nnz nachgehakt
So schlimm sah es hier noch nie aus
Dienstag, 20. Januar 2026, 11:57 Uhr
Während der Schnee- und eisreichen Tage hatte der Winterdienst in und um Nordhausen alle Hände voll zu tun. Getan wurde nicht genug, meint ein nnz-Leser und äußerte die Sorge, dass das Streusalz ausgegangen sein könnte. Die nnz hat nachgehakt und kann Entwarnung geben…
Minusgrade, Eis und glatte Wege bestimmten zuletzt den Alltag im Südharz. Dem Leben hat das Wetter kaum Abbruch getan, abgesehen von einem Schneetag für die Kinder und der einen oder anderen Rutschpartie. Die Zahl der Unfälle hielt sich in Grenzen, aber der Winterdienst hatte alle Hände voll zu tun.
So viel, dass die nnz auch Kritik am Umgang mit Schnee und Eis in der Stadt Nordhausen erreicht hat. Straßen und Gehwege seien in einem erbärmlichen Zustand gewesen, heißt es in einer anonymen Leserzuschrift, so schlimm habe es in der Stadt noch nie ausgesehen, nicht einmal Hauptstraßen habe man geräumt bekommen, so die Kritik. Die Anstrengungen des Winterdienstes seien unzureichend gewesen, man habe nur geschoben, nicht gestreut und aus mehreren Quellen sei zu hören gewesen, dass der Stadt das Streusalz ausgegangen sei. Die nnz hat daraufhin sowohl bei der Stadtverwaltung wie auch bei den Südharzwerken nachgehakt.
Winterdienst hat geordnete Prioritäten
Das Rathaus widmet der Winterproblematik einen eigenen Platz auf der städtischen Website, hier wird unter anderem erläutert, wie die Räumung der 594 Straßen im eigenen Zuständigkeitsbereich erfolgt. Nordhausen und seine Ortsteile sind in drei Räum- und Streustufen eingeteilt:
Die Priorisierung erfolgt gemäß den Stufen, angefangen bei Stufe I sowie den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, welche auf den Ortsdurchfahrten von Nordhausen sowie den Ortsteilen liegen, gefolgt von Stufe II. Ein Status als Hauptstraße garantiert also keine zügige Räumung, wenn an anderer Stelle dringenderer Bedarf besteht.
Treppen, öffentliche Plätze, Brücken, Rad- und Gehwege werden durch die Mitarbeiter des Bauhofes oder durch das Grünamt beräumt. Vor städtischen Grundstücken wie dem Rathaus oder den Grundschulen im Stadtgebiet sind die jeweiligen Hausmeister zuständig.
300 Tonnen Streusalz auf Lager
Die Beschaffung von Streusalz obliegt nicht direkt dem Nordhäuser Rathaus. Auf den Landesstraßen ist die Thüringer Straßenwartung- und Instandhaltung (TSI) zuständig, für die Beräumung der Kreisstraßung hat die Service-Gesellschaft zu sorgen und im Bereich der Stadt greift man auf die Vorräte der Südharzwerke zurück.
Die beziehen ihr Streusalz über den Deutschen Straßendienst. Dieser organisiert die Lieferung aus verschiedenen Salzwerken in Deutschland, sodass flexibel auf die Versorgungslage reagiert und eine gleichbleibend hohe Qualität gewährleistet werden kann, erklärt Katrin Materlik, Geschäftsführerin der Südharzwerke.
Insgesamt stehen drei Silos mit einem Fassungsvermögen von jeweils 150 Kubikmetern, sowie zwei weitere mit je 75 Kubikmetern zur Verfügung. Die maximale Lagerkapazität beträgt damit rund 300 Kubikmeter, was in etwa 300 Tonnen Streusalz entspricht.
Zu Beginn der Wintersaison waren alle Silos vollständig gefüllt. Aufgrund der anhaltenden winterlichen Witterung wurde in den vergangenen Wochen ein großer Teil des Vorrats genutzt., teilt Materlik auf Anfrage der nnz mit. Im Lauf dieser Woche erwarte man mehrere Nachlieferungen um die Lagerbestände wieder vollständig auffüllen zu können.
Das Salz werde gemeinschaftlich durch das Grünamt der Stadt, den Bauhof sowie durch die Südharzwerke für die Durchführung des Winterdienstes verwendet. Der Verbrauch hänge dabei stark von der Wetterlage ab. Sollte sich ein Engpass abzeichnen, werden die vorhandenen Vorräte gezielt und sparsam eingesetzt – vorrangig auf verkehrswichtigen und sicherheitsrelevanten Straßenabschnitten., heißt es in der Antwort der Südharzwerke weiter, gleichzeitig bemühe man sich fortlaufend um Nachlieferungen, um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen.
Sollte es trotz aller Bemühungen zu einem vollständigen Engpass kommen, gäbe es Alternativen, auf die der Winterdienst zurückgreifen könne um die Verkehrssicherheit bis zum Eintreffen neuer Salzlieferungen sicher zustellen. Zu den Optionen gehört der Einsatz von Sole und abstumpfenden Streumitteln wie Splitt.
Wer tiefer in die Thematik eintauche möchte, kann weitere Details auf der Website der Stadt nachlesen. Hier finden sich auch aktuelle Informationen zu wetterbedingten Einschränkungen, sollte der Winter demnächst noch einmal mit Schnee und Eis über Nordhausen kommen.
