ESF Plus-Projekt WORT Nord – Weltoffene Region Nordthüringen
Nordthüringen verfügt über erhebliches Potenzial
Dienstag, 02. Juni 2026, 11:40 Uhr
Im Rahmen des gemeinsamen Jahresempfangs von Stadt und Hochschule Nordhausen wurde vergangene Woche offiziell auch das neue ESF Plus-Projekt WORT Nord – Talente binden, Zukunft sichern vorgestellt. Ziel ist es, internationale Studierende, Absolventinnen und Absolventen aus Hochschule, Aus- und Weiterbildung frühzeitig mit Unternehmen, Institutionen und der Region zu vernetzen und langfristige Zukunftsperspektiven in Nordthüringen sichtbar zu machen...
Rund 80 Vertreter und Vertreterinnen aus Wirtschaft, Politik, Hochschule, Verwaltung, Vereinen und Initiativen nutzten die Veranstaltung im Ratssaal Nordhausen, um sich über die Ziele des Projekts auszutauschen und gemeinsam über die Zukunft der Fachkräftebindung in Nordthüringen ins Gespräch zu kommen.
Auftakt für das neue ESF Plus-Projekt WORT Nord – Weltoffene Region Nordthüringen Foto: Tim Rückschloß / HSN
Nordthüringen verfügt über ein erhebliches Potenzial – nicht zuletzt durch die Hochschule Nordhausen mit ihren Studierenden und Alumni. Sie bringen Kompetenzen und Perspektiven mit, die in Industrie, Energiewirtschaft, Digitalisierung, Gesundheitswesen und Sozialwirtschaft heute und in Zukunft dringend benötigt werden. Wie dieses Potenzial stärker für die Region gewonnen werden kann, stand im Mittelpunkt der Veranstaltung.
In ihrer Keynote sprach Joanna Izdebski von der Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung Schmalkalden darüber, warum Bleiben Zukunft schafft und wie eine offene und zukunftsfähige Region gestaltet werden kann. Als eine der ersten Beauftragten Weltoffene Organisation aus dem Projekt WORT in Südthüringen brachte sie eine zentrale Botschaft aus Unternehmenspraxis und Wirtschaft mit: Innovation entsteht dort, wo unterschiedliche Perspektiven nicht vermieden werden, sondern sich bewusst begegnen.
Auch Oberbürgermeister Kai Buchmann und Hochschulpräsident Prof. Jörg Wagner betonten die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Hochschule, Wirtschaft, Stadtgesellschaft und Kommunen für die Zukunftsfähigkeit der Region. WORT Nord unterstützt dabei, Fachkräfte frühzeitig mit Unternehmen, Stadtgesellschaft und Region zu vernetzen und langfristige Bleibe- und Zukunftsperspektiven in Nordthüringen zu schaffen. Die Hochschule Nordhausen übernimmt dabei eine zentrale Rolle: Sie bildet Fachkräfte aus, schafft interdisziplinäre Netzwerke und eröffnet jungen Talenten berufliche Perspektiven in Nordthüringen.
Wie WORT Nord diese Aufgabe konkret gestaltet, stellten Simone Treiber und Prof. Dr. Cordula Borbe aus der Projektleitung vor. Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, Fachkräftebindung nicht erst beim Arbeitsvertrag zu beginnen. Berufliche Perspektiven, gesellschaftliche Teilhabe, Begegnung und das Gefühl des Ankommens gehören ebenso dazu.
In einer interaktiven Umfrage wurden die Gäste gefragt, was junge Menschen brauchen, um nach Studium oder Ausbildung in Nordthüringen zu bleiben. Die Antworten zeigten ein klares Bild: Sichtbare berufliche Perspektiven, Unterstützung beim Berufseinstieg, Orte der Begegnung, eine gelebte Willkommenskultur sowie eine stärkere Vernetzung von Hochschule, Unternehmen und Region wurden als besonders wichtig eingeschätzt.
Die Ergebnisse bestätigten damit einen zentralen Befund des Projekts: Menschen bleiben dort, wo berufliche Perspektiven, soziale Anbindung und das Gefühl des Ankommens zusammenkommen, so Projektkoordinatorin Treiber.
Auch im zweiten Teil des Programms wurde intensiv weiter diskutiert. Die Projektteams von WORT Nord und dem Transferwerk der Hochschule Nordhausen stellten im Mobilen Showroom Beteiligungsmöglichkeiten, Vernetzungsangebote sowie Maßnahmen zur interkulturellen Personal- und Organisationsentwicklung vor. Auf großes Interesse stieß dabei die geplante Interkulturelle Akademie als zukünftiger Ort für Qualifizierung, Begegnung und interkulturelle Öffnung der Hochschule.
Der Auftakt machte deutlich: Nordthüringen verfügt über starke Voraussetzungen für erfolgreiche Fachkräftebindung – engagierte Unternehmen, eine leistungsfähige Hochschule, internationale Talente und Menschen, die ihre Region aktiv mitgestalten. WORT Nord bringt diese Potenziale zusammen und schafft Räume, Netzwerke und Perspektiven, damit junge Talente ihre berufliche und persönliche Zukunft langfristig in Nordthüringen sehen können.