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Beinahe-Unfall deckt schlimme Zustände auf

Tierhaltung aufgelöst

Dienstag, 10. Februar 2026, 20:13 Uhr
Ein Beinahe-Unfall mit freilaufenden Schafen und einer Ziege führte am Wochenende zwischen Wernrode und Wolkramshausen zu einem umfangreichen Einsatz von Polizei und Veterinäramt. Die Ermittlungen brachten gravierende Tierschutzverstöße ans Licht...

Die Tiere standen zeitweise an einer Bushaltestelle. (Foto: Silvio Dietzel) Die Tiere standen zeitweise an einer Bushaltestelle. (Foto: Silvio Dietzel)
Am Samstag, den 07.02.2026, kam es zwischen Wernrode und Wolkramshausen zu einem Beinahe-Unfall, als ein Autofahrer mehreren Schafen und einer Ziege ausweichen musste. Da die Tiere keinem Anwohner zugeordnet werden konnten und zudem keine Ohrmarken trugen, wurde die Polizei Nordhausen hinzugezogen.

Gemeinsam gelang es, die Tiere nach rund 60 Minuten auf einem Grundstück zu sichern. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte erhebliche Mängel bei Unterbringung und Versorgung fest. Das zuständige Veterinäramt wurde umgehend informiert. Erste Ermittlungen ergaben, dass die Tiere einer Person aus Sondershausen gehören.

Kontrollen und weitere Maßnahmen
Am Sonntag, 08.02.2026, führte das Veterinäramt Nordhausen im Rahmen der Gefahrenabwehr eine Kontrolle der Tierhaltung durch. Dabei wurden erneut erhebliche Mängel festgestellt. Die Tiere wurden durch das Amt grundversorgt. Versuche, den Tierhalter zu erreichen, blieben an diesem Tag erfolglos.

Für Montag, den 09.02.2026, war nach Kontaktaufnahme mit dem Halter ein Vor-Ort-Termin um 10 Uhr angesetzt. Noch vor dem Termin beobachtete jedoch ein Zeuge, wie auf dem Gelände ein Fahrzeug stand und offenbar Tiere verladen wurden. Der Zeuge informierte Polizei und Veterinäramt.

In Sondershausen kontrollierte die Polizei das Fahrzeug. Darin befanden sich zwei Tiere. Das Veterinäramt des Kyffhäuserkreises wurde hinzugezogen. Da die Tiere nicht gekennzeichnet waren, durften sie nicht in einen anderen Landkreis gebracht werden. Fahrer und Tiere mussten zum Herkunftsort zurückkehren.

Haltungsverbot ausgesprochen
Dort wartete bereits das Veterinäramt Nordhausen. Aufgrund wiederholter Verstöße gegen das Tierschutzgesetz wurde dem nun anwesenden Tierhalter ein Haltungs- und Betreuungsverbot für Schafe und Ziegen ausgesprochen. Die Tierhaltung wurde aufgelöst. Zwei Tiere wurden eingezogen und auf Kosten des Halters anderweitig untergebracht. Zwei weitere Tiere gelten als verschwunde: Ob sie bereits abtransportiert wurden, ist Gegenstand weiterer Ermittlungen.

Tierhalter ist bereits bekannt
Der Tierhalter ist dem Veterinäramt Nordhausen bereits bekannt. Schon 2023 wurden in einer Haltung mit 25 Schafen tierschutzrechtliche Verstöße festgestellt, darunter fehlende Kennzeichnung und mangelhafte Versorgung. Die Haltung wurde aufgelöst, ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und abgeschlossen.

Im September 2025 wurde der Halter erneut auffällig, als er mehrere Schafe und eine Ziege auf einem angrenzenden Grundstück hielt. Auch hier fehlten Kennzeichnungen, und es gab Tierschutzverstöße. Nach Auflagen und Kontrollen waren im November 2025 keine Tiere mehr vor Ort festzustellen.

Aufgrund der wiederholten Verstöße wurde nun ein erneutes Ordnungswidrigkeitenverfahren eröffnet und das Haltungs- und Betreuungsverbot ausgesprochen.

Dank des aufmerksamen Handelns von Zeugen sowie der engen Zusammenarbeit von Polizei und Veterinärämtern konnte den Tieren schnell geholfen und weiterer Schaden verhindert werden.
Silvio Dietzel
Autor: red

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