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Landschaftspflegeverband startet neues Vorhaben

Kranich(t)raum Goldene Aue

Montag, 16. März 2026, 14:32 Uhr
Der Helmestausee und die Goldene Aue zählen zu den herausragenden Naturräumen in Mitteldeutschland. Mit dem Projekt „Kranich(t)raum Goldene Aue – Perspektiven für Mensch und Natur“ sollen dieser wertvolle Naturraum langfristig gesichert und eine naturverträgliche Entwicklung der Region vorangetrieben werden...

Der Helmestausee gehört seit dem 31.7.1978 zu den deutschen "Ramsar-Gebieten". Diese internationale UN Konvention zum weltweiten Schutz von Feuchtgebieten feiert passend zum Projektstart dieses Jahr ihr 50jähriges Jubiläum.

Mit dem ersten Treffen der Projektarbeitsgruppe (PAG) am 26. Februar 2026 im Schloss Heringen ist das länderübergreifende Projekt nun auch öffentlich sichtbar gestartet. An der Auftaktveranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Projektpartner sowie von Behörden und Kommunen teil – insgesamt rund 40 Teilnehmende.

Das Projekt läuft seit Dezember 2025 und dauert bis 2031. Ziel ist es, den Helmestausee und die Goldene Aue als herausragenden Naturraum langfristig zu sichern und zugleich Naturerleben, Zusammenarbeit und naturverträgliche Entwicklung in der Region weiter zu stärken. Dabei knüpft das Projekt an bestehende Naturschutz- und Tourismusansätze in der Region an und ergänzt sie um weitere Bausteine, abgestimmt über Länder- und Zuständigkeitsgrenzen hinweg.

Der Helmestausee zählt zu den bedeutendsten Vogelrastgebieten Deutschlands. Er ist der drittgrößte Rastplatz für Kraniche in Deutschland. In der Zugzeit im Herbst rasten hier an einzelnen Tagen bis zu 56.000 Kraniche gleichzeitig. Insgesamt wurden im Gebiet über 300 Vogelarten nachgewiesen, darunter zahlreiche schutzrelevante Brut- und Rastvögel.


Damit ist der Naturraum weit über die Region hinaus von besonderer Bedeutung und steht zugleich unter nationalem und internationalem Schutzrecht. Ermöglicht wird das Vorhaben durch zweckgebundene Fördermittel aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt, mit dem das Bundesamt für Naturschutz und Bundesumweltministerium bundesweit Projekte zum Schutz und zur Stärkung der biologischen Vielfalt unterstützen.

„Der Helmestausee ist seit langem ein Schwerpunkt unseres Engagements. Mit dem Projekt können wir den Schutz dieses besonderen Naturraums nun gemeinsam und über Ländergrenzen hinweg weiter stärken“, sagt Egon Primas, Vorstandsvorsitzender beim Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser.

Im Projekt werden Lebensräume gezielt gesichert und verbessert, für den Kranich ebenso wie für viele weitere wertgebende Brut- und Rastvogelarten. Die Umsetzung wird fachlich begleitet, sensible Zeiten und Bereiche sollen stärker berücksichtigt und Störungen verringert werden. Zugleich geht es darum, die Besonderheiten des Gebiets noch besser sichtbar zu machen und das Bewusstsein für seine Bedeutung weiter zu stärken.

„Der Helmestausee ist ein Naturjuwel von herausragender naturschutzfachlicher Bedeutung. Jetzt müssen wir gemeinsam Verantwortung übernehmen, um diesen einzigartigen Raum zu sichern und seine Entwicklung weiter voranzubringen“, sagt Jens Richter, Landesgeschäftsführer des NABU Sachsen-Anhalt.
Dies zeigt sich auch im naturverträglichen Tourismus und einer klaren Orientierung für Besucherinnen und Besucher. Ziel ist ein Naturerleben, das begeistert und zugleich Rücksicht nimmt. So soll das Projekt auch dazu beitragen, die Region als Ort eines sanften, naturverträglichen Tourismus weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit der Akteure vor Ort zu vertiefen. Ein Beispiel dafür ist das Humboldtsche Schloss Auleben, das als Besucher- und Bildungsort, mit einer eigens rund um den Kranich konzipierten Ausstellung, künftig eine neue Rolle in der Region einnehmen soll.

„Das Humboldtsche Schloss Auleben ist für viele hier ein Stück Heimat. Wenn es als Anlaufstelle für Naturbildung und sanften Tourismus neue Aufgaben bekommt, profitieren Ort und Natur gleichermaßen“, sagt Andreas Liesegang, Orteilbürgermeister Auleben. Das Projekt wird gemeinsam umgesetzt vom Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser, dem NABU Landesverband Sachsen-Anhalt und der Stadt Heringen/Helme. Gefördert wird es im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch die Länder Thüringen und Sachsen-Anhalt.
Landschaftspflegeverband Südharz-Kyffhäuser
Autor: red

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