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Wildtierexpertin gibt Tipps

Vögel füttern: Was es zu beachten gibt

Mittwoch, 07. Januar 2026, 09:53 Uhr
Wenn Schnee und Frost die Landschaft bedecken, wird es für unsere heimischen Wildvögel schwer,ausreichend Nahrung zu finden. Dabei brauchen sie in dieser Zeit besonders viel Energie, um ihre Körpertemperatur zu halten – ein gut gefüllter Futterplatz kann überlebenswichtig sein.

„Mit der richtigen Fütterung können wir ihnen helfen, gut durch den Winter zu kommen. Gerade beianhaltendem Frost sind viele natürliche Nahrungsquellen nicht mehr erreichbar. Wer jetzt füttert, leistet einen wichtigen Beitrag zum Überleben unserer heimischen Wildvögel“, erklärt Eva Lindenschmidt, Wildtierexpertin bei VIER PFOTEN.

Das richtige Futter

  • Für Körnerfresser wie Finken und Sperlinge eignen sich Sonnenblumenkerne, Hanfsaat, Hirse und ungesalzene Nüsse.


  • Für Weichfutterfresser wie Rotkehlchen und Amseln sind ungeschwefelte Rosinen, Haferflocken und Obst (z.B. Apfelstücke) ideal.


  • Fettquellen wie Meisenknödel oder selbstgemachte Fettfutter-Mischungen liefern zusätzliche Energie.


Nicht geeignet: Brot und gewürzte Speisen
„Viele Menschen meinen es gut und geben Brot oder Essensreste – doch das kann für Wildvögel gefährlich sein“, erklärt Eva Lindenschmidt. „Brot enthält kaum Nährstoffe, quillt im Magen auf und verdirbt schnell.

Gewürze oder gesalzene Speisen stören den Wasserhaushalt und belasten die Verdauung. Artgemäß sind naturbelassene Körner, Nüsse, Rosinen und Haferflocken – alles ohne Salz, Zucker oder Gewürze.“

Futterstelle einrichten und sauber halten

Die Futterstelle sollte geschützt vor Nässe und Katzen sein. Lieber mehrere kleine Futterstellen als eine große anbieten. Regelmäßige Reinigung verhindert Krankheiten. „Die Hygiene an Futterplätzen sollte immer berücksichtigt werden.

Verschmutzte Futterhäuschen oder Futterspender sind ein Nährboden für Keime und Parasiten. Wer artgemäß füttert, reinigt Spender und Sitzstangen mindestens einmal pro Woche mit heißem Wasser und einer Bürste, entfernt täglich feuchte Futterreste und trägt Handschuhe, um Keime nicht zu übertragen. So verhindern wir Krankheiten und sorgen dafür, dass die Fütterung wirklich hilft“, betont Eva Lindenschmidt.

Meisenknödel sicher anbieten

Fertig-Knödel in Plastiknetzen sind gefährlich, weil sich Vögel darin verfangen und verletzen können. Besser sind wiederverwendbare Futterspender oder Drahtkörbe. Alternativ kann die selbstgemachte Knödelmasse in kleine Tontöpfe oder Kokosnussschalen gefüllt und mit einer Schnur in sicherer Höhe katzensicher aufgehängt werden.

Schnelles Rezept für Meisenknödel

  • 250 g Pflanzenfett schmelzen

  • 250 g Körnermischung (Sonnenblumenkerne, Haferflocken, gehackte Nüsse) und optional Rosinen einrühren

  • Abkühlen lassen, formen oder abfüllen, auskühlen und aufhängen


Wasser nicht vergessen

Auch im Winter brauchen Wildvögel Trinkwasser. Stelle flache Schalen bereit und tausche das Wasser bei Frost täglich aus.

Fazit

„Wer jetzt füttert, tut nicht nur etwas für das Überleben unserer heimischen Wildvögel, sondern holt auch ein Stück Natur direkt vor die eigene Haustür. Es ist eine einfache Möglichkeit, aktiv zu helfen und gleichzeitig faszinierende Beobachtungen zu machen“, so Eva Lindenschmidt.

Autor: red

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