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Gestiegene Spritpreise

ifo Institut: 5 Minuten Arbeit für Liter Benzin

Donnerstag, 07. Mai 2026, 09:38 Uhr
Im April 2026 musste ein durchschnittlicher Arbeitnehmer für einen Liter Kraftstoff etwa 5 Minuten arbeiten. Dies zeigt eine Berechnung des ifo Instituts mit Blick auf die Entwicklung der Löhne und Spritpreise...

Arbeitszeit pro Liter Benzin. (Foto: Ifo-Institut) Arbeitszeit pro Liter Benzin. (Foto: Ifo-Institut)
Die gestiegenen Spritpreise belasten die Arbeitnehmer in Deutschland nach Ansicht der Experten nicht mehr als in vergangenen Jahren. „Die Schließung der Straße von Hormus erhöhte zwar die Preise, die Belastung für den durchschnittlichen Arbeitnehmer in Deutschland fällt im historischen Vergleich aber dennoch nicht ungewöhnlich hoch aus“, sagt Marcel Thum, Leiter der ifo Niederlassung Dresden.

Grund dafür ist, dass die stetig gestiegenen Löhne der letzten Jahrzehnte den starken Anstieg der Spritpreise abdämpfen. In den letzten 35 Jahren musste man zwischen 3 und 6 Minuten für einen Liter Kraftstoff arbeiten. Der Arbeitsaufwand für einen Liter Benzin liegt trotz gestiegener Preise aktuell noch immer in diesem Bereich. Für einen Liter Diesel liegt die benötigte Arbeitszeit zwar eher am oberen Ende, aber keineswegs in neuen Dimensionen. „Selbst bei Spritpreisen von 240 Cent pro Liter Super oder 250 Cent pro Liter Diesel liegt die benötigte Arbeitszeit meist unter den Werten der Jahre 2006 bis 2013“, sagt Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der ifo Niederlassung Dresden.

Die Autoren betonen, dass die Belastung für einzelne Haushalte unterschiedlich stark ausfallen kann. „Natürlich stellen die hohen Spritpreise vor allem für Haushalte mit niedrigem Einkommen, die auf das Auto angewiesen sind, eine stärkere Belastung dar. Pauschale Entlastungen wie Tankrabatte kommen aber in gleichem Maße Haushalten mit mittlerem und hohem Verbrauch zugute. Gleichzeitig fallen Steuerausfälle an, die die Allgemeinheit tragen muss“, sagt Thum. Mobilitäts- und Steuerdaten zeigen, dass ein höherer Kraftstoffverbrauch mit einem höheren Einkommen einhergeht. Für hohe Verbrauchsmengen (100 Liter im Monat) ergeben sich Mehrkosten von etwa 40 bis 60 Euro pro Monat durch die jüngsten Preissteigerungen.

Grundlage der Berechnung ist die Entwicklung der Spritpreise gemessen an den Nettolöhnen und dem Arbeitsvolumen aller Arbeitnehmer nach der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zwischen den Jahren 1991 und 2025. Für das Jahr 2026 wurde ein Lohnanstieg von 2 Prozent unterstellt, da noch keine offiziellen Daten vorliegen.
Autor: red

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