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nnz-Forum: Ordnung muss sein!

Donnerstag, 20. November 2008, 08:44 Uhr
Ja, die Zeiten werden hart. Man spürt die Panik förmlich. Jeder versucht zu retten, was geht - auch die Stadt Nordhausen. Das meint ein nnz-Leser und begründet dies im Forum...


Nachdem Ansiedlungspläne nicht aufgingen, Firmen weggingen und somit bessere Zeiten vergingen, scheint sich eine Art Panik breit zu machen: Woher bekommt man Geld? Kreativität ist gefragt! Und Kreativität lässt sich als öffentliche Hand am besten über Gebühren und Ordnungsgelder lösen. Zugegeben, recht eingeschränkt kreativ (wenn überhaupt) aber doch irgendwie passend.

So nimmt man gern Gelegenheiten wahr, hochmotivierte Mitarbeiter des Ordnungsamtes in Randgebiete ausschwärmen zu lassen, um Geld zu machen. Denn die Innenstadt ist ja aufgrund der wirtschaftlichen Struktur ertragsarm geworden. Und dann wird die noch so kleinste Sünde geahndet, denn Ordnung muss sein! Gerade in harten Zeiten! Und wenn ein Auto z. B. 20 Meter vor Ende einer Sackgasse in der falschen Richtung parkt, dann ist das verdammt noch mal eine Ordnungswidrigkeit! Klar? Auch dann, wenn keine Gefährdung dadurch entstehen kann, es ist nun mal ein Verstoß!

Es ist eine Anliegerstraße, eine Sackgasse. Ruhig, abgelegen. Keinen Polizist hat es jemals gestört, selbst wenn er stundenlang während seiner Arbeit Einblick in die Straße hatte. Weil es einfach genug Ordnungswidrigkeiten und Verkehrsgefährdungen gibt, die wichtig sind und sinnvollerweise geahndet werden müssen.

Andere stört es! Aus Prinzip! Es ist doch nun mal eine Ordnungswidrigkeit! Dabei stört auch das fremde Kennzeichen nicht! Nein! Weil man andere Geldquellen nicht aufbauen konnte, muss man auch da drüber hinwegsehen. Und so überlegt wieder einer mehr, ob er neben dem Unternehmensstandort nicht vielleicht doch auch seinen Wohnort aus Nordhausen abzieht.

Irgendwie gehen eben doch Ansichten von Wirtschaft, Gastfreundschaft und guten Lebensbedingungen auseinander. Na ja. Ich wünschte mir trotzdem, dass mit der gleichen Motivation der Wirtschaftsstandort Nordhausen besser verkauft würde, damit man Einnahmen einmal mehr aus regulären Geldflüssen tätigen kann.

Vielleicht sollten die Kollegen des Ordnungsamtes mit dieser Motivation in das Wirtschaftsdezernat wechseln? Vielleicht haben die die Potentiale dieses zähflüssige Mittelmaß zu durchbrechen. Einen Versuch ist es Wert. Aber was ist dann mit der Ordnung?
Dirk Scholz, Nordhausen-Krimderode
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: nnz

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