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Nullzinsen bei 65 Banken und Sparkassen

Montag, 30. März 2026, 11:27 Uhr
Noch immer bieten Dutzende Banken und Sparkassen auf dem Tagesgeldkonto keine Verzinsung. Bei mindestens 65 Kreditinstituten liegt der Tagesgeldzins bei 0,00 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox...

Null Zinsen (Foto: Gerd Altmann auf Pixabay) Null Zinsen (Foto: Gerd Altmann auf Pixabay)
Nullzinsen bei 65 von 827 Geldhäusern
Mindestens 65 Banken und Sparkassen zahlen für Guthaben auf dem Tagesgeldkonto keine Zinsen. Das entspricht einem Anteil von 8 Prozent der insgesamt 827 von Verivox ausgewerteten Kreditinstitute.

Berücksichtigt wurden die Konditionen für eine Anlagesumme von 10.000 Euro. Bei sieben der 65 Geldhäuser mit Nullzinsen werden erst bei höheren Guthaben Tagesgeldzinsen gezahlt. Zehn Institute bieten neben dem Tagesgeldkonto mit Nullzinsen noch mindestens ein weiteres mit einer Verzinsung oberhalb der Nulllinie an.

„Bei einigen Instituten werden die Nullzinsen für ältere Tagesgeldkontomodelle ausgewiesen, die nicht mehr aktiv beworben werden. Vor allem die langjährigen Bestandskunden der betreffenden Banken und Sparkassen sollten genau hinschauen und sich vergewissern, dass ihre Ersparnisse nicht immer noch unverzinst auf einem dieser alten Konten liegen“, rät Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.

Vor allem Kunden von Sparkassen und Volksbanken betroffen
Tagesgeldkonten ohne Verzinsung gibt es fast ausschließlich bei regionalen Kreditinstituten. So finden sich in der Verivox-Auswertung insgesamt 31 Sparkassen mit einem Tagesgeldzins von 0,00 Prozent. Bei insgesamt 322 ausgewerteten Sparkassen entspricht das einem Anteil von 10 Prozent.

Unter den regionalen Genossenschaftsbanken, zu denen neben den örtlichen Volks- und Raiffeisenbanken auch die PSD- und Sparda-Banken gehören, ist der Anteil mit 8 Prozent (32 von 407 ausgewerteten Banken) geringfügig niedriger.

Bei überregionalen Banken sind Nullzinsen selten. Von den insgesamt 98 bundesweit aktiven Banken in der Verivox-Auswertung zahlen lediglich zwei ihren Tagesgeldanlegern keine Zinsen.

Vier von zehn Regionalbanken bieten allenfalls Niedrigzinsen
„Tagesgeldzinsen von 0,00 Prozent sind Extremfälle und auch unter Sparkassen und Volksbanken nicht die Regel“, sagt Oliver Maier. „Doch auch bei sehr niedrigen Zinssätzen erzielen Sparer mit ihren Tagesgeldanlagen keine nennenswerten Erträge.“ Wie die Verivox-Auswertung zeigt, liegen die Tagesgeldzinsen bei vier von zehn Regionalbanken im Bereich von 0 bis 0,25 Prozent.

Bei insgesamt 140 und somit 43 Prozent aller ausgewerteten Sparkassen hat das Vergleichsportal Tagesgeldzinsen in Höhe von maximal einem Viertelprozent gefunden. In der Gruppe der regionalen Genossenschaftsbanken liegen die Tagesgeldzinsen von insgesamt 155 Banken nicht höher als 0,25 Prozent, was hier einem Anteil von 38 Prozent entspricht.

Auch Niedrigzinsen sind bei Banken, die ihre Sparprodukte bundesweit anbieten, deutlich seltener. In diesem Segment offerieren nur sieben Geldhäuser Tagesgeldkonten mit einem Zinssatz von maximal 0,25 Prozent. Das entspricht einem Anteil von 7 Prozent der von Verivox ausgewerteten überregionalen Banken.

„Wer 10.000 Euro zum Zinssatz von 0,25 Prozent ein Jahr lang anlegt, erwirtschaftet damit magere 25 Euro Zinsertrag. Da kann man es fast ganz lassen“, sagt Oliver Maier.

Wie sich Tagesgeldanleger hohe Zinsen sichern
Wer Zinsen vergleicht, kann sich wesentlich bessere Konditionen sichern. Gerade hat der Neobroker Scalable Capital ein neues Tagesgeldangebot mit 2,5 Prozent Zinsen gestartet. Der Zinssatz gilt unbefristet sowie für Neu- und Bestandskunden gleichermaßen. Zusammen mit dem Tagesgeldkonto wird bei Scalable ein Wertpapierdepot eröffnet und in der kostenfreien Variante kann ein Teil des Guthabens in Geldmarktfonds angelegt werden. Das ist eine sehr sichere Anlage, jedoch ohne gesetzliche Einlagensicherung.

Auch wer ausschließlich ein Tagesgeldkonto eröffnen möchte und auf den gesetzlichen Einlagenschutz Wert legt, findet aktuell mehrere Angebote mit unbefristeten Bestandkundenzinsen von 2 Prozent oder mehr.

Nochmal ein gutes Stück höher sind die befristeten Aktionszinsen bei vielen Neukundenangeboten. Hier ist das Ende der Fahnenstange aktuell erst bei 3,4 Prozent erreicht. Anleger sollten beachten, dass die hohen Zinsen bei diesen Angeboten nur für einige Monate gelten und danach oft deutlich sinken. Neukundenangebote lohnen sich deshalb vor allem für Sparer, die bereit sind, mit ihrem Geld dann erneut zu einer anderen Bank zu wechseln.

Methodik
Für die Analyse hat Verivox die aktuellen Tagesgeldzinsen aller 827 Banken und Sparkassen ausgewertet, die ihre Konditionen frei zugänglich im Internet veröffentlichen. Ausgewertet wurden die Zinssätze für eine Anlagesumme von 10.000 Euro. Diese wurden auf die zweite Nachkommastelle gerundet. Tagesgeldangebote mit 0,001 Prozent Zinsen wurden also den Nullzinsangeboten zugerechnet. Weil nicht alle Banken ihre Konditionen transparent ausweisen, könnte es weitere Banken mit Nullzinsen geben, die von der Auswertung nicht erfasst sind.

Im regionalen Sektor wird zwischen Sparkassen und regionalen Genossenschaftsbanken unterschieden. In beiden Institutsgruppen gibt es einzelne Häuser, die ihre Sparprodukte deutschlandweit anbieten und in der Auswertung deshalb den überregionalen Banken zugeordnet wurden.
Autor: psg

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