Nordhäuser Herbstlese lockt mit prominenten Autoren
Von Mandy Mangler bis Frank Goldammer
Montag, 22. Juni 2026, 17:43 Uhr
Was ist in der zweiten Jahreshälfte in der Nordhäuser Stadtbibliothek los? So viel wie noch nie, sagt Bibliotheksleiterin Marie-Kathrin Haase. Gemeinsam mit der Vorsitzenden des Fördervereins Nicolai in foro, Hildegard Seidel, stellte sie jetzt das Programm für die kommenden sechs Monate vor…
Hildegard Seidel und Bibliotheksleiterin Marie-Kathrin Haase präsentieren zwei Bücher, deren Autoren im Rahmen der Herbstlese nach Nordhausen kommen. (Foto: ssc)Neben zwölf Lesungen im Rahmen der Nordhäuser Herbstlese erwartet die Besucherinnen und Besucher eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen. Wir haben deutlich mehr im Repertoire als bisher, sagt Marie-Kathrin Haase. Fördervereinsvorsitzende Hildegard Seidel ergänzt: Neben bekannten Autorinnen und Autoren geben wir auch regionalen Schriftstellerinnen und Schriftstellern eine Bühne.
Eine regionale Stimme macht auch den Auftakt der Herbstlese: Am 18. August stellt Martina Grimm ihr Buch Was ich noch zu sagen hätte vor. Darin kommen Menschen am Ende ihres Lebens zu Wort und erzählen von Dingen, die sie noch bewegen.
Ein ganz anderes Thema steht am 3. September auf dem Programm: Die renommierte Gynäkologin Mandy Mangler, die auch in den sozialen Medien mit Themen rund um Frauengesundheit und weibliche Sexualität erfolgreich ist, kommt nach Nordhausen. Im Gepäck hat sie ihre beiden Spiegel-Bestseller Das große Gynbuch und Don’t Miss the Clitoris. Dabei spricht sie über Frauengesundheit, die Wiederentdeckung der Klitoris und deren Bedeutung für lustvollen weiblichen Sex.
Mit Tobias Schulze, besser bekannt unter seinem Pseudonym Thomas Arta, kehrt am 18. September ein Autor aus Nordhausen in seine Heimatstadt zurück. Genieße es und lebe heißt sein Erstlingswerk, in dem er persönliche Erfahrungen verarbeitet und den wirklich wichtigen Dingen im Leben nachspürt.
Bereits am 29. September begibt sich Filmjournalist Knut Elstermann, vielen MDR-Hörern und -Zuschauern als Stimme für Kinokritiken und Filmrezensionen bekannt, auf eine spannende Spurensuche nach Johann Sebastian Bach im Film.
Freunde spannender Unterhaltung dürfen sich am 2. Oktober auf Bestsellerautor Frank Goldammer freuen, der seinen neuen Kriminalroman Strandopfer vorstellt. Musikalisch und historisch wird es am 15. Oktober mit Delle Kriese, einer Legende des DDR-Rocks. Am 29. Oktober folgt die englischsprachige Lyriklesung von Philip Egbune. Der Autor hat viele Jahre in Nordhausen gelebt und war in dieser Zeit Leiter der Jüdischen Gemeinde. Das begleitende Gespräch findet in deutscher Sprache statt.
Zusatzshow mit Tatjana Meissner
Im November stehen mit Tatjana Meissner am 5. November und Anne-Marie Pätzold am 12. November zwei sehr persönliche und zugleich unterhaltsame Programme auf dem Spielplan. Die große Nachfrage nach Tatjana Meissners Programm Schmutzige Lieder ist bereits jetzt deutlich: Die Veranstaltung am 5. November ist bereits ausverkauft. Aufgrund des großen Interesses gibt es am 6. November einen Zusatztermin. Für diese Veranstaltung sind noch Karten in der Stadtbibliothek erhältlich.
Historische Romanfans kommen schließlich am 26. November bei der Lesung von Gila Freis auf ihre Kosten. Im Mittelpunkt ihres Romans Jutta Claricia. Die Feuerprobe der Fürstentochter steht die Fürstentochter Jutta Claricia, Halbschwester des späteren Kaisers Friedrich Barbarossa.
Den Abschluss der Herbstlese bildet am 10. Dezember das Advents-Special mit Kathrin Hotowetz. Mit Kamingeschichten aus der Geistmühle entführt sie ihr Publikum in die Welt der Harzer Mythen, Sagen und fast vergessenen Weihnachtsbräuche.
Gemeinsam leise lesen: Silent Book Club
Darüber hinaus setzt die Stadtbibliothek verstärkt auch auf neue Veranstaltungsformate. So gibt es in Zusammenarbeit mit der Hochschule Nordhausen den English Book Club. Ganz neu im Programm ist zudem der Silent Book Club. Das ist in größeren Städten derzeit ein echter Trend, sagt Bürgermeisterin Alexandra Rieger (SPD). Nun gibt es dieses Format auch in Nordhausen. Dabei treffen sich Lesebegeisterte, um gemeinsam und dennoch jeder für sich zu lesen. Man räumt sich damit ganz bewusst Zeit zum Lesen ein, so Rieger.
Die Stadtbibliothek setzt im zweiten Halbjahr aber auch auf bewährte Formate. So stehen unter anderem der Strick- und Häkeltreff, der Lesekreis mit Carla Buhl, die Schreibwerkstatt, Gamingnachmittage, Lesecafés sowie der beliebte Quiznachmittag auf dem Programm.
Bereits jetzt kann die Bibliothek auf rund 240 eigene Veranstaltungen im laufenden Jahr zurückblicken, sagt Haase, die zuversichtlich ist, die Marke von 470 Veranstaltungen aus 2025 in diesem Jahr zu knacken.
Hildegard Seidel ergänzte, die Stadtbibliothek habe sich inzwischen zu einem sogenannten Makerspace entwickelt. Hier würden nicht nur Bücher ausgeliehen. Vielmehr verstehe sich die Einrichtung als Ort des Lernens und des Erfahrungsaustauschs. Gerade diese Vielfalt mache eine moderne Bibliothek heute aus.
Im kommenden Jahr wird die Nordhäuser Stadtbibliothek übrigens 150 Jahre alt. Auch das soll gefeiert werden: Geplant ist eine Jubiläumswoche vom 8. bis 13. Februar. Wir eröffnen damit das große Nordhäuser Festjahr, sagt Haase. Susanne Schedwill