Vortrag im Tabakspeicher
Tettenborn gestern und heute
Montag, 18. Mai 2026, 07:43 Uhr
Burkhard Schmidt entführte den Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein auf eine faszinierende Zeitreise durch 1200 Jahre Tettenborner Geschichte...
Burkhard Schmidt sprach jüngst im Tabakspeicher über die Geschichte Tettenborns. (Foto: Gundula Lawrenz)
Ganz im Zeichen des oben genannten Themas stand das monatliche Treffen des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins. Hierzu konnte der Ortschronist und Heimatforscher von Tettenborn, Burkhard Schmidt, mit seinem spannenden Vortrag über die Gemeinde Tettenborn gewonnen werden.
Er führte durch die Geschichte des Ortes und Rittergutes Tettenborn aus seinen Anfängen um 800 bis in die heutige Zeit. Erste urkundliche Erwähnungen eines Adelsgeschlechts und des Rittergutes von Tettenborn gehen auf die Zeit um 1237 in Urkunden des Klosters Walkenried zurück.
Der Stammvater der Familie von Tettenborn, Bartoldus de Liebenroth, erhielt in diesem Zeitraum das Gut Tettenborn als Lehen übertragen. Erstmalig genannt wurde der Name Tettenborn im Jahr 1310 dann im Zinsbuch von Nordhausen. Sogar einen Bürgermeister von Nordhausen stellte die Familie von Tettenborn, mit Dietrich de Tettenborn, im Jahr 1371.
In den folgenden Jahrhunderten expandierte das Rittergut unter den Freiherren von Tettenborn immer weiter. Die Adelsfamilie stellte in über 600 Jahren Familiengeschichte somit auch immer den Patronsherren des Rittergutes.
Das Adelsgeschlecht von Tettenborn war damals in ganz Deutschland weit verbreitet, 1928 wanderten diese aber nach Nordamerika und Kanada aus.
Eine zukunftsweisende Errungenschaft für Tettenborn ging mit dem Bau der Eisenbahnstrecke und eines Bahnhofes im Jahre 1869 einher. Der Ort wurde attraktiv für Urlauber aus nah und fern, als Ausgangspunkt für Aufenthalte im Harz und Umgebung.
Ebenso mit dem Bau der Eisenbahnstrecke schritt die Industrialisierung in Tettenborn voran. Mit dem Holz aus den umliegenden Gebieten, das über die Eisenbahnstrecke angeliefert wurde, entwickelte sich ab 1903 die Harzer Holzwarenfabrik Gebrüder Lohoff mit ihrer Produktion von Wäscheklammern, die deutschlandweit einzigartig war.
Ein dunkles Kapitel für unser Gebiet war nach dem 2. Weltkrieg die Teilung Deutschlands, Tettenborn gehörte letztendlich zur britischen Besatzungszone. Viele Familien in diesen Gebieten wurden für mehrere Jahrzehnte getrennt.
Mit der Wiedervereinigung Deutschlands konnte am 19. März 1990 dieses dunkle Kapitel der Geschichte endlich geschlossen.
In dem Buch Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen, Band 50 / 2025 - gelbe Bandreihe -, kann ein Beitrag von Burkhard Schmidt zu Nordhausen ältestem Möbelstück – die Tettenborner gotische Truhe nachgelesen werden.
Autor: red
Burkhard Schmidt sprach jüngst im Tabakspeicher über die Geschichte Tettenborns. (Foto: Gundula Lawrenz)
Er führte durch die Geschichte des Ortes und Rittergutes Tettenborn aus seinen Anfängen um 800 bis in die heutige Zeit. Erste urkundliche Erwähnungen eines Adelsgeschlechts und des Rittergutes von Tettenborn gehen auf die Zeit um 1237 in Urkunden des Klosters Walkenried zurück.
Der Stammvater der Familie von Tettenborn, Bartoldus de Liebenroth, erhielt in diesem Zeitraum das Gut Tettenborn als Lehen übertragen. Erstmalig genannt wurde der Name Tettenborn im Jahr 1310 dann im Zinsbuch von Nordhausen. Sogar einen Bürgermeister von Nordhausen stellte die Familie von Tettenborn, mit Dietrich de Tettenborn, im Jahr 1371.
In den folgenden Jahrhunderten expandierte das Rittergut unter den Freiherren von Tettenborn immer weiter. Die Adelsfamilie stellte in über 600 Jahren Familiengeschichte somit auch immer den Patronsherren des Rittergutes.
Das Adelsgeschlecht von Tettenborn war damals in ganz Deutschland weit verbreitet, 1928 wanderten diese aber nach Nordamerika und Kanada aus.
Eine zukunftsweisende Errungenschaft für Tettenborn ging mit dem Bau der Eisenbahnstrecke und eines Bahnhofes im Jahre 1869 einher. Der Ort wurde attraktiv für Urlauber aus nah und fern, als Ausgangspunkt für Aufenthalte im Harz und Umgebung.
Ebenso mit dem Bau der Eisenbahnstrecke schritt die Industrialisierung in Tettenborn voran. Mit dem Holz aus den umliegenden Gebieten, das über die Eisenbahnstrecke angeliefert wurde, entwickelte sich ab 1903 die Harzer Holzwarenfabrik Gebrüder Lohoff mit ihrer Produktion von Wäscheklammern, die deutschlandweit einzigartig war.
Ein dunkles Kapitel für unser Gebiet war nach dem 2. Weltkrieg die Teilung Deutschlands, Tettenborn gehörte letztendlich zur britischen Besatzungszone. Viele Familien in diesen Gebieten wurden für mehrere Jahrzehnte getrennt.
Mit der Wiedervereinigung Deutschlands konnte am 19. März 1990 dieses dunkle Kapitel der Geschichte endlich geschlossen.
In dem Buch Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen, Band 50 / 2025 - gelbe Bandreihe -, kann ein Beitrag von Burkhard Schmidt zu Nordhausen ältestem Möbelstück – die Tettenborner gotische Truhe nachgelesen werden.

