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Forum: Chance für Arbeitslose und Kranke?

Dienstag, 19. August 2008, 18:00 Uhr
So richtig wusste man in den letzten Tagen nicht, ob die Meldung über Arbeitslose zur Unterstützung der Pflege Demenzkranker noch dem ausklingenden Sommerloch geschuldet oder ernst war. Das ein Leser-Beitrag in unserem Forum...


Es hat sich ja eingebürgert, das Ein-Euro-Jobber überall da eingesetzt werden, wo Not am Mann und man nicht gewillt oder in der Lage ist, ordentliche Arbeitskräfte nach Tarif zu bezahlen. Beispiele dafür gibt es genug und jeder kennt sie.

Die Bundesregierung hat inzwischen die Pläne gegen jegliche Kritik verteidigt und behauptet, dass man wirklich vorhabe, in der „Betreuung vorbelastete“ Langzeitarbeitslose auszubilden und als Hilfspfleger einzusetzen, nach Tarif bezahlt. 15.000 Erwerbslose mit pflegerischen Erfahrungen soll es offiziell geben. Ich schätze, das reicht nicht. Da müsste doch etwas zu machen sein.

Rund die Hälfte der in Heimen lebenden Menschen ist von Demenz betroffen. Sie sind in besonderem Maße auf Betreuungsangebote angewiesen. Neue Betreuungsmodelle können helfen, die Lebensqualität von Demenzkranken zu verbessern und kognitive Abbauprozesse zu verzögern. Die Einstellung von 10.000 zusätzlichen Betreuungskräften, wie sie das Pflegereformgesetz ab 1. Juli vorsieht, soll dazu einen Beitrag leisten, heißt es dazu in einer Erklärung des Sozialverbandes VdK.

"Wenn sich beispielsweise interessierte Langzeitarbeitlose ohne Zwang der Bundesagentur für diese herausfordernde Tätigkeit bewerben, könnten beide Seiten menschlich profitieren", erklärte der Präsident des Sozialverbands VdK Deutschland, Walter Hirrlinger. Wichtig sei, die zusätzlichen Kräfte entsprechend zu qualifizieren und auf Schwierigkeiten vorzubereiten. Gerade die Betreuung Demenzkranker sei alles andere als einfach. Nicht jeder sei dieser Herausforderung von der Persönlichkeit her gewachsen. Umso wichtiger sei es, interessierte Kräfte gezielt für ihre Aufgaben zu schulen. "Ob dafür eine Qualifizierungsmaßnahme von 160 Stunden einschließlich Praktika ausreicht, wird sich schnell zeigen."

Hirrlinger fordert eine gesellschaftliche Aufwertung und höhere Anerkennung der professionellen, ergänzenden und ehrenamtlichen Pflegetätigkeit. "Um eine qualitativ hochwertige Pflege und Betreuung in den Heimen zu gewährleisten, müssen die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte verbessert werden.

Es bleibt abzuwarten, was wirklich geschieht. Die Skepsis bei vielen Bürgern, besonders bei arbeitslosen ist sicherlich berechtigt, zu sehr wurde in vergangener Zeit auf Billiglösungen gesetzt.
Klaus Henze
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: nnz/kn

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