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NNZ-FORUM: HÖCHSTE EISENBAHN FÜR DEN SÜDHARZ

Baustelle in Braunlage trennt Süd- und Nordharzer Buslinien

Freitag, 20. März 2026, 08:07 Uhr
Die Bauarbeiten entlang der Ortsdurchfahrt von Braunlage sind vor einigen Tagen in die nächste Phase eingetreten. Seither ist – voraussichtlich bis Ende Mai – der Einmündungsbereich aus Richtung Bad Lauterberg an der Herzog-Wilhelm-Straße vollständig gesperrt. Und das hat massive negative Auswirkungen auf den Harzer Busverkehr.

Kurz gesagt: Eine Reise durch den Harz mit Umstieg in Braunlage ist bis zum Ende der Arbeiten nur noch unter Inkaufnahme eines längeren Fußwegs und einer im Regelfall einstündigen Verzögerung verbunden und daher kaum zu empfehlen.

Das Netz zerfällt zurzeit in einen Nord- und einen Südbereich, die nur mittels eines ca. 10- bis 15 Minuten währenden Fußwegs entlang der bisherigen Busstrecke und durch die Baustelle hindurch miteinander verbunden sind.

Die „südlichen Buslinien“ bedienen derzeit nur die Haltestelle „Braunlage ZOB“. Das sind die 450 Herzberg – Braunlage, 470 Bad Sachsa – Walkenried – Zorge – Braunlage, 472 Bad Sachsa – Walkenried – Wieda – Braunlage und 262 Benneckenstein – Braunlage. Die 470 und 472 halten natürlich auch an der Tanner Straße, aber das hilft bei der Weiterfahrt auch nicht weiter.

Die 450 fährt den ZOB neu an, sie bog bisher an der Herzog-Wilhelm-Straße nach links zum Schulzentrum ab und setzte an der von-Langen-Straße wieder ein. Die anderen drei Linien wenden am ZOB zur Fahrt in die Gegenrichtung.

Die „nördlichen Buslinien“ bedienen als letzte Haltestelle „Braunlage von-Langen-Straße“ und biegen dort in die Marktstraße ein, um an der Haltestelle „Braunlage Schulzentrum“ in der Gegenrichtung wieder einzusetzen. Das sind die Linien 820 Bad Harzburg – Braunlage – St. Andreasberg (die natürlich auch „Jermerstein“ und „Eisstadion“ anfahren) und die 264 Wernigerode – Braunlage (hier auch mit der Haltestelle „Elbingeroder Straße“). Die 820 führt derzeit alle Andreasberger Fahrten über den Oderteich, das Oderhaus wird nicht bedient.

Wer zum Beispiel von Walkenried zum Torfhaus möchte, muss zwischen dem „ZOB“ und dem „Schulzentrum“ einen durchaus beachtlichen Fußweg zurücklegen bzw. muss umgekehrt von der „von-Langen-Straße“ bis zum „ZOB“ laufen. Wer gut zu Fuß ist, kann das bei einigen Verbindungen – das sind solche mit 15 oder mehr Minuten Übergangszeit – durchaus schaffen. Der eigentlich kürzeste Fußweg über die Promenade ist leider infolge Sperrung als Notfallstrecke auch nicht nutzbar.

Die Busunternehmen haben an den jeweiligen Endhaltestellen Hinweisschilder auf die Sperrung und die zu erreichenden „anderen“ Haltestellen angebracht. Wenig hilfreich ist wie fast immer in solchen Fällen der DB Navigator, der die Verbindungen wie bisher ausweist, aber die letzten Haltestellen mit „Halt entfällt“ markiert, ohne weitere Hinweise wie Dauer des Fußwegs zu geben. Dazu müsste er allerdings auch entsprechend gefüttert werden, wofür sich im Zuständigkeitsdschungel des ÖPNV wohl niemand zuständig fühlt. Ein „Shuttle“ für behinderte Fahrgäste, solche mit Rollatoren oder Gepäck kann mangels Straßen (und Fahrzeugen) nicht eingerichtet werden.

„Höchste Eisenbahn“ empfiehlt daher schweren Herzens, sich bei touristischen Fahrten auf die eingeschränkten Möglichkeiten einzurichten oder eben eine einstündige Verzögerung hin wie zurück einzukalkulieren. Auf das Erreichen der jeweils letzten Fahrten sollte man, wenn die Umsteigezeit nicht wenigstens 15 Minuten beträgt, nicht unbedingt vertrauen.

Für HATIX-Nutzer bietet sich immerhin die Chance, das Gebiet Braunlage mittels Nutzung der Strecken Walkenried – Herzberg – Seesen – Goslar – Bad Harzburg „weiträumig zu umfahren“ bzw. in Osterode oder Gittelde auf die Buslinien in Richtung Clausthal-Zellerfeld zu wechseln. Die Verbindung über St. Andreasberg nach Braunlage bietet mit dem Halt am Abzweig Oderteich und Wechsel dort auf den Bad Harzburger Bus gleichfalls eine Umfahrungsmöglichkeit.

Unbefriedigend ist das alles dennoch, weil ausschließlich die Kundinnen und Kunden des ÖPNV, darunter eben auch Leute, die in ihrer Mobilität spürbar eingeschränkt sind, die vielwöchige Sperrung aushalten und sich irgendetwas einfallen lassen müssen – und es wird ja nicht die letzte Sperrung auf dem langen Sanierungsweg durch Braunlage gewesen sein.
Michael Reinboth
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Autor: red

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