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Landesgartenschau in Leinefelde eröffnet

Zwischen Blumenmeer und DDR-Block

Samstag, 25. April 2026, 18:14 Uhr
Wer die Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis besucht, sollte gut zu Fuß sein. Doch lohnt sich der Besuch? Die nnz war bei der offiziellen Eröffnung dabei …

Momentan blühen noch die Frühblüher auf der Landesgartenschau in Leinefelde. (Foto: ssc) Momentan blühen noch die Frühblüher auf der Landesgartenschau in Leinefelde. (Foto: ssc)
Nach dem Soft Opening am Donnerstag ist die 5. Thüringer Landesgartenschau in Leinefelde nun auch offiziell eröffnet worden. Am Samstagnachmittag gaben bei bestem Wetter zahlreiche Ehrengäste gemeinsam den symbolischen Startschuss für die 172 Tage dauernde Freiluft-Ausstellung.

Zur feierlichen Eröffnung auf der Festwiese des Geländes begrüßte Moderator Peter Escher die Organisatoren sowie unter anderem Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU), die Eichsfelder Landrätin Marion Frant (CDU) und Bürgermeister Christian Zwingmann (CDU). Das Besondere: Die gesamte Eröffnungsfeier wurde live in Gebärdensprache übersetzt. Überhaupt lässt sich das gesamte Gelände gut mit Kinderwagen, Rollator oder auch Rollstuhl erkunden.

Zehn Jahre Vorbereitung für 172 Tage Gartenschau
Leinefeldes Bürgermeister Christian Zwingmann (links) im Gespräch mit Ministerpräsident Mario Voigt und Landesgartenschauchef Stefan Nolte (rechts). Begleitet werden sie von Thüringens Infrastrukturminister Steffen Schütz.   (Foto: ssc) Leinefeldes Bürgermeister Christian Zwingmann (links) im Gespräch mit Ministerpräsident Mario Voigt und Landesgartenschauchef Stefan Nolte (rechts). Begleitet werden sie von Thüringens Infrastrukturminister Steffen Schütz. (Foto: ssc)
Bis zum 11. Oktober erwartet die Stadt Leinefelde-Worbis rund 325.000 Besucher auf dem weitläufigen Gelände. Zehn Jahre Vorbereitung liegen hinter Leinefelde. 2016, zum Zeitpunkt der Bewerbung, sei dem Vorhaben Landesgartenschau in der Stadt noch mit Skepsis begegnet worden, sagte Bürgermeister Christian Zwingmann. Das gesamte Areal sei „toll geworden“. Die grüne Achse zwischen Bahnhof und Gartenschaugelände sei deutlich aufgewertet worden.

„Die Landesgartenschau ist kein kurzer Effekt für sechs Monate, das ist Stadtentwicklung“, so Zwingmann. Sie bringe einen Mehrwert für die gesamte Stadt und die Region. Neue Ausflugsziele seien auch außerhalb des eigentlichen Kernareals entstanden, etwa im Lunapark und Tüffers Garten.

Augarten als Herzstück der Ausstellung
Die Landesgartenschau steht unter dem Motto „Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft“ und verteilt sich auf mehrere Bereiche. Herzstück ist der etwa zehn Hektar große Augarten mit Festwiese, Bühne, Gastronomie, der renaturierten Ohne, Auwald sowie Naturspiel- und Entdeckungsräumen.

Hinzu kommt die rund fünf Hektar große Gartenstadt mit acht Themengärten, großem Spielplatz, Landwirtschaftsflächen und dem Pavillon der Region. Weitere Attraktionen sind die archäologische Erlebniswelt „Kirrode“, ein Grünes Klassenzimmer, ein Kirchenpavillon sowie ein Skatepark.

Der Blumen-Block als besonderer Besuchermagnet
Unmittelbar gegenüber der Hauptfläche steht der sogenannte „Blumen-Block“. Dieser DDR-Block vom Typ IW 76 P2 Typ Halle gehört der Leinefelder Wohnungsbaugenossenschaft, die das Haus entkernt hat. Der Block beherbergt wechselnde Floristikausstellungen auf mehreren Etagen sowie eine stadtgeschichtliche Ausstellung, eine Schau-Loft-Wohnung und eine nostalgische DDR-Wohnung.

Aktuell stellt das Team des Kindelbrücker Floristen Christopher Ernst in den ersten beiden Etagen aus. Ernst zählt als Deutscher Meister zu den renommiertesten Floristen des Landes. Allein für den Blumen-Block sollte man – will man sich alles ansehen – ausreichend Zeit einplanen.

Das sollten Besucher nicht verpassen
  • Blumen-Block: Ein entkernter Plattenbau mit zwölf wechselnden Floristikausstellungen auf mehreren Etagen
  • Kirrode: Archäologischer Erlebnisraum mit freigelegter mittelalterlicher Siedlung, entdeckt beim Anlegen des Laga-Geländes
  • Renaturierte Ohne mit neuen Erlebnis-, Natur- und Spielräumen
  • Kirchenpavillon der Ökumene
  • 850 Quadratmeter großer Skatepark und Streetbasketball-Fläche
  • Umfangreiches Kultur-, Musik- und Veranstaltungsprogramm mit rund 1700 Veranstaltungen
  • es sind mehrere Ballonfahrten ab dem Gelände geplant


Parken direkt am Eingang
Direkt am Eingang des Gartenschaugeländes wurde ein sehr großer Parkplatz eingerichtet. Ein weiterer mit Shuttle-Service ist in der Birkunger Straße (Milchhof). Das Parken ist kostenpflichtig.

Eintrittspreise im Überblick
Die Landesgartenschau bietet reguläre Tageskarten für Erwachsene für 22 Euro an, ermäßigt 20 Euro. Kinder bis fünf Jahre haben freien Eintritt, während Jugendliche von sechs bis 14 Jahren acht Euro zahlen. Das Abendticket kostet 11 Euro. Hunde kosten sieben Euro. Dauerkarten kosten für Erwachsene 150 Euro.

Imbissstände und Verpflegung im Gelände
Im Park gibt es mehrere Imbissangebote. Eine Bratwurst mit Brot kostet vier Euro, eine Brezel 2,50 Euro. Auch Getränke werden an verschiedenen Ständen angeboten. An den Verkaufsstellen dauerte es am Eröffnungstag doch etwas länger. Vor dem Gelände, zwischen Blumen-Block und Landesgartenschau, befindet auch ein großer Imbiss.

Wie es nach der Gartenschau weitergeht
Die Gartenstadt selbst, eine frühere Garagenfläche, soll zu einem modernen und ökologischen Wohnquartier werden. Der Blumen-Block wird von der LWG zu hochwertigen Wohnungen saniert.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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