Reisende auf der Bahnstrecke zwischen Halle und Nordhausen müssen sich in den kommenden Monaten auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Im Zuge der umfassenden Modernisierung der wichtigen Ost-West-Verbindung zwischen Halle (Saale) und Kassel wird es von Ende Juli bis Dezember zu längeren Streckensperrungen und Schienenersatzverkehr kommen...
Blick auf den Nordhäuser Bahnhof. (Foto: agl)Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wird zunächst ab dem 24. Juli der Streckenabschnitt zwischen Halle (Saale) und Berga-Kelbra für den Zugverkehr gesperrt. Ab dem 28. August wird die Sperrung bis Nordhausen ausgeweitet. Besonders einschneidend wird die dritte Bauphase: Hier wird die Sperrung noch einmal in Richtung Westen ausgeweitet. Vom 9. Oktober bis zum 12. Dezember verkehren dann zwischen Halle und Leinefelde keine Züge mehr. Während der gesamten Bauzeit wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
Hintergrund der Sperrungen ist die umfangreiche Modernisierung der rund 170 Kilometer langen Strecke zwischen Halle (Saale), Nordhausen und dem hessischen Eichenberg. Bund, die Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie die Deutsche Bahn investieren dafür bis Ende 2028 rund 625 Millionen Euro.
Kern des Projekts ist die Errichtung von 14 neuen elektronischen Stellwerken, die künftig von Röblingen am See in Sachsen-Anhalt und Nordhausen aus gesteuert werden. Damit sollen insgesamt 33 veraltete mechanische und elektromechanische Stellwerke ersetzt werden. Darüber hinaus werden 44 Bahnübergänge modernisiert. In Röblingen am See und Sangerhausen entstehen zudem neue Überholgleise für lange Güterzüge.
Auch der Bahnhof Lutherstadt Eisleben wird umfassend umgebaut. Dort entstehen neue Bahnsteige, eine Personenunterführung sowie zwei Aufzüge. Ziel ist ein künftig barrierefreier Zugang für mobilitätseingeschränkte Reisende, Eltern mit Kinderwagen sowie Fahrgäste mit Fahrrädern oder schwerem Gepäck.
Projektingenieurin Alena Grap und Projektleiter Uwe Sieber im Gespräch im Bahnhof Nordhausen. (Foto: ssc)Nach Angaben der Deutschen Bahn sind die Sperrungen notwendig, um den ehrgeizigen Bauzeitplan einhalten zu können. Die Stellwerkstechnik ist veraltet, störanfällig und erfordert einen hohen Personaleinsatz. Das soll sich ändern. Um unseren straffen Zeitplan zu halten, sind leider Streckensperrungen unvermeidlich, erklärte Projektleiter Uwe Sieber.
Aktuelle Informationen zu Fahrzeiten und Ersatzverkehren erhalten Reisende über die Internetseiten von Abellio, die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn sowie über Aushänge an den Bahnhöfen.