort befürchtet man eher, zwei riesige Rechnergaragen von überschaubarer Lebensdauer und nicht viel mehr zu bekommen. Zwölf Kritikpunkte hat man recherchiert und zusammengetragen - zur Strom- und Wasserverbrauch, Wärme- und Lärmentwicklung, zu Arbeitsplätzen, Gewerbesteuereinnahmen und zum Projektentwickler selbst.
Die Bürger der umliegenden Ortschaften wollen sich gegen die Baupläne wehren (Foto: agl)
Bei der Frage nach den Möglichkeiten der Kompensation war der Herr vom Planungsbüro sehr ausweichend und hat etwas von einer Stiftung für gemeinnützige Zwecke fabuliert. Angeblich würden auch 120 Arbeitsplätze geschaffen, nach unseren Recherchen wären das bei Anlagen dieser Größe vor Ort tatsächlich nicht mehr als ein Dutzend., sagt Thomas Gebert und ob die Gewerbesteuer vor Ort bleiben würde, sei auch fraglich. Zweifel hat man zudem am Geschäftsgebahren der Projektentwickler. Die Firma verkaufe allein die Planung, wer als Investor hinter dem Projekt stehen würde kann oder will man nicht sagen (und auch im Bleicheröder Rathaus weiß man dazu nicht mehr als die Bürger). Neben dem Nordhäuser Gebiet ist FAB zudem auch andernorts tätig - sieben ähnliche Vorhaben treibt man derzeit voran, darunter in Eisenach, Stralsund, Bornau, Bad Lauchstädt und Raguhn/Jeßnitz. Das sind Testballoons. Da wo es den geringsten Widerstand gibt, da geht man dann hin. Aber Widerstand gibt es überall., berichtet Florian Klante, Anwohner und ebenfalls Mitglied der Bürgerinitiative und trägt weitere Kritikpunkte vor. Viele Rechner sorgen für viel Abwärme, die aber ohne eigenes Fernwärmenetz nirgendwo sinnvoll hingeleitet werden kann und für die Kühlung der Rechnerfarm braucht es enorme Menge an Wasser, von den Herausforderungen für den Brandschutz ganz zu schweigen. Am Ende der Ausführung steht die Forderung: die Landgemeinde müsse ihre Beschlüsse rückgängig machen.
Wir können jederzeit zurückgehen
Die Frage, die man bei der Initiative nicht beantworten kann: was hat die Landgemeinde denn genau beschlossen? Konkrete Baupläne und Terminierungen, öffentliche Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger - im Gang des deutschen Bauwesens sieht das alles schon weit fortgeschritten aus.
Neu im Amt, altbekannt in Bleicherode: die Bürgermeisterin der Landgemeinde, Franka Hitzing (Foto: agl)
An der Stelle kann Franka Hitzing - seit Mitte des Jahres neue Bürgermeisterin der Landgemeinde - ein Stück weit Entwarnung geben. Was man bisher vor sich hat, ist ein Aufstellungsbeschluss, man stehe noch ganz am Anfang der Prozesse. Was wir bis dato konkret vor uns haben, ist ein städtebaulicher Vertrag. Den haben wir uns von einer externen Anwaltskanzlei überprüfen lassen um sicher zu gehen, dass die Planungsleistungen beim Entwickler liegen und die Landgemeinde keinerlei Kosten übernimmt. Die Vorstellungsrunde in den Ortschaften war noch kein Teil eines ordentlichen Beteiligungsverfahrens. Der Landgemeinderat kann hier jederzeit rückwärts gehen., sagt Franka Hitzing.
Weiterhin wurde im Rat die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beschlossen, weil der Flächennutzungsplan, den man seit 2022 bearbeitet, noch nicht soweit ist. Dabei steht man nicht für sich allein, auch im Regionalplan für Nordthüringen müsste ein Projekt dieser Größenordnung Niederschlag finden, womit neben den Landkreisen auch der Freistaat mit im Boot säße. Zudem ist das angedachte Areal nicht im Besitz der Landgemeinde, sondern verteilt sich auf mehrere Eigentümer. Konkrete Folgen gibt es bisher gar keine, was passiert, liegt in der Hand des Landgemeinderates und der sollte im Sinne der Bürger entscheiden. Vor der nächsten Sitzung sind die Fraktionsvorsitzenden noch einmal im Rathaus, um das Thema zu besprechen und in Anbetracht der vielen, legitimen Fragen braucht es souveräne Antworten, die es von Seiten des Projektentwicklers bis jetzt nicht gab., sagt Hitzing.
