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Ein Blick in die Statistik

Mehr Haus- und Sperrmüll

Freitag, 08. Mai 2026, 11:04 Uhr
Im Jahr 2024 wurden in Thüringen insgesamt pro Kopf 178,7 Kilogramm Haus- und Sperrmüll eingesammelt. Damit stieg das Müllaufkommen je Einwohnerin und Einwohner im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, lag Thüringen damit immer noch unter dem Bundesdurchschnitt in Höhe von 195,6 Kilogramm pro Kopf...
Müllaufkommen in den Thüringer Haushalten.  (Foto: Quelle: Statitisches Landesamt) Müllaufkommen in den Thüringer Haushalten. (Foto: Quelle: Statitisches Landesamt)

Im Vergleich der letzten 20 Jahre wurde der höchste Wert im Jahr 2004 mit insgesamt 211,2 Kilogramm je Einwohnerin und Einwohner in Thüringen verzeichnet. Auch im Jahr 2020 lag der Wert auf einem hohen Niveau, damals hatte vor allem ein höherer Konsum im Homeoffice und mehr Abfall durch Renovierungen während Corona zu einem höheren Müllaufkommen geführt. Im Jahr 2024 war das niedrigste Pro-Kopf-Aufkommen im Landkreis Gotha mit 116,7 Kilogramm und das höchste Pro-Kopf-Aufkommen im Weimarer Land mit 210,4 Kilogramm.

Deutschlandweit ist das Aufkommen von Haus- und Sperrmüll im Jahr 2024 erstmals seit 2021 wieder angestiegen; auf nun 186,7 Kilogramm je Einwohnerin und Einwohner. Dieser Anstieg steht dem langfristigen Trend von sinkendem Aufkommen des Haushaltsmülls entgegen. Zuletzt war der Trend 2020 durchbrochen worden, als das Pro-Kopf-Aufkommen von 187,0 Kilogramm im Jahr 2019 auf 194,0 Kilogramm im Jahr 2020 anstieg. Über den gesamten betrachteten Zeitraum ist der Höchststand aus 2004 mit 206,6 Kilogramm je Einwohnerin und Einwohner jedoch nicht mehr erreicht worden. Insgesamt machten Haus- und Sperrmüllabfälle 2024 circa 41 Prozent der gesamten Haushaltsabfallmenge aus, welche durch öffentliche Entsorgungsdienstleister erfasst werden.

Höheres Aufkommen in Ballungsräumen bzw. kreisfreien Städten
Im deutschlandweiten Vergleich hatte auf Kreisebene der Oberbergische Kreis (Nordrhein-Westfalen) mit 391,1 Kilogramm das höchste Pro-Kopf-Aufkommen an Haus- und Sperrmüll. Dahinter folgte die kreisfreie Stadt Bremerhaven mit 351,0 Kilogramm je Einwohnerin und Einwohner. Die niedrigsten Pro-Kopf-Abfallmengen konnten die Landkreise Calw (Baden-Württemberg) mit 70,9 Kilogramm und Aschaffenburg (Bayern) mit 71,1 Kilogramm aufweisen. Insgesamt fiel das Aufkommen in Ballungsräumen höher aus als in ländlicheren Gebieten. Ausnahmen hierzu bildeten Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie Brandenburg mit einem überdurchschnittlichen Pro-Kopf-Aufkommen des Haus- und Sperrmülls in allen Kreisen.

Zu den Faktoren, die regionale Unterschiede erklären können, gehören unter anderem finanzielle Aspekte (Höhe der Entsorgungsgebühren, Angebote von privaten Entsorgungsdienstleistern), das Ausmaß der Sensibilisierung der Bevölkerung für die Müllvermeidung und/-trennung sowie außergewöhnliche Anstiege der Abfallmenge z. B. aufgrund von lokalen Wetterereignissen wie Starkregen und Überflutungen.
Autor: red

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