3. Sinfoniekonzert im Theater Nordhausen
Edle Speisen und edle Musik
Dienstag, 20. Januar 2026, 09:08 Uhr
Wer vermag, ein Menu aus erlesenen französischen Speisen mit ebenso erlesener französischer Musik zu unterlegen, der ist im 3. Sinfoniekonzert im Theater Nordhausen angekommen...
Edle Speisen und edle Musik in Zusammenhang zu bringen – welch ein genialer Einfall des Generalmusikdirektors Gabor Hontvari. Unter dem Motto Schillerndes Frankreich kreierte er dem Publikum ein Menu aus Musikwerken namhafter und weniger bekannter Komponisten des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis etwa in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts, das es dankbar und genüsslich aufnahm.
Als leichte Vorspeise erklang einleitend Gymnopaedie I, ein kurzes Stück von Erik Satie. Dieser bis heute weniger bekannte Komponist vertrat den Stil der Einfachheit, was in diesem Werk auch zum Ausdruck kam, er schrieb dieses und zwei weitere Stücke ähnlicheren Charakters ursprünglich für Klavier, im Konzert war es aber in der Orchesterfassung von Claude Debussy zu hören.
Das Loh- Orchester in großer Besetzung musizierte gefühlvoll und zart, getragen von zwei Harfen und Violinen, eine leicht zu verdauende Einleitung. Im starken Kontrast dazu folgte das Vorspiel zu La tempete(Der Sturm) von Arthur Honegger. Hier waren dissonante Passagen zu hören, glaubte man mitunter sogar tonmalerisch einen Marsch und Sirenen zuhören, was unmissverständlich als eine Anspielung an den 1. Weltkrieg bedeutet.
Das Orchester ließ den Sturm erlebbar werden, das intensive Dirigat der GMD forderte das geradezu heraus. Als besonders bekömmlich in der Folge des Menus war der ausdrucksvolle Gesang Sheherazade von Maurice Ravel durch Julia Ermakova. Mit großer Überzeugungskraft gestaltete sie die drei großen Abschnitte des Liederzyklus, ob dramatisch oder emotional, ob kräftig oder verhalten (Asien, die Zauberflöte der Gleichgültige), stets das Orchester als sicheren und gefühlvollen Begleiter hinter sich. Je te veux (Ich will dich) von Erik Satie als Zugabe war Ausdruck der Anerkennung des Publikums.
Den Höhepunkt erreichte das Konzert mit der Darbietung der Sinfonietta von Francis Poulenc. Mit großer Wandlungsfähigkeit, unfassbarem Engagement, mit Freude und Leichtigkeit, aber auch mit Ernst, Genauigkeit und Temperament leitete der GMD das Orchester. Die Musiker folgten seinem Dirigat ebenso mit sichtbarer Spielfreude und hohem spielerischem Können. Alle Orchestersoli kamen überzeugend und sicher, an diesem Abend besonders die Querflöte.
Nach dem abschließenden LaValse von Maurice Ravel entlud sich ein Sturm der Begeisterung und Anerkennung mit minutenlangem Beifall. Das Menu hat ohne Ausnahme gemundet.
Christel Laude
Autor: redEdle Speisen und edle Musik in Zusammenhang zu bringen – welch ein genialer Einfall des Generalmusikdirektors Gabor Hontvari. Unter dem Motto Schillerndes Frankreich kreierte er dem Publikum ein Menu aus Musikwerken namhafter und weniger bekannter Komponisten des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis etwa in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts, das es dankbar und genüsslich aufnahm.
Als leichte Vorspeise erklang einleitend Gymnopaedie I, ein kurzes Stück von Erik Satie. Dieser bis heute weniger bekannte Komponist vertrat den Stil der Einfachheit, was in diesem Werk auch zum Ausdruck kam, er schrieb dieses und zwei weitere Stücke ähnlicheren Charakters ursprünglich für Klavier, im Konzert war es aber in der Orchesterfassung von Claude Debussy zu hören.
Das Loh- Orchester in großer Besetzung musizierte gefühlvoll und zart, getragen von zwei Harfen und Violinen, eine leicht zu verdauende Einleitung. Im starken Kontrast dazu folgte das Vorspiel zu La tempete(Der Sturm) von Arthur Honegger. Hier waren dissonante Passagen zu hören, glaubte man mitunter sogar tonmalerisch einen Marsch und Sirenen zuhören, was unmissverständlich als eine Anspielung an den 1. Weltkrieg bedeutet.
Das Orchester ließ den Sturm erlebbar werden, das intensive Dirigat der GMD forderte das geradezu heraus. Als besonders bekömmlich in der Folge des Menus war der ausdrucksvolle Gesang Sheherazade von Maurice Ravel durch Julia Ermakova. Mit großer Überzeugungskraft gestaltete sie die drei großen Abschnitte des Liederzyklus, ob dramatisch oder emotional, ob kräftig oder verhalten (Asien, die Zauberflöte der Gleichgültige), stets das Orchester als sicheren und gefühlvollen Begleiter hinter sich. Je te veux (Ich will dich) von Erik Satie als Zugabe war Ausdruck der Anerkennung des Publikums.
Den Höhepunkt erreichte das Konzert mit der Darbietung der Sinfonietta von Francis Poulenc. Mit großer Wandlungsfähigkeit, unfassbarem Engagement, mit Freude und Leichtigkeit, aber auch mit Ernst, Genauigkeit und Temperament leitete der GMD das Orchester. Die Musiker folgten seinem Dirigat ebenso mit sichtbarer Spielfreude und hohem spielerischem Können. Alle Orchestersoli kamen überzeugend und sicher, an diesem Abend besonders die Querflöte.
Nach dem abschließenden LaValse von Maurice Ravel entlud sich ein Sturm der Begeisterung und Anerkennung mit minutenlangem Beifall. Das Menu hat ohne Ausnahme gemundet.
Christel Laude

