Umwelt-Negativpreis ist auch an Thüringen adressiert
Dinosaurier des Jahres
Samstag, 10. Januar 2026, 16:13 Uhr
Der NABU vergibt für die Verweigerungshaltung der Unions-Landesagrarminister bei der Wiederherstellung zerstörter Ökosysteme den Negativpreis Dinosaurier des Jahres 2025. Im Kreise der "Ausgezeichneten" findet sich auch Thüringen wieder...
Dieser Preis geht stellvertretend an Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk als derzeitigen Vorsitzenden der Agrarministerkonferenz (AMK). Auch die Thüringer Landwirtschaftsministerin, Colette Boos-John, hat sich gemeinsam mit Unions-Länderkolleginnen und -kollegen für die Aufhebung der Wiederherstellungsverordnung stark gemacht. Neben Baden-Württemberg betrifft die Auszeichnung ausdrücklich auch die weiteren beteiligten Länder: Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Hintergrund ist unter anderem ein gemeinsamer Brief aller Landesagrarminister von CDU und CSU an die EU-Kommission im Juni 2025. Darin fordern sie, die EU-Wiederherstellungsverordnung (WVO) aufzuheben – jenes Gesetz, mit dem der Zustand der Natur EU-weit verbessert werden soll. Der NABU kritisiert die Verbreitung irreführender Behauptungen und die politische Verweigerungshaltung der Unions-Landesagrarminister deutlich. Diese verhinderten perspektivisch Lösungen, die gerade die Land- und Forstwirtschaft dringend benötigten.
Martin Schmidt, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen betont: Die Wiederherstellung zerstörter Natur ist eine Investition in unsere Zukunft. Nur dort wo Natur funktioniert, sorgt sie für fruchtbare Böden, die widerstandsfähig gegenüber Dürre und Starkregen sind, für gesunde Wälder mit stabilen Wasserhaushalten, für intakte Flüsse mit lebendigen Auen sowie für Moore, die enorme Mengen CO₂ speichern. Das schafft Lebensqualität, schützt Infrastruktur und sichert langfristig unsere Wirtschaftsgrundlage. Statt diese Chance zu nutzen und mit allen Beteiligten tragfähige Lösungen zu entwickeln, sorgen die Minister mit ihrem Brief für Verunsicherung in Verwaltung, Landwirtschaft und Naturschutz.
Die Preisvergabe soll ein klares Signal senden, den Fokus wieder auf Zusammenarbeit und verantwortungsvolles Handeln zu legen. Ein guter Ansatz für Thüringen wäre es, wenn die Landesregierung jetzt den im Regierungsvertrag vereinbarten Aktionsplan zur Belebung von Bach- und Flussauen auf den Weg brächte und sich aktiv für die Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung einsetzen würde, sagt der NABU-Landesvorsitzende.
Der NABU erinnert die Unions-Minister zudem daran, dass ihre Parteikollegin – EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen – die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur maßgeblich mitentwickelt hat und damit formal wie politisch mitverantwortlich ist. Nicht zuletzt erfährt die WVO breite Zustimmung der Bevölkerung, wie eine aktuelle NABU-Umfrage zeigt: 85 Prozent der Menschen wollen mehr intakte Natur und wünschen sich einen stärkeren politischen Umsetzungswillen zur Wiederherstellung von Naturflächen.
Autor: redDieser Preis geht stellvertretend an Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk als derzeitigen Vorsitzenden der Agrarministerkonferenz (AMK). Auch die Thüringer Landwirtschaftsministerin, Colette Boos-John, hat sich gemeinsam mit Unions-Länderkolleginnen und -kollegen für die Aufhebung der Wiederherstellungsverordnung stark gemacht. Neben Baden-Württemberg betrifft die Auszeichnung ausdrücklich auch die weiteren beteiligten Länder: Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Hintergrund ist unter anderem ein gemeinsamer Brief aller Landesagrarminister von CDU und CSU an die EU-Kommission im Juni 2025. Darin fordern sie, die EU-Wiederherstellungsverordnung (WVO) aufzuheben – jenes Gesetz, mit dem der Zustand der Natur EU-weit verbessert werden soll. Der NABU kritisiert die Verbreitung irreführender Behauptungen und die politische Verweigerungshaltung der Unions-Landesagrarminister deutlich. Diese verhinderten perspektivisch Lösungen, die gerade die Land- und Forstwirtschaft dringend benötigten.
Martin Schmidt, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen betont: Die Wiederherstellung zerstörter Natur ist eine Investition in unsere Zukunft. Nur dort wo Natur funktioniert, sorgt sie für fruchtbare Böden, die widerstandsfähig gegenüber Dürre und Starkregen sind, für gesunde Wälder mit stabilen Wasserhaushalten, für intakte Flüsse mit lebendigen Auen sowie für Moore, die enorme Mengen CO₂ speichern. Das schafft Lebensqualität, schützt Infrastruktur und sichert langfristig unsere Wirtschaftsgrundlage. Statt diese Chance zu nutzen und mit allen Beteiligten tragfähige Lösungen zu entwickeln, sorgen die Minister mit ihrem Brief für Verunsicherung in Verwaltung, Landwirtschaft und Naturschutz.
Die Preisvergabe soll ein klares Signal senden, den Fokus wieder auf Zusammenarbeit und verantwortungsvolles Handeln zu legen. Ein guter Ansatz für Thüringen wäre es, wenn die Landesregierung jetzt den im Regierungsvertrag vereinbarten Aktionsplan zur Belebung von Bach- und Flussauen auf den Weg brächte und sich aktiv für die Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung einsetzen würde, sagt der NABU-Landesvorsitzende.
Der NABU erinnert die Unions-Minister zudem daran, dass ihre Parteikollegin – EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen – die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur maßgeblich mitentwickelt hat und damit formal wie politisch mitverantwortlich ist. Nicht zuletzt erfährt die WVO breite Zustimmung der Bevölkerung, wie eine aktuelle NABU-Umfrage zeigt: 85 Prozent der Menschen wollen mehr intakte Natur und wünschen sich einen stärkeren politischen Umsetzungswillen zur Wiederherstellung von Naturflächen.