Was im Sinne der Büger bedeuten kann, ist allerdings ein weites Feld. Die Landgemeinde Bleicherode bekommt zur Zeit regelmäßig Besuch von der Thüringer Aufbaubank und dem Landesverwaltungsamt um sich ihre Ausgaben bestätigen zu lassen, ein ausgeglichener Haushalt ist ein ferner Wunsch. Es braucht sinnvolle und kluge Entscheidungen, um finanziell wieder eingeständig zu werden. Das, was das Leben für die Menschen vor Ort lebenswert macht, sind meist freiwillige Aufgaben und für die braucht man Geld. Wenn wir wieder mehr als nur das Nötigste machen wollen, braucht es Einnahmen, so Hitzing weiter. Sparen kann man nicht mehr - in diesem Jahr hat man selbst den Heimat- und Kulturverein liquideren müssen - mit großen Bevölkerungszuwachs und mehr Schlüsselzuweisungen ist nicht zu rechnen, was als signifikante Einnahmequelle verbleibt, ist die Gewerbesteuer. Was nicht heißen muss, dass man dem Erstbesten Investor die Füße küssen muss, aber der Griff nach dem Strohhalm ist auch kein Szenario, dass man für Bleicherode von der Hand weisen könnte.
Die Diskussion zum Hünsteiner Rechenzentrum steht indes noch ganz am Anfang und es ist an den Bürgerinnen und Bürgern, sich bei ihren gewählten Vertretern Gehör zu verschaffen. Wer die Aktivitäten der Gruppe verfolgen will, findet sie auf Instagramm
Angelo Glashagel
Autor: red
Auf dem grünen Feld bis zur Baumreihe am Horziont könnte sich am Hünstein ein Riesen-Rechenzentrum ziehen (Foto: agl)
Wer heute bei Google etwas eintippt - sagen wir: Wie groß ist das größte Rechenzentrum der Welt?, der bekommt seit einiger Zeit nicht nur eine Liste an möglichen Weblinks angezeigt, sondern erhält prompt eine KI generierte Antwort. Damit Chat-GPT und Co. Texte schreiben, Bilder und ganze Videos generieren können, braucht es vor allem eines: Rechenpower. Um den Hunger nach mehr Leistung zu stillen, schießen weltweit Rechenzentren aus dem Boden und eines könnte in ein paar Jahren auch in der beschaulichen Landgemeinde Bleicherode stehen - am Hünstein zwischen Nohra, Wollersleben und Wolkramshausen.
Doch erst einmal zurück zur Frage. Googles Gemini antwortet:
Das größte Rechenzentrum der Welt ist derzeit der Range International Information Group Data Center in Langfang, China, mit einer Fläche von etwa 1 Million Quadratmetern. Ein weiteres sehr großes Rechenzentrum ist der Citadel Campus in Nevada, USA, mit einer Fläche von etwa 670.000 Quadratmetern, der jedoch möglicherweise nach Fertigstellung noch größer wird.
670.000 Quadratmeter macht 67 Hektar. Eine beachtliche Fläche und nahe dran an dem, was der Leipziger Projektentwickler FAB vor gut zwei Wochen in der Landgemeinde Bleicherode der interessierten Bürgerschaft servierte. Auf 53 Hektar könnte zwischen den Ortschaften Nohra, Wolkramshausen und Wollersleben ein Hyperscale Datacenter entstehen. Blue Future nennen die Leipziger ihr Vorhaben, die revolutionäre Symbiose von klimafreundlicher, regenerativer Energieversorgung und zukunftsweisender High-Technology und spricht von visionäre Ideen, um die Herausforderungen unserer Zeit zu lösen.
