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Ein Blick in die Statistik

Thuringe et France

Mittwoch, 21. Januar 2026, 12:45 Uhr
In Deutschland und Frankreich wird dieser Tage die gegenseitige Freundschaft bestärkt und gefeiert. Die Thüringer Statistik haben den Tag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages zum Anlass genommen, einmal auf die Zahlen zu Thüringen und Frankreich zu blicken...

Am 22. Januar 1963 unterzeichneten der damalige französische Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer den Elysée-Vertrag. Mit dieser Erklärung sollten nicht nur das politische Bündnis und die wirtschaftliche Partnerschaft zwischen Frankreich und Deutschland manifestiert, sondern auch der Frieden und eine wachsende Freundschaft der ehemals verfeindeten Nationen besiegelt werden. Anlässlich des 40. Jahrestages der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages erklärten im Jahr 2003 der französische Präsident Jacques Chirac und Bundeskanzler Gerhard Schröder den 22. Januar zum „Deutsch-Französischen Tag“, einem besonderen Tag für Austausch und Begegnungen beider Länder. Anlässlich dieses Tages wirft das Thüringer Landesamt für Statistik einen Blick auf den zahlenmäßigen Hintergrund der thüringisch-französischen Beziehungen.

Zum 31.12.2024 lebten in Thüringen 570 Personen1 mit französischer Staatsangehörigkeit, davon 345 männlichen und 230 weiblichen Geschlechts. Im Durchschnitt waren sie 38,5 Jahre alt und blieben für 13,1 Jahre in Thüringen. Die hier lebenden Französinnen und Franzosen stellten 0,3 Prozent der ausländischen Bevölkerung Thüringens. Fast zwei Drittel von Ihnen (61,4 Prozent) lebten in den kreisfreien Städten Jena, Erfurt und Weimar, wobei Jena mit 155 Personen der beliebteste Wohnort war. 330 der in Thüringen lebenden französischen Staatsangehörigen wa- ren ledig. Von den 145 verheirateten Französinnen und Franzosen hatten etwas we- niger als die Hälfte (55 Personen) eine deutsche Ehepartnerin bzw. einen deutschen
Ehepartner.

Die Wanderungsbewegungen zwischen Thüringen und Frankreich fielen im Jahr 2024 zu Gunsten von Frankreich aus. Während 162 Personen aus Frankreich nach Thüringen zogen, verlegten 169 Personen ihren Wohnsitz von Thüringen nach Frankreich. Dabei war der Wanderungssaldo bei den männlichen Personen nahezu ausgeglichen, mit 83 Zuzügen und 81 Fortzügen. Dagegen verließen mehr weibliche Personen Thüringen in Richtung Frankreich (88 Fortzüge) als aus Frankreich nach Thüringen zuzogen (79 Zuzüge).

Die Mehrzahl der französischen Besucherinnen und Besucher kam zwar nicht gleich mit dem Umzugswagen nach Thüringen, doch zumindest mit dem Koffer. Im Jahr 2024 stammte etwa jeder 20. ausländische Gast aus Frankreich. Diese Gäste buchten bei 11 152 Ankünften insgesamt 23 104 Übernachtungen in Thüringer Beher- bergungsbetrieben2 (einschließlich Campingplätze). Sie blieben folglich im Durchschnitt rund 2 Nächte. Besonders beliebt waren bei den Gästen aus Frankreich im Jahr 2024 das Reisegebiet Weimar (24 Prozent der Ankünfte und 21 Prozent der Übernachtungen) und die Welterberegion Wartburg-Hainich (24 Prozent der Ankünfte und 25 Prozent der Übernachtungen).

Nicht nur in den Beherbergungsbetrieben, sondern auch in den Bildungseinrichtungen in Thüringen sind Gäste aus Frankreich willkommen. 32 Schülerinnen und Schüler mit französischer Staatsbürgerschaft wurden im Schuljahr 2024/2025 an Thüringer Schulen unterrichtet, davon 30 an allgemeinbildenden und 2 an berufsbildenden Schulen. 34 918 Thüringer Schülerinnen und Schüler lernten Französisch im Fremdsprachenunterricht3) an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Im Schuljahr 2024/2025 bestanden 60 Schulpartnerschaften3 zwischen französischen und Thüringer Schulen.

An den Thüringer Hochschulen waren im Wintersemester 2024/2025 insgesamt 153 Studierende mit französischer Staatsangehörigkeit eingeschrieben, davon 101 Studentinnen und 52 Studenten. Die beliebtesten Fächergruppen waren dabei die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit 68 Studierenden, gefolgt von den Geisteswissenschaften mit 28 Studierenden und den Ingenieurwissenschaften mit 24 Studierenden Wie sich der wirtschaftliche und der touristische Austausch zwischen Frankreich und Thüringen entwickeln, werden die Zahlen der kommenden Erhebungen und Veröffentlichungen zeigen.

1) Ergebnisse des Ausländerzentralregisters (AZR)
2) Beherbergungsstätten mit mindestens 10 Gästebetten bzw. Campingplätze mit mindestens 10 Stellplätzen (ohne Dauercamping)
3) Quelle: Statistisches Informationssystem Bildung; www.schulstatistik-thueringen.de; Stand: 16.01.26.
Autor: red

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