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Alles dunkel oder was?

Sonntag, 04. Januar 2026, 12:12 Uhr
In Berlin ist es in einigen Stadtteilen recht dunkel. Hintergrund ist ein Anschlag auf das Starkstromnetz der Hauptstadt. Interessant ist bei dieser Gelegenheit ein Blick in die Medienlandschaft...

Alles dunkel oder was? (Foto: pixabay) Alles dunkel oder was? (Foto: pixabay)
Leben wir wirklich alle in einer "Blase"? Beurteilen wir Straftaten nicht mehr nach dem, was passiert ist, sondern wer der Täter sein könnte? Ich will an dieser Stelle nicht schon wieder die aktuellen polizeilichen Kriminalstatistiken zum Beispiel in punkto Ausländerkriminalität bemühen.

Aber es gibt den PKS und den Berichten des Verfassungsschutzes einen Unterpunkt - die Gefahren, die vom Linksextremismus ausgehen. Die natürlich in der linken und grünen Blase heruntergespielt werden. Vielmehr müsse sich der Fokus der Berichterstattung auf das rechtsextreme Milieu konzentrieren. Und die meisten der bedeutenden Medien in diesem Land stimmen in diese Meinungsrichtung mit ein. Vielmehr: sie ordnen für uns, die Leserschaft, alles richtig ein.

In Berlin ist es seit dem Samstagmorgen in einigen Stadtteilen zappenduster. Es gab an zentralen Stellen der Stromversorgung (Hochspannungskabel) einen Anschlag, der die Stromversorgung von rund 45.000 Haushalten lahmlegte. Die Lage der Aufklärung lichtet sich in diesen Stunden. Die Rede ist von einem Anschlag. Im "Spiegel" und der "taz" ist man aktuell (10.28 Uhr) vorsichtig. In der "taz" (9.30 Uhr) ist nichts bekannt zu den Verursachern.

Die "WELT" berichtet um 11.38 Uhr von Brandsätzen und meldet unter Berufung der Berliner Polizei von einem Bekennerschreiben aus dem linken Zirkel einer Gruppe namens Vulkan. Der BILD liegt indes das Bekennerschreiben vor, es trägt den Titel: "Fossile Kraftwerke abschalten ist Handarbeit". Beide Zeitungen gehören zum Springerimperium und sind damit natürlich auf der bösen Seite des Medienhimmels zu verorten.

Das hier ist eine Momentaufnahme der Medienlandschaft. Und nun stellen sie sich vor, der Anschlag würde die "Handschrift" einer "gesichert rechtsextremistischen Gruppierung" zuzuordnen sein. Wie würde da die Berichterstattung des linksgrünen Medienhimmels über Deutschland ausfallen?
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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