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Eröffnung des 56. Rolandsfestes

Feucht, Fröhlich, Frech und Souverän

Freitag, 12. Juni 2026, 17:24 Uhr
Ganz schön frisch war sie, die Eröffnung des diesjährigen Rolandsfestes. Frisch und feucht in Bindfädchen herabnieselnd von oben und ganz und gar frisch, geradezu verjüngt, auf der Bühne. Da stand heute ein runderneuerter Roland in der Reihe sinner Konfiefchen und machte zum Einstand eine gute Figur…

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Die Party kann beginnen: auf dem Rathausplatz wurde am Nachmittag das 56. Rolandsfest eröffnet (Foto: agl)

Ehe es so richtig losging mit dem Feste, da konnte der aufmerksame Beobachter am Rande der Bühne eine wohlbekannte wie auch wohlbeleibte, graue Eminenz herumschleichen sehen, behängt mit einem Zettelchen, auf dem zu lesen stand:

„Liebes Wetter,

du ärjerst Nordhusen nich!

Du nich!“


Dass die prophetischen Kräfte einem Zwanziger a.D. offenbar nicht verlustig gehen, das zeigte ein Blick auf den Rathausplatz: trotz grauem Firmament und zunehmenden Niesel waren die Bänke gut gefüllt. Was soll das bisschen Regen den Nordhäusern ihr Rolandsfest vermiesen, man lies sich von Petrus nicht „ärjern“.

Ein Nachteil hatte die Sache aber wohl, wer sich an seinen Regenschirm klammert, der kann schlecht klatschen. Oder das Publikum war angesichts der Themen dem Applaudieren nicht so zugeneigt: auf dem Industriegebiet verrichten seit 10 Jahren nur die Regenwürmer Erdarbeit, das Ordnungsamt sitzt im Zweifel lieber im Wagen als auf der Straße zu stehen, das „Bowteam“ musste einem Biotop weichen und hat das „Nordhausen“ aus dem Namen gestrichen, Reporter von Funk und Fernsehen hat man im Rathaus bei der Gelegenheit im Regen stehen lassen und buchstäblich sprachlos gemacht. An Spitzen Richtung Spitze wurde nicht gespart, nur mit dem lachen ist es dieser Tage so eine Sache.


Etwas Gutes wusste der amtierende Zwanziger zu finden: wenn der Sommer wider erwarten doch noch richtig heiß werden sollte (und das Salza-Bad ja nun leider nicht zur Verfügung steht), dann könne man sich dank der „sozialen Kälte“ sicher gut im Rathaus runter kühlen.

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Im Tausch für den Schlüssel zur Stadt gab es für den OB eine goldene Klobürste (mit Schreibfunktion) (Foto: agl)

Damit man sich dabei keine Frostbeulen holt hat die Rolandgruppe den Stadtoberen und ihren Bediensteten für die drei Festtage eine Hausaufgabe mitgegeben, genauer eine Schreibaufgabe. 1099 mal soll der Satz niedergeschrieben werden: „Ich soll meine Stadt mehr lieben als mich“. Falls es mit der großen (Geburtstags-) Zahl nicht klappt, so sollte wenigstens jeder Mitarbeiter den goldenen Klobürsten-Griffel wenigstens einmal geschwungen und den Satz geschrieben haben, verlangte der Roland von Oberbürgermeister Kai Buchmann.

Die güldene Bürste mit Schreibfunktion haben sich der Roland und die Konfiefchen dabei nicht aus dem eigenen Hinterteil gezogen, mit dem Prunkstück wird vielmehr die Bedeutung eines historischen Ereignisses unterstrichen denn, Trommelwirbel und Paukenschlag, Nordhausen hat wieder eine Bahnhofstoilette. Wahrlich, es gibt noch gute Nachrichten.

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Hat seine Sache gut gemacht: Alexander Kuhnhardt eröfffnete heute sein erstes Fest als Nordhäuser Roland (Foto: agl)
Als gute Nachricht darf letztlich auch die heutige Premiere des neuen Rolands gelten. Der heißt eigentlich Alexander Kuhnhardt und konnte seine erste Festeröffnung souverän und in sprachlich einwandfreiem Nordhisser Platt über die Bühne bringen. Fast konnte man meinen, er hätte schon immer da oben gestanden.

Vom Amtsvorgänger gab es für die Paradeleistung gleich ein paar hübsche Blümchen und von den Kollegen im Nachgang sicher noch den einen oder anderen Korn. Wie die nnz aus verlässlicher Quelle erfahren hat, wird das Wetter morgen auch ganz sicher besser, so die drei Herren und ihre Dame den Korn heute immer schön austrinken.
Angelo Glashagel
Autor: red

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