ARD-DeutschlandTREND im Januar
Unverständnis gegenüber US-Militäraktion in Venezuela
Freitag, 09. Januar 2026, 12:43 Uhr
Mit der US-Militärintervention in Venezuela am ersten Januar-Wochenende haben sich die Hoffnungen auf ein friedlicheres neues Jahr erst einmal zerschlagen. Den Militäreinsatz in dem südamerikanischen Land betrachten sieben von zehn Bundesbürgern als nicht gerechtfertigt...
Grafik (Foto: infratest dimap, im Auftrag der ARD)
Acht von zehn sind zugleich beunruhigt, dass in der Weltpolitik zunehmend das Recht des Stärkeren gilt. Sich nach der Militärintervention offiziell eher zurückhaltend zu äußern, um die USA nicht zu provozieren, überzeugt knapp vier von zehn Wahlberechtigten. Die Hälfte favorisiert stattdessen eine deutliche Kritik von Deutschland und der EU an den USA, auch wenn dies das Verhältnis zum US-Präsidenten belasten sollte.
US-Ansehen auf Tiefstand
Wenig überraschend, befördert die Militäroperation weder das Ansehen der Vereinigten Staaten noch die des US-Präsidenten. Nur knapp jeder siebte Bundesbürger betrachtet die USA derzeit als vertrauenswürdigen Partner Deutschlands, so wenige wie nie zuvor im ARD-DeutschlandTREND.
Lediglich jeder Achte bewertet Donald Trump derzeit positiv, nochmals etwas weniger als zu Beginn seiner zweiten Amtszeit. Zwar fielen damals die Sorgen der Bundesbürger um die Entwicklung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses und der Sicherheit in Europa größer aus als aktuell, ebenso die Zweifel an den USA als Schutzmacht innerhalb des NATO-Bündnisses.
Die deutlich negativen Perspektiven der Deutschen bestehen jedoch fort. Ebenso unterstützt weitgehend stabil gut die Hälfte der Bundesbürger die Idee eines von der NATO unabhängigeren europäischen Militärbündnisses, und zwar über das gesamte Wählerspektrum hinweg.
Regierungsarbeit: weiter deutliche Kritik
Die krisenhafte Weltlage stellt eine Herausforderung für die schwarz-rote Bundesregierung im neu begonnen Jahr dar, die politische Bearbeitung bestehenden Unmuts unter den Bundesbürgern eine andere. Wie unmittelbar zur vorgezogenen Bundestagswahl vor knapp einem Jahr sehen aktuell gut acht von zehn Wahlberechtigten (84 Prozent; +1) in den bundesdeutschen Verhältnissen Anlass zur Sorge. Kaum nachgelassen hat aus Sicht der Bundesbürger der Handlungsdruck für die Koalition in der Wirtschaftspolitik.
Grafik (Foto: infratest dimap, im Auftrag der ARD)
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland wird von ihnen mit aktuell 20 Prozent nur leicht besser bewertet als vor einem Jahr (+4 zu Februar 2025). Der Umgang mit der Zuwanderung bleibt eine weitere Herausforderung für Schwarz-Rot. Zweifel an der Fähigkeit des Staates zur Kontrolle und Steuerung der Zuwanderung sind binnen Jahresfrist zwar deutlich zurückgegangen, überwiegen bei den Bundesbürgern allerdings nach wie vor, trotz Neuausrichtung der Zuwanderungspolitik unter Schwarz-Rot in den Reihen der AfD-Anhängerschaft sogar faktisch unverändert.
Insgesamt überzeugt die Bundesregierung auch zu Jahresbeginn nur jeden fünften Wahlberechtigten (20 Prozent; +/-0 zu Dezember) mit ihren Regierungsleistungen. Kanzler Merz punktet im Januar bei etwa jedem vierten Wahlberechtigten (24 Prozent; +1), ebenso SPD-Vizekanzler Klingbeil (26 Prozent; -4). Dass das schwarz-rote Bündnis die kommenden 12 Monate übersteht, betrachtet nur etwa die Hälfte (48 Prozent) als wahrscheinliches Szenario für 2026, faktisch ebenso viele (45 Prozent) rechnen derzeit mit einem Scheitern.