Jede Menge Platz auf der grünen Wiese, eine gut ausgebaute Stromtrasse und ein Umspannwerk in direkter Nachbarschaft machen das Gebiet interessant für den Projektentwickler, intersanter jedenfalls als das Industriegebiet Goldene Aue, dem es etwa am Umspannwerk fehlt. Erste Präsentationen gab es sowohl vor dem Landgemeinderat wie auch vor der Bürgerschaft. Zwei mögliche Bauabschnitte zu je 26 und 27 Hektar stellen die Leipziger hier vor, in der Mitte Platz für die Stromtrasse, nach West und Ost ein bisschen Grünstreifen, denn da würde man auf der einen Seite an das Freibad Hünstein und auf der anderen an die Regelschule in Wolkramshausen angrenzen. Auch technischen Daten liefert das Büro, im vollen Ausbau könne man 30 Module auf einer Fläche von 160.000 Quadratmetern und einer Leistung von 200 Megawatt unterbekommen (Das entspräch einer Leistung von mindestens 155.000 deutschen Haushalten, sagt die Google KI). Die Anforderung an das Stromnetz würde bei 300 Mega-Volt-Ampere liegen.
Es regt sich rege Widerstand
In den umliegenden Ortschaften sind die Sorgen nach der ersten Präsentation nicht nur gewachsen sondern in die Höhe geschossen. Die Info-Veranstaltung hat uns kalt erwischt. Wir haben nichts gegen den technischen Fortschritt und wir hängen alle wie wir hier sind auf die eine oder andere Art mit unseren Geräten an der Cloud. Aber die Dimensionen, die hier aufgetan werden sind enorm und wir haben den Eindruck, dass man sich im Landgemeinderat bisher nur oberflächlich mit dem Thema befasst hat., sagt Annalena, eine der Bürgerinnen, die sich aktiv gegen die Pläne stellt.
Im jüngsten Ratsbeschluss der Landgemeinde wird von der Errichtung eines Technologiegebietes gesprochen, ein Begriff der Visionen von einem Silicon Hünstein aufkommen lässt, die Hainleite als Standort für die Tech-Riesen. Vor Ort befürchtet man eher, zwei riesige Rechnergaragen von überschaubarer Lebensdauer und nicht viel mehr zu bekommen. Zwölf Kritikpunkte hat man recherchiert und zusammengetragen - zur Strom- und Wasserverbrauch, Wärme- und Lärmentwicklung, zu Arbeitsplätzen, Gewerbesteuereinnahmen und zum Projektentwickler selbst.
Die Bürger der umliegenden Ortschaften wollen sich gegen die Baupläne wehren (Foto: agl)
Bei der Frage nach den Möglichkeiten der Kompensation war der Herr vom Planungsbüro sehr ausweichend und hat etwas von einer Stiftung für gemeinnützige Zwecke fabuliert. Angeblich würden auch 120 Arbeitsplätze geschaffen, nach unseren Recherchen wären das bei Anlagen dieser Größe vor Ort tatsächlich nicht mehr als ein Dutzend., sagt Thomas Gebert und ob die Gewerbesteuer vor Ort bleiben würde, sei auch fraglich. Zweifel hat man zudem am Geschäftsgebahren der Projektentwickler. Die Firma verkaufe allein die Planung, wer als Investor hinter dem Projekt stehen würde kann oder will man nicht sagen (und auch im Bleicheröder Rathaus weiß man dazu nicht mehr als die Bürger). Neben dem Nordhäuser Gebiet ist FAB zudem auch andernorts tätig - sieben ähnliche Vorhaben treibt man derzeit voran, darunter in Eisenach, Stralsund, Bornau, Bad Lauchstädt und Raguhn/Jeßnitz. Das sind Testballoons. Da wo es den geringsten Widerstand gibt, da geht man dann hin. Aber Widerstand gibt es überall., berichtet Florian Klante, Anwohner und ebenfalls Mitglied der Bürgerinitiative und trägt weitere Kritikpunkte vor. Viele Rechner sorgen für viel Abwärme, die aber ohne eigenes Fernwärmenetz nirgendwo sinnvoll hingeleitet werden kann und für die Kühlung der Rechnerfarm braucht es enorme Menge an Wasser, von den Herausforderungen für den Brandschutz ganz zu schweigen. Am Ende der Ausführung steht die Forderung: die Landgemeinde müsse ihre Beschlüsse rückgängig machen.