Angelo Glashagel
Autor: redMinusgrade, Eis und glatte Wege bestimmten zuletzt den Alltag im Südharz. Dem Leben hat das Wetter kaum Abbruch getan, abgesehen von einem Schneetag für die Kinder und der einen oder anderen Rutschpartie. Die Zahl der Unfälle hielt sich in Grenzen, aber der Winterdienst hatte alle Hände voll zu tun.
So viel, dass die nnz auch Kritik am Umgang mit Schnee und Eis in der Stadt Nordhausen erreicht hat. Straßen und Gehwege seien in einem erbärmlichen Zustand gewesen, heißt es in einer anonymen Leserzuschrift, so schlimm habe es in der Stadt noch nie ausgesehen, nicht einmal Hauptstraßen habe man geräumt bekommen, so die Kritik. Die Anstrengungen des Winterdienstes seien unzureichend gewesen, man habe nur geschoben, nicht gestreut und aus mehreren Quellen sei zu hören gewesen, dass der Stadt das Streusalz ausgegangen sei. Die nnz hat daraufhin sowohl bei der Stadtverwaltung wie auch bei den Südharzwerken nachgehakt.
Winterdienst hat geordnete Prioritäten
Das Rathaus widmet der Winterproblematik einen eigenen Platz auf der städtischen Website, hier wird unter anderem erläutert, wie die Räumung der 594 Straßen im eigenen Zuständigkeitsbereich erfolgt. Nordhausen und seine Ortsteile sind in drei Räum- und Streustufen eingeteilt:
- Stufe I umfasst die wichtigsten Verkehrsadern sowie starke Gefällestrecken, darunter fallen Straßen wie die B4 und die Parkallee oder auch der Beethovenring und Zufahrtsstrecken zum Südharzklinikum
- Zur Stufe II gehören die meisten Straßen in der Altstadt sowie unter anderem auch die Sangerhäuser Straße und die Verkehrsadern, auf denen Busse und Straßenbahnen verkehren
- Stufe III umfasst alle weiteren Straßen, welche nicht in Stufe I und II eingeordnet sind. Hier wird nur nach Bedarf geräumt.
Die Priorisierung erfolgt gemäß den Stufen, angefangen bei Stufe I sowie den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, welche auf den Ortsdurchfahrten von Nordhausen sowie den Ortsteilen liegen, gefolgt von Stufe II. Ein Status als Hauptstraße garantiert also keine zügige Räumung, wenn an anderer Stelle dringenderer Bedarf besteht.
Treppen, öffentliche Plätze, Brücken, Rad- und Gehwege werden durch die Mitarbeiter des Bauhofes oder durch das Grünamt beräumt. Vor städtischen Grundstücken wie dem Rathaus oder den Grundschulen im Stadtgebiet sind die jeweiligen Hausmeister zuständig.
300 Tonnen Streusalz auf Lager
Die Beschaffung von Streusalz obliegt nicht direkt dem Nordhäuser Rathaus. Auf den Landesstraßen ist die Thüringer Straßenwartung- und Instandhaltung (TSI) zuständig, für die Beräumung der Kreisstraßung hat die Service-Gesellschaft zu sorgen und im Bereich der Stadt greift man auf die Vorräte der Südharzwerke zurück.
Die beziehen ihr Streusalz über den Deutschen Straßendienst. Dieser organisiert die Lieferung aus verschiedenen Salzwerken in Deutschland, sodass flexibel auf die Versorgungslage reagiert und eine gleichbleibend hohe Qualität gewährleistet werden kann, erklärt Katrin Materlik, Geschäftsführerin der Südharzwerke.
Insgesamt stehen drei Silos mit einem Fassungsvermögen von jeweils 150 Kubikmetern, sowie zwei weitere mit je 75 Kubikmetern zur Verfügung. Die maximale Lagerkapazität beträgt damit rund 300 Kubikmeter, was in etwa 300 Tonnen Streusalz entspricht.
Zu Beginn der Wintersaison waren alle Silos vollständig gefüllt. Aufgrund der anhaltenden winterlichen Witterung wurde in den vergangenen Wochen ein großer Teil des Vorrats genutzt., teilt Materlik auf Anfrage der nnz mit. Im Lauf dieser Woche erwarte man mehrere Nachlieferungen um die Lagerbestände wieder vollständig auffüllen zu können.
Das Salz werde gemeinschaftlich durch das Grünamt der Stadt, den Bauhof sowie durch die Südharzwerke für die Durchführung des Winterdienstes verwendet. Der Verbrauch hänge dabei stark von der Wetterlage ab. Sollte sich ein Engpass abzeichnen, werden die vorhandenen Vorräte gezielt und sparsam eingesetzt – vorrangig auf verkehrswichtigen und sicherheitsrelevanten Straßenabschnitten., heißt es in der Antwort der Südharzwerke weiter, gleichzeitig bemühe man sich fortlaufend um Nachlieferungen, um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen.
Sollte es trotz aller Bemühungen zu einem vollständigen Engpass kommen, gäbe es Alternativen, auf die der Winterdienst zurückgreifen könne um die Verkehrssicherheit bis zum Eintreffen neuer Salzlieferungen sicher zustellen. Zu den Optionen gehört der Einsatz von Sole und abstumpfenden Streumitteln wie Splitt.
Wer tiefer in die Thematik eintauche möchte, kann weitere Details auf der Website der Stadt nachlesen. Hier finden sich auch aktuelle Informationen zu wetterbedingten Einschränkungen, sollte der Winter demnächst noch einmal mit Schnee und Eis über Nordhausen kommen.
Angelo Glashagel