Autor: psg
Grafik (Foto: infratest dimap, im Auftrag der ARD)
Acht von zehn sind zugleich beunruhigt, dass in der Weltpolitik zunehmend das Recht des Stärkeren gilt. Sich nach der Militärintervention offiziell eher zurückhaltend zu äußern, um die USA nicht zu provozieren, überzeugt knapp vier von zehn Wahlberechtigten. Die Hälfte favorisiert stattdessen eine deutliche Kritik von Deutschland und der EU an den USA, auch wenn dies das Verhältnis zum US-Präsidenten belasten sollte.
US-Ansehen auf Tiefstand
Wenig überraschend, befördert die Militäroperation weder das Ansehen der Vereinigten Staaten noch die des US-Präsidenten. Nur knapp jeder siebte Bundesbürger betrachtet die USA derzeit als vertrauenswürdigen Partner Deutschlands, so wenige wie nie zuvor im ARD-DeutschlandTREND.
Lediglich jeder Achte bewertet Donald Trump derzeit positiv, nochmals etwas weniger als zu Beginn seiner zweiten Amtszeit. Zwar fielen damals die Sorgen der Bundesbürger um die Entwicklung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses und der Sicherheit in Europa größer aus als aktuell, ebenso die Zweifel an den USA als Schutzmacht innerhalb des NATO-Bündnisses.
Die deutlich negativen Perspektiven der Deutschen bestehen jedoch fort. Ebenso unterstützt weitgehend stabil gut die Hälfte der Bundesbürger die Idee eines von der NATO unabhängigeren europäischen Militärbündnisses, und zwar über das gesamte Wählerspektrum hinweg.
Regierungsarbeit: weiter deutliche Kritik
Die krisenhafte Weltlage stellt eine Herausforderung für die schwarz-rote Bundesregierung im neu begonnen Jahr dar, die politische Bearbeitung bestehenden Unmuts unter den Bundesbürgern eine andere. Wie unmittelbar zur vorgezogenen Bundestagswahl vor knapp einem Jahr sehen aktuell gut acht von zehn Wahlberechtigten (84 Prozent; +1) in den bundesdeutschen Verhältnissen Anlass zur Sorge. Kaum nachgelassen hat aus Sicht der Bundesbürger der Handlungsdruck für die Koalition in der Wirtschaftspolitik.
Grafik (Foto: infratest dimap, im Auftrag der ARD)
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland wird von ihnen mit aktuell 20 Prozent nur leicht besser bewertet als vor einem Jahr (+4 zu Februar 2025). Der Umgang mit der Zuwanderung bleibt eine weitere Herausforderung für Schwarz-Rot. Zweifel an der Fähigkeit des Staates zur Kontrolle und Steuerung der Zuwanderung sind binnen Jahresfrist zwar deutlich zurückgegangen, überwiegen bei den Bundesbürgern allerdings nach wie vor, trotz Neuausrichtung der Zuwanderungspolitik unter Schwarz-Rot in den Reihen der AfD-Anhängerschaft sogar faktisch unverändert.
Insgesamt überzeugt die Bundesregierung auch zu Jahresbeginn nur jeden fünften Wahlberechtigten (20 Prozent; +/-0 zu Dezember) mit ihren Regierungsleistungen. Kanzler Merz punktet im Januar bei etwa jedem vierten Wahlberechtigten (24 Prozent; +1), ebenso SPD-Vizekanzler Klingbeil (26 Prozent; -4). Dass das schwarz-rote Bündnis die kommenden 12 Monate übersteht, betrachtet nur etwa die Hälfte (48 Prozent) als wahrscheinliches Szenario für 2026, faktisch ebenso viele (45 Prozent) rechnen derzeit mit einem Scheitern.
