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Neue Ausstellung im Nordhäuser Tabakspeicher

Das Spiel der Könige

Samstag, 14. März 2026, 20:00 Uhr
Es gibt ein Brettspiel, das bereits vor gut 1.500 Jahren in Nordindien aufkam. Nicht selten wird es auch als das „Spiel der Könige“ bezeichnet. Die Rede ist vom Schach. Das Museum Tabakspeicher in Nordhausen widmet sich im Rahmen einer Sonderausstellung seit Samstagnachmittag dieser Thematik. Die nnz war vor Ort…

Die neue Ausstellung im Tabakspeicher thematisiert das Schachspiel.  (Foto: Hans-Georg Backhaus) Die neue Ausstellung im Tabakspeicher thematisiert das Schachspiel. (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Herzlich begrüßt wurde die außerordentlich riesige Gästeschar durch Museumsleiter Jürgen Rennebach, der bekannte, dass er auch gerne Schach spielt, jedoch gegen seinen Schwiegervater meist als Verlierer vom Platz geht. Neben vielen bekannten Nordhäuser Gesichtern, wollten sich die zahlreichen Freunde des Schachs, unter ihnen auch viele Kinder und Jugendliche, diese Eröffnungsveranstaltung ebenfalls nicht entgehen lassen.

Schließlich trat Nordhausens Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos) ans Mikrofon und begann seine Begrüßungsansprache mit den Worten: „Ich wusste genau, was ich am 14. März tun wollte – das stand für mich fest: Ich gehe zur Sonderausstellung in den Tabakspeicher.“ Ebenso wie Rennebach outete auch er sich als Freund des Schachspiels. Er sei halt so „mittelmäßig“. Und gab schließlich den Startschuss für die Eröffnung der neuen Schau.

Volles Haus im Tabakspeicher. (Foto: Hans-Georg Backhaus) Volles Haus im Tabakspeicher. (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Sie steht unter dem Titel „Schach – Durch Welten und Zeiten“. Dieses Motto macht schon deutlich, dass ein sehr tiefgründiger und komplexer Abriss über die Geschichte dieses Brettspiels zu erwarten ist. Darauf verwiesen in ihren kurzen Ansprachen auch Konrad Reiß, Gründer des Schachmuseums Löberitz, sowie Dirk Schimm, 2. Beigeordneter des Landkreises Nordhausen. Zudem fungiert er als stellvertretender Vorsitzender des Schachclub 1951 Nordhausen e.V.

Jürgen Rennebach, Tabakspeicherleiter, eröffnete die Ausstellung. (Foto: Hans-Georg Backhaus) Jürgen Rennebach, Tabakspeicherleiter, eröffnete die Ausstellung. (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Von Indien aus gelangte das Spiel im Verlauf der Jahrhunderte schließlich über Persien nach Europa. Das Wort Schach leitet sich aus dem Persischen vom Begriff „Schah“ für König ab. Nicht selten ist beim Schach deshalb auch von einem „königlichen Spiel“ die Rede. Betrachtet man weitere bekannte Brettspiele, wie beispielsweise Mühle oder Dame, so rangiert Schach zweifellos ganz oben an.

Spätestens ab dem 13. Jahrhundert trat es auch in Europa seinen Siegeszug an. Im 18. und 19. Jahrhundert avancierte Schach zum Bestandteil bürgerlicher Kultur. In der Tat ist das Brettspiel insofern bedeutsam, als es seit geraumer Zeit auch vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als Sportart anerkannt ist.

Schach fördert vorausschauendes und kreatives Denken. Wer zudem eine hohe Konzentration an den Tag legt, ist stets klar im Vorteil. Ziel bleibt immer, den Gegner „schachmatt“ zu setzen. Wer sich diesem Spiel hingibt, hat sich oft auch einer „geistigen Folter“ zu stellen. Doch Spieler, die schon über Jahre sich diesem Match widmen, sind damit bestens vertraut und stellen sich darauf ein. Schach fördert zudem den Gemeinsinn.

Ergänzend zu dieser Sonderschau und in Kooperation mit dem Schachclub 1951 Nordhausen e.V. sind spannende Turniere geplant, auf die Dirk Schimm in seiner Rede eingehend verwies und die zeitnah in den Medien bekanntgegeben werden. Ein großer Dank seitens der Museumsmannschaft ging an diesem Nachmittag an die beiden einzigen deutschen Schachmuseen in Ströbeck und Löberitz. Sie tragen mit „höchst originellen Leihgaben“ aus verschiedenen zeitlichen Epochen zum maßgeblichen Erfolg der Ausstellung bei.

Wer sich fortan noch tiefgründiger mit der Geschichte des Schachspiels vertraut machen möchte, kann dies ab sofort bis Sonntag, 7. Juni, gerne tun. Eventuell ist auch eine Verlängerung geplant.

Das Nordhäuser Museum Tabakspeicher in der Bäckerstraße 19/20, ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Hans-Georg Backhaus
































Autor: red

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