An die Wurzeln der Stadt:
Wer sägt an den Linden vom Blasii-Platz?
Dienstag, 20. Januar 2026, 14:01 Uhr
Dass im Rathaus - aktuell wohl ohne breite Öffentlichkeit - dieser Tage tatsächlich ernsthaft über die Fällung der acht Linden auf dem Blasii-Platz nachgedacht wird, ist ein weiterer Offenbarungseid des Hauses Buchmannn. Meint nnz-Kolumnistin Andrea Kalweit...
Die Diskussion um eine mögliche Fällung der acht Linden auf dem Blasii-Kirchplatz wirft wieder einmal ein fragwürdiges Licht auf die politische Kultur im Nordhäuser Rathaus. Nach Informationen aus Gesprächen wird der Erhalt der rund 100 Jahre alten Bäume plötzlich mit höheren Kosten bei der Neugestaltung des Platzes begründet. Als Alternative steht offenbar eine Fällung mit anschließender Neupflanzung im Raum.
Bemerkenswert ist dabei: Die Vitalität der Linden ist offenkundig, ihr Erhalt wurde zudem ausdrücklich in der Ausschreibung der Bauarbeiten festgeschrieben, die auch von einer Firma so angenommen wurde. Von einer unvorhersehbaren Kostenentwicklung kann daher kaum die Rede sein. Dass eine angebliche Kostenüberraschung dennoch als Argument ins Feld geführt wird, lässt Zweifel an der Ernsthaftigkeit der bisherigen Planungen, ausschreibungen und Angebotsannahmen aufkommen.
Der Blasii-Platz ist in seiner heutigen Form untrennbar mit diesen Bäumen verbunden. Sie prägen nicht nur das Erscheinungsbild, sondern erfüllen auch eine wichtige ökologische Funktion und dienen vielen Bürgern als Identifikationspunkt im Stadtzentrum. Sie haben auch eine historische Gerade im direkten Vergleich zum stark versiegelten Bibliotheksplatz kommt dem Blasii-Platz die Rolle eines grünen Kontrapunkts zu im Herzen der Stadt.
Vor diesem Hintergrund wirkt es befremdlich, dass im Rathaus überhaupt über die Fällung der Linden diskutiert wird. Wenn gesunde, erhaltenswerte Bäume trotz klarer Vorgaben zur Disposition stehen, stellt sich die Frage nach der Verantwortung des Oberbürgermeisters als oberstem Bauherren und Verantwortlichen für das Bauamts. Eine Neugestaltung des Platzes darf nicht auf Kosten gewachsener Strukturen erfolgen – insbesondere dann nicht, wenn deren Erhalt von Anfang an vorgesehen war. Wer die Linden fällt, ersetzt kein Grün, sondern Geschichte – und zwar durch jahrelang kümmernde Neupflanzungen.
Statt über Motorsägen zu diskutieren, sollte sich die Stadt fragen, warum Planungen offenbar so fragil sind, dass gesunde Bäume plötzlich zur Disposition stehen. Ein Blasii-Platz ohne Linden wäre ärmer – optisch, ökologisch und kulturell. Eine öffentliche Debatte ist überfällig.
Andrea Kalweit
Autor: redDie Diskussion um eine mögliche Fällung der acht Linden auf dem Blasii-Kirchplatz wirft wieder einmal ein fragwürdiges Licht auf die politische Kultur im Nordhäuser Rathaus. Nach Informationen aus Gesprächen wird der Erhalt der rund 100 Jahre alten Bäume plötzlich mit höheren Kosten bei der Neugestaltung des Platzes begründet. Als Alternative steht offenbar eine Fällung mit anschließender Neupflanzung im Raum.
Bemerkenswert ist dabei: Die Vitalität der Linden ist offenkundig, ihr Erhalt wurde zudem ausdrücklich in der Ausschreibung der Bauarbeiten festgeschrieben, die auch von einer Firma so angenommen wurde. Von einer unvorhersehbaren Kostenentwicklung kann daher kaum die Rede sein. Dass eine angebliche Kostenüberraschung dennoch als Argument ins Feld geführt wird, lässt Zweifel an der Ernsthaftigkeit der bisherigen Planungen, ausschreibungen und Angebotsannahmen aufkommen.
Der Blasii-Platz ist in seiner heutigen Form untrennbar mit diesen Bäumen verbunden. Sie prägen nicht nur das Erscheinungsbild, sondern erfüllen auch eine wichtige ökologische Funktion und dienen vielen Bürgern als Identifikationspunkt im Stadtzentrum. Sie haben auch eine historische Gerade im direkten Vergleich zum stark versiegelten Bibliotheksplatz kommt dem Blasii-Platz die Rolle eines grünen Kontrapunkts zu im Herzen der Stadt.
Vor diesem Hintergrund wirkt es befremdlich, dass im Rathaus überhaupt über die Fällung der Linden diskutiert wird. Wenn gesunde, erhaltenswerte Bäume trotz klarer Vorgaben zur Disposition stehen, stellt sich die Frage nach der Verantwortung des Oberbürgermeisters als oberstem Bauherren und Verantwortlichen für das Bauamts. Eine Neugestaltung des Platzes darf nicht auf Kosten gewachsener Strukturen erfolgen – insbesondere dann nicht, wenn deren Erhalt von Anfang an vorgesehen war. Wer die Linden fällt, ersetzt kein Grün, sondern Geschichte – und zwar durch jahrelang kümmernde Neupflanzungen.
Statt über Motorsägen zu diskutieren, sollte sich die Stadt fragen, warum Planungen offenbar so fragil sind, dass gesunde Bäume plötzlich zur Disposition stehen. Ein Blasii-Platz ohne Linden wäre ärmer – optisch, ökologisch und kulturell. Eine öffentliche Debatte ist überfällig.
Andrea Kalweit