Wir können jederzeit zurückgehen
Die Frage, die man bei der Initiative nicht beantworten kann: was hat die Landgemeinde denn genau beschlossen? Konkrete Baupläne und Terminierungen, öffentliche Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger - im Gang des deutschen Bauwesens sieht das alles schon weit fortgeschritten aus.
Neu im Amt, altbekannt in Bleicherode: die Bürgermeisterin der Landgemeinde, Franka Hitzing (Foto: agl)
An der Stelle kann Franka Hitzing - seit Mitte des Jahres neue Bürgermeisterin der Landgemeinde - ein Stück weit Entwarnung geben. Was man bisher vor sich hat, ist ein Aufstellungsbeschluss, man stehe noch ganz am Anfang der Prozesse. Was wir bis dato konkret vor uns haben, ist ein städtebaulicher Vertrag. Den haben wir uns von einer externen Anwaltskanzlei überprüfen lassen um sicher zu gehen, dass die Planungsleistungen beim Entwickler liegen und die Landgemeinde keinerlei Kosten übernimmt. Die Vorstellungsrunde in den Ortschaften war noch kein Teil eines ordentlichen Beteiligungsverfahrens. Der Landgemeinderat kann hier jederzeit rückwärts gehen., sagt Franka Hitzing. Weiterhin wurde im Rat die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beschlossen, weil der Flächennutzungsplan, den man seit 2022 bearbeitet, noch nicht soweit ist. Dabei steht man nicht für sich allein, auch im Regionalplan für Nordthüringen müsste ein Projekt dieser Größenordnung Niederschlag finden, womit neben den Landkreisen auch der Freistaat mit im Boot säße. Zudem ist das angedachte Areal nicht im Besitz der Landgemeinde, sondern verteilt sich auf mehrere Eigentümer. Konkrete Folgen gibt es bisher gar keine, was passiert, liegt in der Hand des Landgemeinderates und der sollte im Sinne der Bürger entscheiden. Vor der nächsten Sitzung sind die Fraktionsvorsitzenden noch einmal im Rathaus, um das Thema zu besprechen und in Anbetracht der vielen, legitimen Fragen braucht es souveräne Antworten, die es von Seiten des Projektentwicklers bis jetzt nicht gab., sagt Hitzing.
Was im Sinne der Büger bedeuten kann, ist allerdings ein weites Feld. Die Landgemeinde Bleicherode bekommt zur Zeit regelmäßig Besuch von der Thüringer Aufbaubank und dem Landesverwaltungsamt um sich ihre Ausgaben bestätigen zu lassen, ein ausgeglichener Haushalt ist ein ferner Wunsch. Es braucht sinnvolle und kluge Entscheidungen, um finanziell wieder eingeständig zu werden. Das, was das Leben für die Menschen vor Ort lebenswert macht, sind meist freiwillige Aufgaben und für die braucht man Geld. Wenn wir wieder mehr als nur das Nötigste machen wollen, braucht es Einnahmen, so Hitzing weiter. Sparen kann man nicht mehr - in diesem Jahr hat man selbst den Heimat- und Kulturverein liquideren müssen - mit großen Bevölkerungszuwachs und mehr Schlüsselzuweisungen ist nicht zu rechnen, was als signifikante Einnahmequelle verbleibt, ist die Gewerbesteuer. Was nicht heißen muss, dass man dem Erstbesten Investor die Füße küssen muss, aber der Griff nach dem Strohhalm ist auch kein Szenario, dass man für Bleicherode von der Hand weisen könnte.
Die Diskussion zum Hünsteiner Rechenzentrum steht indes noch ganz am Anfang und es ist an den Bürgerinnen und Bürgern, sich bei ihren gewählten Vertretern Gehör zu verschaffen. Wer die Aktivitäten der Gruppe verfolgen will, findet sie auf Instagramm
Angelo Glashagel

