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Risiken wahrnehmen

Montag, 17. November 2008, 14:00 Uhr
Das Schiller-Gymnasium in Bleicherode unterhält durch das multinationale Comenius-Projekt einen regen Kontakt mit dem Gymnasium der Abtei Schlierbach in Oberösterreich. Diese Partnerschaft ist nun durch ein zweites wissenschaftliches Projekt mit Schülern ergänzt worden...

Risiken wahrnehmen (Foto: Meyer) Risiken wahrnehmen (Foto: Meyer)

Die Schüler des Stifts-Gymnasiums Schlierbach werden sich in den kommenden zwei Jahren, von Wissenschaftlern begleitet, detaillierter mit der Risikowahrnehmung von Jugendlichen auseinandersetzen. Dies wird die Beschäftigung mit Literatur und Internet-Quellen, Exkursionen und das Heranziehen externer Experten für Interviews und Vorträge beinhalten.

Den Einstieg zu diesem Projekt bildete ein zweitägiges Planspiel, das vor kurzem in Schlierbach und Bleicherode mit Schülern beider Schulen durchgeführt wurde. Eine Gruppe von achtzehn Oberstufenschülern erstellte hierbei nach individueller Risikowahrnehmung phantasievolle Versicherungspolicen, die dann von sechzig Unterstufenschülern mit Spielgeld erworben werden konnten. Neben den klassischen Versicherungen gegen Krankheit und Unfall, hatten die Kinder auch andere Risiken im Auge: Arbeitslosigkeit, Studienplatz, schmutziges Trinkwasser, saubere Luft, Tierquälerei, Kinderarbeit. Letztere Police hat in Bleicherode überraschenderweise das Rennen gemacht. In der anschließenden Reflexionsphase haben die Schüler mit den Wissenschaftlern angeregt diskutiert, ihre Policen verteidigt und ihre Gründe für den Kauf der Policen dargelegt.

Das federführende wissenschaftliche Institut bei der Durchführung dieses Projektes ist das Institut für Pharmaökonomische Forschung in Wien. Risikoforschung, Soziologie, Zukunftsforschung, Nachhaltige Entwicklung, Humanethik und Gesellschaftskunde stellen wichtige Forschungsfelder dieses Instituts dar.

Da das Schiller-Gymnasium im Folgenden nur indirekt an der kontinuierlichen Projektfortführung teilnehmen kann, werden projektbegleitende Unterrichtsmaterialien den hiesigen Schülern, vor allem für die Fächer Geschichte, Ethik, Sozialkunde, Wirtschaft und Recht, zur Verfügung gestellt werden.

Für Lehrer und Schüler stellt diese enge Verzahnung von Schule und Forschung eine wunderbare Möglichkeit dar, den eigenen Horizont zu erweitern. Zudem können Schüler die Umsetzung gymnasialer Lernziele, wie Wissenschaftspropädeutik, in lebendiger Weise erfahren. Der Auftakt hierzu ist schon mit viel Begeisterung auf allen Seiten erfolgt.
Autor: nnz

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