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Kaleb Erdmann liest in Nordhausen

Wie verarbeitet man eine Katastrophe?

Dienstag, 12. Mai 2026, 13:19 Uhr
Kaleb Erdmann liest im Mai in der Stadtbibliothek aus seinem autofiktionalen Roman "Die Ausweichschule". Als Elfjähriger erlebte er das Attentat am Erfurter Gutenberg-Gymnasium...

Kaleb Erdmann liest im Mai in Nordhaus aus seinem Buch "Die Ausweichschule". (Foto: Jakob Kielgaß) Kaleb Erdmann liest im Mai in Nordhaus aus seinem Buch "Die Ausweichschule". (Foto: Jakob Kielgaß) Am Donnerstag, den 21. Mai wird um 19 Uhr der Autor Kaleb Erdmann in der Stadtbibliothek zu Gast sein. Im Herbst erschien sein Buch "Die Ausweichschule". Das Attentat am Gutenberg-Gymnasium hat sich in das kollektive Gedächtnis des Freistaates eingebrannt. Am Tag der Abiturprüfungen im Jahr 2002 fallen Schüsse im Erfurter Gutenberg-Gymnasium. Der Täter erschoss 16 Menschen und anschließend sich selbst.

Kaleb Erdmann erlebt diesen Tag als Elfjähriger. Mehr als zwanzig Jahre später bricht das Ereignis völlig unerwartet erneut in sein Leben ein. Wie verhält es sich mit seinen Erinnerungen?

Eine der Folgerungen auf dieses Ereignis war die Einführung der BLF (Besondere Leistungsfeststellung) in der Klassenstufe 10 für Thüringer Gymnasien.

In seinem autofiktionalen Roman „Die Ausweichschule“ beschäftigt sich Kaleb Erdmann mit dem dramatischen Geschehen, in dem er die Ereignisse mit kindlichen Erinnerungen und vielfältigen Perspektiven kontrastiert. Über allem steht die Frage, ob sich eine solche Katastrophe in der Kunst verhandeln lässt.

Erdmanns Buch ist Doku-Roman und Aufarbeitung zugleich. Ein ernsthafter Versuch, der an den passenden Stellen mit erstaunlich viel Humor ausgestattet ist.

Das Buch „Die Ausweichschule“ stand auf der Shortlist für den Deutscher Buchpreis 2025.

Kaleb Erdmann, geboren 1991, studierte Literarisches Schreiben am Deutsches Literaturinstitut Leipzig sowie Soziologie und Politische Theorie in München und Frankfurt am Main. Er war Finalist des open mike und wurde für sein Theaterstück „Unten“ für den Retzhofer Dramapreis nominiert. Sein erster Roman wir sind pioniere wurde mit dem Debütpreis der Lit.Cologne ausgezeichnet. Zuletzt schrieb er für das Berliner Ensemble das Stück „Always Carrey On“. Kaleb Erdmann lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Karten gibt es in der Stadtbibliothek.
Autor: red

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